DIENSTZEITENDE - Karriereplattform für Zeitsoldaten

Häufige Fragen und Antworten

Berufsförderung von Zeitsoldaten und FWDL

Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BfD) ist mit seinen rund 900 zivilen Mitarbeitern Bestandteil der Bundeswehrverwaltung und gliedert sich in bundesweit 16 Dezernate und 86 Standortteams, die den 16 Karrierecentern der Bundeswehr zugeordnet sind, auf.

Gemäß Soldatenversorgungsgesetz (SVG) ist es die Kernaufgabe des Berufsförderungsdienstes, dir als SaZ - nach Eignung, Neigung und Leistungsfähigkeit - zu einer angemessenen Eingliederung im zivilen Berufsleben zu verhelfen. Dazu begleitet dich der BfD vom Beginn deiner militärischen Karriere bis zum Wiedereinstieg in den zivilen Arbeitsmarkt nach dem Dienstzeitende.

Um dir eine möglichst reibungslose Wiedereingliederung zu ermöglichen, stimmt sich das zuständige Standortteam mit dir im Rahmen regelmäßiger und individueller Beratungsgespräche ab. Im Kern stehen dabei dein individuelles Wiedereingliederungsziel sowie die dafür notwendigen Schritte. Auf Basis deiner Förderplanung können die erforderlichen schulischen bzw. beruflichen Bildungsmaßnahmen entsprechend gefördert und dir anfallende Kosten zurückerstattet werden.

Im Rahmen der Berufsförderung stehen dir dabei folgende BfD-Leistungen zu:

  1. Individuelle Beratung in Fragen der schulischen und beruflichen Bildung sowie der Eingliederung in das zivile Erwerbsleben,
  2. Teilnahme an dienstzeitbegleitenden Bildungs- und Eingliederungsmaßnahmen,
  3. Besuch von Lehrgängen an einer Bundeswehrfachschule,
  4. Förderung der beruflichen Bildung in öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen,
  5. Weitere Eingliederungshilfen in das zivile Erwerbsleben (z.B. Einarbeitungszuschuss, Stellenbörse für SaZ).

Der BfD-Berater ist dein erster Ansprechpartner in allen Belangen der Berufsförderung bzw. für die Nutzung der persönlichen BfD-Ansprüche. Er informiert dich zudem über Aspekte der Berufswahl, erforderliche Qualifizierungen und die finanzielle Absicherung nach Dienstzeitende.

Neben den Beratungsterminen bietet der BfD dir auch regionale Kontaktmessen, einen Job-Service sowie einen eigenen Katalog mit Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen an. An den internen BfD-Maßnahmen kannst du auch noch bis zu sechs Jahre nach dem Dienstzeitende kostenlos teilnehmen.

Die Beratungspflicht des Berufsförderungsdienstes endet maximal sieben Jahre nach deinem Ende der Dienstzeit in der Bundeswehr.

Hinweis: Die Kontaktdaten der jeweiligen Berufsförderungsdienste findest du hier

Für aktive Soldaten ist das BfD-Standortteam der Dienststelle des Soldaten zuständig. Nach dem Dienstzeitende wechselt jedoch die Zuständigkeit. Für ehemalige Soldaten ist dann das BfD-Standortteam zuständig, welches dem Wohnort des früheren Soldaten am nächsten liegt.

Den für dich regional zuständigen Berufsförderungsdienst findest du hier.

Für die Berechnung der Höhe deines BfD-Anspruchs ist es zunächst wichtig, ob du SaZ "alter" Art oder SaZ "neuer" Art bist. Zur Beantwortung dieser Frage ist Folgendes zu beachten:

Für Soldaten auf Zeit, die VOR dem Stichtag 26.07.2012 zum SaZ ernannt worden sind und ab dem 23.05.2015 keine Weiterverpflichtung unterschrieben sowie keine Wandeloption genutzt haben, gelten die rechtlichen Regelungen für SaZ "alter" Art.

Entsprechend gelten für alle Soldaten, die erst AB dem Stichtag 26.07.2012 zum SaZ ernannt worden sind oder sich nach dem 23.05.2015 weiterverpflichtet oder auf Antrag die Wandeloption genutzt haben, ausschließlich die Bestimmungen für SaZ "neuer" Art.


Für Soldaten "alter" Art gilt:

Die Höhe deines Berufsförderungsanspruches als Soldat unterteilt sich in zwei autarke, nicht miteinander verrechenbare "Fördertöpfe":

  1. Dienstzeitbegleitende Förderung nach § 4 SVG (alte Fassung) und
  2. Förderung am Ende und nach der Dienstzeit nach § 5 SVG (alte Fassung).

1. Dienstzeitbegleitende Förderung

Neben den kostenfreien internen Maßnahmen des BfD kannst du im Rahmen der dienstzeitbegleitenden Förderung nach § 4 SVG (alte Fassung) auch an externen Maßnahmen teilnehmen. Dabei handelt es sich aber um eine Ermessensförderung. Das bedeutet, dass du als Zeitsoldat keinen Rechtsanspruch auf die Förderung einer bestimmten Bildungsmaßnahme hast und dir diese nur unter dem Vorbehalt ausreichender Haushaltsmittel zur Verfügung steht.

Für die Teilnahme an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen oder für Prüfungstermine etc. kannst du im Rahmen der dienstzeitbegleitenden Förderung nicht freigestellt werden. Dafür müsstest Du Urlaub oder eventuell auch Sonderurlaub nutzen.

Die dienstzeitbegleitende Förderung endet mit Ablauf Deiner festgesetzten Dienstzeit als Soldat. Dir stehen, je nach Verpflichtungszeit als Soldat auf Zeit (SaZ) und ohne Berücksichtigung von Minderungsgründen, Fördermittel bis zur Höhe des Kostenrichtwertes für die Teilnahme an externen Aus- und Weiterbildungen während der Dienstzeit zur Verfügung. Die Kostenrichtwerte deines SaZ-Status entnimm bitte unserem Tool "Mein BfD-Anspruch".

2. Förderung am Ende und nach der Dienstzeit

Als SaZ > 4, der nicht Inhaber eines Eingliederungsscheines ist, hast du nach § 5 SVG (alte Fassung) einen Rechtsanspruch auf Förderung von schulischen und beruflichen Bildungsmaßnahmen am Ende und nach deiner Dienstzeit in der Bundeswehr. Das "am Ende" bezieht sich hierbei auf einen möglichen Anspruch auf Freistellung vom militärischen Dienst vor Ablauf Ihrer Dienstzeit als Soldat. Sofern du über einen Freistellungsanspruch verfügst, kannst du an geförderten Bildungsmaßnahmen in Vollzeitform - auch bereits vor deinem regulären Dienstzeitende - teilnehmen. Du bist dann zwar noch regulär Soldat und erhältst weiter deine vollen Dienstbezüge, wirst aber von der Dienstverpflichtung in deiner Einheit befreit.

Dir stehen, je nach Verpflichtungszeit als SaZ und ohne Berücksichtigung von Minderungsgründen, Fördermittel bis zur Kostenhöchstgrenze für die Teilnahme an externen Aus- und Weiterbildungen am Ende bzw. nach der Dienstzeit zur Verfügung. Die Kostenhöchstgrenze und Förderungsdauer von deinem SaZ-Status kannst du gerne unserem Tool "Mein BfD-Anspruch" entnehmen.

Alle SaZ können im Rahmen freier Kapazitäten noch bis zu 6 Jahre nach dem Ende der Dienstzeit kostenfrei an internen BfD-Maßnahmen teilnehmen.


Für Soldaten "neuer" Art gilt:

1. Interne BfD-Maßnahmen

Während deiner Dienstzeit kannst du als SaZ oder FWDL kostenfrei an internen BfD-Maßnahmen teilnehmen. Im Rahmen freier Kapazitäten können SaZ auch noch innerhalb von 6 Jahren nach dem DZE an internen Maßnahmen des Berufsförderungsdienstes kostenfrei teilnehmen.

2. Dienstzeitbegleitende Förderung

Für SaZ > 4, die nicht Inhaber eines Eingliederungsscheines sind besteht nach § 5 Abs. 1a SVG die Möglichkeit, dienstzeitbegleitend an einer externen Bildungsmaßnahme teilzunehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass dein im Förderungsplan vorgesehenes Bildungsziel schon während der Dienstzeit erreicht werden soll, es jedoch durch die Teilnahme an internen BfD-Maßnahmen nicht erreicht werden kann.

Für die Teilnahme an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen oder für Prüfungstermine etc. kannst du im Rahmen der dienstzeitbegleitenden Förderung nicht freigestellt werden. Dafür müsstest du Urlaub oder eventuell auch Sonderurlaub nutzen.

Eine Anrechnung auf den zeitlichen BfD-Anspruch nach § 5 SVG erfolgt nicht. Die Kosten der externen Bildungsmaßnahme werden jedoch mit dem Höchstbetrag verrechnet.

3. Förderung nach der Dienstzeit

Als Zeitsoldat, der nicht Inhaber eines Eingliederungsscheines ist, hast du nach § 5 SVG einen Rechtsanspruch auf Förderung deiner schulischen und beruflichen Bildung nach Ablauf ihrer Dienstzeit in der Bundeswehr.

Dir stehen dazu - je nach Verpflichtungszeit als SaZ und ohne Berücksichtigung von Minderungsgründen - Fördermittel bis zum Höchstbetrag für die Teilnahme an externen Aus- und Weiterbildungen nach der Dienstzeit zur Verfügung. Den Höchstbetrag und die Förderungsdauer deines SaZ-Status kannst du gerne unserem Tool "Mein BfD-Anspruch" entnehmen.

Für die Frage nach deinem möglichen Anspruch auf Freistellung ist es zunächst entscheidend, ob du SaZ "alter" Art oder SaZ "neuer" Art bist.

Für Soldaten "alter" Art gilt

Es gibt zwei Formen der Freistellung vom militärischen Dienst:

  1. Freistellungsanspruch vom militärischen Dienst nach § 5 SVG und
  2. Ermessensfreistellung in begründeten Einzelfällen.


1. Anspruch auf Freistellung vom militärischen Dienst nach § 5 SVG:

Als SaZ > 6 (ohne Bw-Studium) kannst du vor Ablauf deiner Dienstzeit nach § 5 SVG für eine schulische oder berufliche Aus- und Weiterbildung vom militärischen Dienst freigestellt werden. Wichtig dabei ist, dass es sich dabei um kein Arbeitsverhältnis sondern um eine vom BfD geförderte Aus- oder Weiterbildung in Vollzeit handeln muss.

Vollzeit im Sinne der Berufsförderung bedeutet, dass die Bildungsmaßnahme wöchentlich an vier Werktagen stattfindet und mind. 25 Unterrichtsstunden (mit jeweils mindestens 45 Minuten) in Anspruch nimmt. Mögliche Freistellungszeiträume bei deinem SaZ-Status kannst Du unserem Tool "Mein BfD-Anspruch" entnehmen.

Bei Eintritt von Minderungsgründen wird dein Freistellungsanspruch jeweils gekürzt um:

  • drei Monate, wenn deine militärfachliche Ausbildung zum Bestehen eines Ausbildungsberufes geführt hat,
  • neun Monate, wenn die oben genannte Ausbildungszeit länger als 12 Monate gedauert hat,
  • sechs Monate, wenn du eine militärfachliche Fortbildung zur Qualifikation auf Meister-, Fachwirt oder Technikerebene durchgeführt hast,
  • sechs Monate, wenn deine militärfachliche Ausbildung zur Fahrlehrerlaubnis oder zum Schulabschluss geführt hat.

Mehrere Minderungsgründe werden übrigens bis zum maximalen zeitlichen Umfang Deines Freistellungsanspruchs aufaddiert. Das bedeutet, dass im Extremfall gar keinen Anspruch auf Freistellung vor Ablauf der Dienstzeit übrig bleibt.

Für Studienabbrecher gilt: Nach dem Abbruch des Bw-Studiums (aus nicht dienstlichen Gründen) erhälst Du die BfD-Förderungs- und Freistellungsansprüche eines SaZ "ohne Studium" auf der gleichen SaZ-Stufe. Sofern du nicht weiter verlängert wirst bzw. weiter nach "altem" Recht läufst, wird dein Rechtsanspruch auf Freistellung um die tatsächlich abgeleistete Studiendauer gekürzt.


2. Ermessensfreistellung:

Falls dir als SaZ > 4 die Teilnahme an einer Aus- und Weiterbildung aufgrund des Starttermins nicht möglich sein sollte bzw. ein späterer Start der Bildungsmaßnahme für dich erhebliche Nachteile mitbringt, dann kann beim BfD eine Ermessensfreistellung beantragt werden.

Grundsätzliche Voraussetzung für eine Ermessensfreistellung ist aber, dass du hierfür dienstlich abkömmlich bist. Der Umfang der möglichen Ermessensfreistellung ist abhängig von deinem SaZ-Status:

  • SaZ 4 < SaZ 6 = mögliche Freistellung im letzten Dienstmonat,
  • SaZ 6 < SaZ 8 = mögliche Freistellung in den letzten drei Dienstmonaten,
  • SaZ 8 und länger = mögliche Freistellung in den letzten fünf Dienstmonaten.


Wichtig: Eine Ermessensfreistellung führt zur Kürzung des Bezugszeitraums Deiner Übergangsgebührnisse im gleichen Maße.

Für Soldaten "neuer" Art gilt

Du hast leider keinerlei Anspruch auf Freistellung vom militärischen Dienst vor Ablauf deiner Dienstzeit als Zeitsoldat!

In Ausnahmefällen kann eine Freistellung nach § 5 Abs. 11 SVG i.V.m § 16 Abs. 2 BföV in den letzten drei Dienstmonaten im Rahmen einer Ermessensfreistellung erfolgen, sofern es für die Umsetzung deines Förderungsplans zwingend notwendig ist. Das ist dann der Fall, wenn der anvisierte Kursbeginn nicht verschoben und eine zeitliche Verzögerung bei der Umsetzung deines BfD-Förderplans vermieden werden kann.

Allerdings dürfen keine dienstlichen Gründe gegen die Freistellung sprechen. Die Entscheidung trifft das Karrierecenter auf Grundlage der Stellungnahme des nächsten Disziplinarvorgesetzten und im Einvernehmen mit der personalbearbeitenden Stelle.

Wichtig: Eine gewährte Freistellung nach § 5 Abs. 11 SVG führt zur Kürzung des Bezugszeitraumes deiner Übergangsgebührnisse im gleichen Maße.

Zunächst einmal solltest du dir im Klaren darüber sein, in welchem Berufsfeld bzw. in welcher Wirtschaftsbranche du nach dem Ende Deiner Dienstzeit tätig sein möchtest. In der Regel liegen nach Deinem DZE noch etwa 35 Berufsjahre vor dir - da bringt der sicherste Arbeitsplatz nichts, wenn du keine Freude an deinen neuen beruflichen Aufgaben hast. Daher solltest du bei der Wahl des zukünftigen Berufsfeldes nicht nur die (regionale) Situation am Arbeitsmarkt sowie mögliche Karriere- und Gehaltsperspektiven, sondern auch deine persönlichen Neigungen berücksichtigen.

Je nach aktueller beruflicher Qualifikation und gewünschtem Berufsfeld kannst du nun deine Weiterbildungsziele für deine Karriere nach der Bundeswehr präzisieren:

  • Ich möchte meine Karriere im erlernten Beruf fortsetzen und über den BfD eine Weiterbildung machen oder studieren, um beruflich aufzusteigen bzw. mich zu spezialisieren.
  • Ich möchte eine Karriere in einem anderen Berufsfeld starten und über den BfD eine Umschulung machen oder studieren, um mich beruflich neu zu orientieren.
  • Ich habe noch keine Ausbildung und möchte über den BfD eine Berufsausbildung oder ein Studium absolvieren, um in das zivile Berufsleben zu starten.
  • Ich möchte über den BfD einen höheren Schulabschluss machen, um so z.B. die Voraussetzungen für ein Studium zu schaffen.


Für jedes dieser Aus- und Weiterbildungsziele gibt es auf dem Bildungsmarkt eine Vielzahl an geeigneten Abschlüssen. Es gilt nun für dich, aus der Masse der internen und externen Bildungsangebote das Angebot auszuwählen, dass am besten zu deiner aktuellen schulischen und beruflichen Qualifikation, deiner Berufserfahrung und natürlich deinen persönlichen Stärken passt.

Unser Tipp: Mit dem DZE-Karriereplaner erhälst du einen ersten Überblick über mögliche Aus- und Weiterbildungen im Rahmen der BfD-Förderung. Nach Eingabe deiner schulischen und beruflichen Eckdaten, deines SaZ-Status sowie deines gewünschten Berufsfeldes zeigt dir der DZE-Karriereplaner realisierbare Abschlüsse und passende Bildungsanbieter auf.

Zunächst gilt für dich der Grundsatz: keine Förderung ohne Beratung durch den Berufsförderungsdienst!

Aus diesem Grund legt dein zuständiger BfD-Berater gemeinsam mit dir - unter Berücksichtigung deiner Neigung, Eignung sowie Qualifikation - dein berufliches Eingliederungsziel fest. Es bildet zugleich die Basis für deinen individuellen Förderungsplan. Hier werden alle Schritte der zur Umsetzung notwendigen BfD-Förderung, sowohl während und nach der Dienstzeit bis hin zur Rückkehr in das zivile Berufsleben, schriftlich fixiert. Der Förderungsplan hat für dich eine besondere Bedeutung, weil er verbindliche Voraussetzung für die weitere Bewilligung von Leistungen seitens des BfD ist. Aus diesem Grund solltest du genau darauf achten, dass hier alle deine beruflichen Ziele bzw. Wünsche aufgenommen werden.

Gehe nicht davon aus, dass die persönliche Beratung des BfD eine eigenständige Berufswahl ersetzt. Es geht hier vielmehr darum, deine zukünftigen Berufsvorstellungen in Einklang mit den gesetzlichen Förderungsmöglichkeiten des BfD zu bringen. Je nach BfD-Berater solltest du bereits vor den ersten Gesprächen in der Lage sein, deinen Eingliederungswunsch und konkreten Aus- und Weiterbildungsbedarf in Worte zu fassen. Als kleine Hilfestellung steht dir unser DZE-Karriereplaner rund um die Uhr zur Verfügung.

Wichtig bei der Auswahl der passenden Bildungsmaßnahmen ist, dass sie zu deinem Wiedereingliederungsziel passen. Die Beantragung der BfD-Förderung für eine konkrete Aus- und Weiterbildungsmaßnahme erfolgt schriftlich über deinen zuständigen BfD-Berater. Wir empfehlen dir, hierfür ebenfalls einen persönlichen Termin zu vereinbaren, da Fragen direkt mit dem Berater geklärt werden können.

Folgende Informationen solltest du schon vor der Antragstellung einholen:

  1. Unterstützt mein Vorgesetzter das Vorhaben bzw. bin ich während der Unterrichtszeiten dienstlich abkömmlich (bei BfD-Maßnahmen während der Dienstzeit)?
  2. Erfülle ich die Zugangsvoraussetzungen bzw. passt der Abschluss zu meinen Karrierezielen nach der Bundeswehr?
  3. Welche Unterrichtsform (Vollzeit, Teilzeit, Fernstudium, E-Learning) wähle ich und wie lange dauert die gesamte Ausbildung?
  4. Welcher Bildungsanbieter erscheint mir am besten und wie lauten dessen Kontaktdaten?
  5. Wie hoch sind die gesamten Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren inkl. Mehrwertsteuer?
  6. In welchem Zeitraum findet die geplante Bildungsmaßnahme statt?
  7. Wie groß ist die Entfernung zwischen Wohnort und Ausbildungsort? (Reisekosten und Trennungsgeld werden nur bei Maßnahmen am Ende und nach der Dienstzeit erstattet.)


Auf keinen Fall sollte es sich bei der gewünschten Aus- und Weiterbildung um eine Maßnahme zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung oder um einen Einzelunterricht bzw. Einzelcoaching handeln. Auch Führerscheine werden nur in begründeten Fällen gefördert. Darüber hinaus darf der BfD immer nur Bildungsmaßnahmen unterstützen, die zum - vorher mit dem BfD-Berater abgestimmten - Wiedereingliederungsziel passen. Du kannst dir also z.B. keinen SAP-Kurs fördern lassen, wenn du nach der Bundeswehr als Maurermeister im Baugewerbe arbeiten möchtest. Allerdings lässt sich das ursprünglich festgelegte Berufs- und Eingliederungsziel nach Rücksprache mit dem BfD auch später noch problemlos ändern.

Ein Antrag auf BfD-Förderung kann übrigens auch nach dem offiziellen Beginn der Bildungsmaßnahme beim zuständigen BfD-Berater eingereicht werden. In diesem Fall kann jedoch nur eine anteilige Förderung ab Eingang des schriftlichen Antrags erfolgen.

Nein, eine "Barauszahlung" deiner finanziellen BfD-Ansprüche ist leider nicht möglich. Nicht in Anspruch genommene BfD-Gelder verfallen spätestens sechs Jahre nach dem Dienstzeitende.

Nein, ein Anbieter beruflicher Bildung muss nicht zwingend bestimmte Zertifizierungen, wie z.B. AZAV-Zertifizierung oder ZFU, nachweisen, damit die Förderung einer Maßnahme durch den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BfD) erfolgen kann. Externe Aus- und Weiterbildungen im Rahmen des BfD-Anspruchs kannst du daher bei allen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen oder auch Arbeitgebern durchführen. Allerdings darf der BfD keinen erheblichen Zweifel an der Qualität der geplanten Bildungsmaßnahme haben. In der Praxis ist das aber faktisch nie der Fall.

Einzige Ausnahme bilden schulische Bildungsmaßnahmen. Diese darfst du leider nur an einer Bundeswehrfachschule und nicht bei einem Bildungsunternehmen absolvieren. Unter gewissen Voraussetzungen sind hier zwar Ausnahmen möglich, nur solltest du dich nicht darauf verlassen.

In jedem Fall solltest du die in Frage kommenden Anbieter beruflicher Weiterbildung genau unter die Lupe nehmen und dich von der Qualität der angebotenen Aus- und Weiterbildung überzeugen. Welche Kriterien es hierbei zu beachten gibt, hat das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) in der Checkliste-Qualität beruflicher WEITERBILDUNG zusammengestellt.

Grundsätzlich hast du keinen direkten Anspruch auf Sonderurlaub. Allerdings kann dir dein Disziplinarvorgesetzter gem. ZDv A-1420/12 Nr. 341 Sonderurlaub für die Teilnahme an BfD-Maßnahmen während der Dienstzeit gewähren:

  • für SaZ 2 bis zu fünf Tagen während der gesamten Dienstzeit,
  • für länger dienende Zeitsoldaten jeweils bis zu fünf Tagen in den letzten beiden aktiven Dienstjahren als Zeitsoldat und
  • für SaZ 4 aufwärts zusätzlich bis zu zehn Tage in den letzten beiden aktiven Dienstjahren als Zeitsoldat, wenn keine zivil verwertbare Qualifikation während der Dienstzeit erreicht wurde. Aber nur zur Teilnahme an internen Maßnahmen des Berufsförderungsdienstes und der Bundeswehrfachschulen.

In der Regel wird dir der Disziplinarvorgesetze für die BfD-Teilnahme keine Steine in den Weg legen. Er kann dir den Sonderurlaub aber nur genehmigen, wenn du im anvisierten Zeitraum dienstlich abkömmlich bist. Informiere ihn daher frühzeitig über eine geplante Aus- und Weiterbildung während der Dienstzeit im Rahmen deines Berufsförderungsanspruchs.

Interne BfD-Maßnahmen

Umfassen alle Aus- und Weiterbildungen, Vorträge und Seminare, die dir der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr im Rahmen eines eigenen Maßnahmen-Kataloges - im Schwerpunkt während der Dienstzeit - anbietet. Diese Maßnahmen werden unter Federführung des BfD meist in Kooperation mit ausgewählten Bildungsunternehmen durchgeführt. Die Teilnahme ist für dich grundsätzlich kostenfrei. Allerdings decken die Angebote des BfD nur einen gewissen Teil der Weiterbildungsmöglichkeiten ab und sind nicht an allen Standorten im gleichen Umfang verfügbar.

Im Rahmen freier Kapazitäten kannst du an internen Maßnahmen auch noch innerhalb von bis zu sechs Jahren nach deinem Dienstzeitende kostenfrei teilnehmen. Entsprechende Anträge für eine interne Maßnahme müssen schriftlich beim zuständigen BfD-Berater eingereicht werden.

Das aktuelle Angebot an internen BFD-Maßnahmen findest du online auf dem Internetauftritt des Berufsförderungsdienstes bzw. im Katalog interner BfD-Maßnahmen oder speziell für Offiziere im Seminarprogramm für Offiziere auf Zeit.

Externe BfD-Maßnahmen

Umfassen sämtliche Aus- und Weiterbildungsangebote von Bildungsunternehmen und Arbeitgebern, an denen du während (wenn BfD keine vergleichbare Aus- und Weiterbildung als interne Maßnahme am Standort anbietet) oder am Ende und nach der Dienstzeit teilnehmen kannst. In der Regel kannst du dir den Anbieter der angestrebten Bildungsmaßnahme frei auswählen.

Deine Teilnahme an externen Maßnahmen muss durch den Berufsförderungsdienst bewilligt werden. Dazu musst du bestimmte Informationen wie Preis, Starttermin, Durchführungsort etc. beim Bildungsträger einholen und mit einem entsprechenden Förderantrag schriftlich beim BfD-Berater einreichen. Dieser entscheidet dann auf Basis deines individuellen Förderungsplans, der noch verfügbaren BfD-Ansprüche sowie den rechtlichen Förderungsbestimmungen über eine Bewilligung. Die Lehrgangsgebühren werden voll auf deinen BfD-Anspruch angerechnet.

Bei der Übernahme von Kosten durch den Berufsförderungsdienst kommt es auf deine Wiedereingliederungssituation an. So gelten für die Förderung von Bildungsmaßnahmen während der Dienstzeit bzw. am Ende und nach der Dienstzeit in Teilen abweichende Regeln.

Während der Dienstzeit

Bei externen BfD-Maßnahmen übernimmt der BfD die gesamten Lehrgangsgebühren der bewilligten Bildungsmaßnahme bis zur Höhe des jeweiligen Kostenrichtwertes bzw. Höchstbetrages. Sofern du eine interne Maßnahme absolvieren möchtest, werden dir keine Kosten in Rechnung gestellt.

Grundsätzlich musst du bei Aus- und Weiterbildungen zunächst in Vorleistung gehen und bekommst die Kosten nach Abschluss der Maßnahme vom BfD zurückerstattet. Bei höheren Rechnungsbeträgen oder langen Bildungsmaßnahmen solltest du deinen BfD-Berater über die Möglichkeit von Abschlagszahlungen bzw. mit dem Bildungsanbieter über eine eventuelle Ratenzahlung sprechen.

Für Lernmittel und Verbrauchsmaterial kannst du halbjährlich eine Lernmittelpauschale beantragen, die dir unabhängig von den tatsächlich angefallenen Kosten ausbezahlt wird. Damit werden auch sämtliche Aufwendungen für die Anschaffung von Taschenrechnern, PC oder Laptop etc. abgegolten. Für die Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme werden keine Reisekosten, Trennungsgelder und Übernachtungskosten übernommen.

Am Ende bzw. nach der Dienstzeit

Bei externen BfD-Maßnahmen übernimmt der BfD die gesamten Lehrgangsgebühren bis zur Höhe deiner verfügbaren Kostenrichtwerte bzw. Höchstbeträge. Die Teilnahme an internen Maßnahmen nach dem Dienstzeitende ist für dich ohne Kosten verbunden.

Für Aus- und Weiterbildungen musst du zunächst finanziell in Vorleistung gehen und bekommst die Kosten nach Abschluss der Maßnahme vom BfD zurückerstattet. Bei höheren Rechnungsbeträgen oder langen Bildungsmaßnahmen solltest du deinen BfD-Berater unbedingt nach der Möglichkeit einer Direktabrechnung fragen oder mit dem Bildungsanbieter eine eventuelle Ratenzahlung vereinbaren.

Deine Reisekosten, Trennungsgelder, Übernachtungskosten sowie ggf. ein Zuschuss deine Umzugsauslagen, können ohne Anrechnung auf die Kostenhöchstgrenze bzw. Höchtbeträge nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen übernommen werden. Für die Abrechnung ist der BfD verantwortlich. Darüber hinaus kannst du für Lernmittel und Verbrauchsmaterial pro Halbjahr eine Lernmittelpauschale beantragen, die dir unabhängig von den tatsächlich angefallenen Kosten ausbezahlt wird.

Ja, die Förderung schulischer und beruflicher Bildung durch den BfD kann bis zu sechs Jahre nach deinem Dienstzeitende erfolgen. Danach verfallen nicht genutzte Gelder deines BfD-Budgets.

Die Eingliederungshilfen des Berufsförderungsdienstes (z.B. Einarbeitungszuschuss) kannst du allerdings bis zu sieben Jahre nach dem Ende deiner Dienstzeit in Anspruch nehmen.

Ja, auf dem offiziellen Internetauftritt des Berufsförderungsdienstes findest du eine Vielzahl an Formularen wie z.B.: Anträge für die Erstattung von Reisekosten oder Trennungsgeld durch den BfD, Anträge für die Förderung einer BfD-Maßnahme, Anträge für die Erteilung eines E-Scheines bzw. Z-Scheines u.v.m. zum Download.

Leider gibt es nur wenige Bücher, die sich mit dem Thema Dienstzeitende und Berufsförderung beschäftigen. Das folgende Buch können wir dir aber sehr empfehlen, da es zahlreiche Fragen rund um die Wiedereingliederung von Zeitsoldaten beantwortet.

Autor: Markus Krämer
ISBN: 978-3-8029-6265-3

Erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Berufsförderung ist natürlich der Berufsförderungsdienst. Denn nur der BfD kann dir verbindliche Auskünfte erteilen. Vereinbare hierzu einfach einen Termin mit deinem zuständigen BfD-Berater.

Sofern du Mitglied im Deutschen BundeswehrVerband (DBwV) bist, kannst du dich - insbesondere in Rechtsfragen - auch direkt an das zuständige Referat R 6: Angelegenheiten der Soldaten auf Zeit, Reservisten und FWDL beim DBwV wenden.

Dienstzeitversorgung ehemaliger Soldaten

Im Rahmen der Dienstzeitversorgung erhältst du als Zeitsoldat nach Ablauf deiner Dienstzeit finanzielle Leistungen von der Bundeswehr, deren Umfang von deiner tatsächlich abgeleisteten Dienstzeit abhängt. Im Wesentlichen umfasst die Dienstzeitversorgung die Zahlung von:

  1. monatlichen Übergangsgebührnissen nach § 11 SVG, oder
  2. Ausgleichsbezügen nach § 11a SVG sowie
  3. einer einmaligen Übergangsbeihilfe (Abfindung) nach § 12 SVG.

Zweck der Dienstzeitversorgung ist es, dir das Halten deines bisher gewohnten Lebensstandards während der Wiedereingliederungsphase in das zivile Berufsleben und besonders im Zeitraum von Aus- bzw. Weiterbildungen zu ermöglichen.

1. Übergangsgebührnisse nach § 11 SVG

Als SaZ mit einer Dienstzeit von mindestens vier Jahren erhältst du nach deiner Entlassung - aufgrund des Ablaufs der Verpflichtungszeit oder einer Dienstunfähigkeit - monatliche Übergangsgebührnisse durch die Bundeswehr. Die Zahlung beginnt in dem Monat, der dem Dienstzeitende folgt und beträgt je nach deiner persönlichen Eingliederungssituation zwischen 75 Prozent und 100 Prozent der Brutto-Dienstbezüge (inkl. Stellenzulagen und Familienzuschlag Stufe I) des letzten Dienstmonats als Soldat. Die Zahlungsdauer der Übergangsgebührnisse ist abhängig von deiner geleisteten Dienstzeit und liegt zwischen sieben und 60 Monate. Sofern bestimmte Minderungsgründe vorliegen, kann sich die Dauer der Übergangsgebührnisse aber entsprechend verkürzen.

Während der Phase der Übergangsgebührnisse kannst du vom neuen Arbeitgeber problemlos ein Erwerbseinkommen bekommen. Es führt zu keinerlei Abzügen. Solltest du allerdings ein Gehalt aus dem Bereich des öffentlichen Dienstes beziehen, so kommt die Ruhensregelung zum Tragen, die zu gewissen Kürzungen führen wird. Auch ein Bildungseinkommen (z.B. Azubi-Gehalt) während einer geförderten Aus- und Weiterbildung in Vollzeit kann zur Minderung der Übergangsgebührnisse führen.

Die Übergangsgebührnisse müssen von dir nicht gesondert beantragt werden. Sie werden - wie Deine früheren Dienstbezüge - versteuert und vom Bundesverwaltungsamt (BVA) monatlich auf dein Konto überwiesen. Zur Vermeidung von Nachteilen während deiner Wiedereingliederung kann der Bezugszeitraum aufgeschoben bzw. unterbrochen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine Kapitalisierung der Übergangsgebührnisse erfolgen.

Mit unserem DZE-Online-Rechner erhältst du eine erste Orientierungshilfe über die monatliche Auszahlungshöhe deiner Übergangsgebührnisse ohne Berücksichtigung von Minderungsgründen.

2. Ausgleichsbezüge nach § 11a SVG

Bei Verwendung eines Eingliederungsscheins und nach Ernennung zum Beamten bzw. Beamten auf Widerruf, bekommst du für maximal zehn Jahre an Stelle von Übergangsgebührnissen sogenannte Ausgleichsbezüge gezahlt. Diese sind dazu gedacht, dass du dich beim Wechsel in den öffentlichen Dienst finanziell nicht verschlechterst und deinen aktuellen Gehaltsstandard beibehalten kannst.

Die Höhe der Ausgleichsbezüge ist die Differenz zwischen dem Grundgehalt deiner letzten Brutto-Dienstbezüge als Zeitsoldat und deinen Brutto-Dienstbezügen als Beamter bzw. Anwärterbezügen als Beamter auf Widerruf.

3. Übergangsbeihilfe (Abfindung) nach § 11a SVG


Als SaZ mit einer Dienstzeit von mehr als sechs Monaten, erhältst du nach deiner Entlassung - aufgrund des Ablaufs der Verpflichtungszeit oder einer Dienstunfähigkeit - eine Übergangsbeihilfe durch die Bundeswehr als Einmalabfindung ausbezahlt. Die Höhe der Übergangsbeihilfe beträgt für SaZ, die nicht Inhaber eines Eingliederungs- oder Zulassungsscheines sind, je nach geleisteter Dienstzeit zwischen dem 1,5-fachen und 12-fachen der letzten Brutto-Dienstbezüge als SaZ.

Die Übergangsbeihilfe muss nicht beantragt werden und wird i.d.R. durch das BVA zusammen mit deinen ersten Übergangsgebührnissen in einer Summe auf dein Konto überwiesen. Die Übergangsbeihilfe wird leider voll versteuert. Nur bei Zeitsoldaten, deren Dienstverhältnis bereits vor dem 1. Januar 2006 begründet wurde, wird noch ein Steuerfreibetrag in Höhe von 10.800,00 € bei der Berechnung der Übergangsbeihilfe berücksichtigt.

Mit dem DZE-Online-Rechner bekommst du eine Orientierungshilfe über die Auszahlungshöhe deiner Übergangsbeihilfe als Zeitsoldat.

Für die Frage nach Dauer und Höhe der Übergangsgebührnisse ist es zunächst entscheidend, ob du SaZ "alter" Art oder SaZ "neuer" Art bist.

Für Soldaten "alter" Art gilt

Die Höhe der Übergangsgebührnisse beträgt grundsätzlich 75 Prozent deiner Brutto-Dienstbezüge des letzten Dienstmonats als Zeitsoldat. Übergangsgebührnisse werden entsprechend deiner Lohnsteuerklasse versteuert. Amts- und Stellenzulagen sowie der Familienzuschlag (maximal Stufe I) werden durch das BVA bei der Berechnung mit berücksichtigt.

Für die Dauer einer durch den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BfD) geförderten Aus- und Weiterbildung in Vollzeitform, erhöhen sich deine Übergangsgebührnisse auf 90 Prozent deiner letzten Dienstbezüge. Vollzeit im Sinne der Berufsförderung bedeutet, dass die Aus- und Weiterbildung wöchentlich an vier Tagen mind. 25 Unterrichtsstunden (mit jeweils mind. 45 Minuten) deiner Arbeitskraft in Anspruch nimmt.

Beziehst du neben deinen Übergangsgebührnissen ein zusätzliches Einkommen aus einer geförderten Bildungsmaßnahme (z.B. Ausbildungsvergütung), das die Hinzuverdienstgrenze (etwa 15 Prozent deiner letzten Brutto-Dienstbezüge als SaZ) übersteigt, so vermindern sich deine Übergangsgebührnisse um pauschal 15 Prozent. In dem Fall würdest du entsprechend auf 75 Prozent Übergangsgebührnisse zurückfallen.

Ein zusätzliches Erwerbseinkommen (z.B. Lohn, Gehalt), dass nicht aus einer Beschäftigung im öffentlichen Dienst stammt, führt hingegen zu keiner Verminderung der Übergangsgebührnisse. Du kannst also nach der Dienstzeit beliebig viel Einkommen bei deinem neuen Arbeitgeber hinzuverdienen. Solltest du eine Beschäftigung bei einem öffentlichen Träger aufnehmen, dann kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit die s.g. Ruhensregelung zum Tragen. Diese führt meist zu Kürzungen der Übergangsgebührnisse um einen gewissen Betrag.

Der Zeitraum der Übergangsgebührnisse ist abhängig von deiner aktiv abgeleisteten Dienstzeit als Soldat auf Zeit. Sofern bestimmte Minderungsgründe vorliegen, kann sich der Bezugszeitraum aber entsprechend verkürzen. Die genaue Dauer der Übergangsgebührnisse nach DZE - ohne Berücksichtigung von Minderungen - kannst du der folgender Tabelle entnehmen:


SaZ-Status Übergangsgebührnisse nach Dienstzeitende
SaZ 4 < SaZ 6
bis zu 7 Monate
SaZ 6 < SaZ 8
bis zu 12 Monate
SaZ 8 < SaZ 12
bis zu 21 Monate
SaZ 12 und mehr
bis zu 36 Monate
Offz m. Bw-Studium < SaZ 12
bis zu 12 Monate
Offz m. Bw-Studium > SaZ 12
bis zu 24 Monate


Mit unserem DZE-Online-Rechner erhältst du eine erste Orientierungshilfe über die monatliche Auszahlungshöhe deiner Übergangsgebührnisse ohne Berücksichtigung von Minderungsgründen.


Für Soldaten "neuer" Art gilt


Die Höhe deiner Übergangsgebührnisse beträgt grundsätzlich 75 Prozent deiner letzten Brutto-Dienstbezüge als Zeitsoldat. Übergangsgebührnisse müssen entsprechend deiner Lohnsteuerklasse versteuert werden. Bei der Berechnung berücksichtigt das Bundesverwaltungsamt (BVA) deine Amts- und Stellenzulagen sowie den Familienzuschlag (bis maximal zur Stufe I).

Für die Dauer einer durch den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BfD) geförderten Aus- und Weiterbildung in Vollzeitform, wird dir auf Antrag ein Bildungszuschuss in Höhe von 25 Prozent deiner letzten Dienstbezüge gewährt. Dadurch erhöhen sich deine Übergangsgebührnisse auf 100 Prozent deiner letzten Dienstbezüge als Zeitsoldat. Vollzeit im Sinne der Berufsförderung bedeutet, dass die Aus- und Weiterbildung wöchentlich an vier Tagen mind. 25 Unterrichtsstunden (mit jeweils mind. 45 Minuten) deiner Arbeitskraft in Anspruch nimmt.

Beziehst du neben den Übergangsgebührnissen ein zusätzliches Einkommen aus einer geförderten Bildungsmaßnahme (z.B. Ausbildungsvergütung), so wird das Einkommen voll auf den Bildungszuschuss - bis maximal zu dessen Höhe - angerechnet. Im schlechtesten Fall bleiben dir jedoch 75 Prozent Übergangsgebührnisse übrig.

Ein zusätzliches Erwerbseinkommen (z.B. Lohn, Gehalt), dass nicht aus einer Beschäftigung im öffentlichen Dienst stammt, führt hingegen zu keiner Verminderung der Übergangsgebührnisse. Du kannst also nach der Dienstzeit beliebig viel Einkommen bei deinem neuen Arbeitgeber hinzuverdienen. Solltest du eine Beschäftigung bei einem öffentlichen Träger aufnehmen, dann kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit die s.g. Ruhensregelung zum Tragen. Diese führt meist zu Kürzungen der Übergangsgebührnisse um einen gewissen Betrag.

Der Zeitraum der Übergangsgebührnisse ist abhängig von deiner aktiv abgeleisteten Dienstzeit als Soldat auf Zeit. Sofern bestimmte Minderungsgründe vorliegen, kann sich der Bezugszeitraum aber entsprechend verkürzen. Die genaue Dauer der Übergangsgebührnisse nach DZE - ohne Berücksichtigung von Minderungen - kannst du der folgender Tabelle entnehmen:

SaZ-Status
Übergangsgebührnisse nach Dienstzeitende
SaZ 4 < SaZ 5 bis zu 12 Monate
SaZ 5 < SaZ 6 bis zu 18 Monate
SaZ 6 < SaZ 7 bis zu 24 Monate
SaZ 7 < SaZ 8 bis zu 30 Monate
SaZ 8 < SaZ 9 bis zu 36 Monate
SaZ 9 < SaZ 10
bis zu 42 Monate
SaZ 10 < SaZ 11 bis zu 48 Monate
SaZ 11 < SaZ 12 bis zu 54 Monate
SaZ 12 und mehr bis zu 60 Monate
Offz m. Bw-Studium < SaZ 12 bis zu 12 Monate
Offz m. Bw-Studium > SaZ 12 bis zu 24 Monate


Mit unserem DZE-Online-Rechner erhältst du eine erste Orientierungshilfe über die monatliche Auszahlungshöhe deiner Übergangsgebührnisse ohne Berücksichtigung von Minderungsgründen.

Für die Frage nach der Höhe deiner Übergangsbeihilfe ist es zunächst entscheidend, ob du SaZ "alter" Art oder SaZ "neuer" Art bist.

Für Soldaten "alter" Art gilt

Die Höhe deiner Übergangsbeihilfe (Abfindung) beträgt ein x-faches deiner letzten Brutto-Dienstbezüge als SaZ und wird i.d.R. zusammen mit deinem letzten Gehalt durch die Bundesverwaltungsamt (BVA) überwiesen. Sofern du bereits vor dem Stichtag 1. Januar 2006 Soldat warst, erhältst du die Übergangsbeihilfe unter Berücksichtigung eines Steuerfreibetrages in Höhe von 10.800,00 € ausbezahlt. Wenn du erst nach dem 1. Januar 2006 in die Bundeswehr eingezogen wurdest, dann musst du die Übergangsbeihilfe leider voll versteuern.

Den Faktor zur Berechnung deiner Übergangsbeihilfe nach DZE kannst du der folgenden Tabelle entnehmen:

SaZ-Status Übergangsbeihilfe nach Dienstzeitende
< 18 Monate 1,5-fache der letzten Dienstbezüge
18 Monate < SaZ 2 1,8-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 2 < SaZ 4 2-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 4 < SaZ 8 4-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 8 < SaZ 20 6-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 20 und mehr 8-fache der letzten Dienstbezüge


Mit dem DZE-Online-Rechner bekommst du eine Orientierungshilfe über die Auszahlungshöhe deiner Übergangsbeihilfe ohne Berücksichtigung von Minderungsgründen.


Für Soldaten "neuer" Art gilt

Die Höhe deiner Übergangsbeihilfe (Abfindung) beträgt ein x-faches deiner letzten Brutto-Dienstbezüge als SaZ und wird i.d.R. zusammen mit deinem letzten Gehalt durch die Bundesverwaltungsamt (BVA) überwiesen. Sofern du bereits vor dem Stichtag 1. Januar 2006 Soldat warst, erhältst du die Übergangsbeihilfe unter Berücksichtigung eines Steuerfreibetrages in Höhe von 10.800,00 € ausbezahlt. Wenn du erst nach dem 1. Januar 2006 in die Bundeswehr eingezogen wurdest, dann musst du die Übergangsbeihilfe leider voll versteuern.

Den Faktor zur Berechnung deiner Übergangsbeihilfe nach DZE kannst du der folgenden Tabelle entnehmen:

Dienstzeit Übergangsbeihilfe nach Dienstzeitende
< 18 Monate 1,5-fache der letzten Dienstbezüge
18 Monate < SaZ 2 1,8-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 2 < SaZ 4 2-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 4 < SaZ 5 4-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 5 < SaZ 6 4,5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 6 < SaZ 7 5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 7 < SaZ 8 5,5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 8 < SaZ 9 6-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 9 < SaZ 10 6,5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 10 < SaZ 11 7-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 11 < SaZ 12 7,5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 12 < SaZ 13 8-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 13 < SaZ 14 8,5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 14 < SaZ 15 9-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 15 < SaZ 16 9,5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 16 < SaZ 17 10-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 17 < SaZ 18 10,5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 18 < SaZ 19 11-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 19 < SaZ 20 11,5-fache der letzten Dienstbezüge
SaZ 20 und mehr
12-fache der letzten Dienstbezüge

Mit dem DZE-Online-Rechner bekommst du eine Orientierungshilfe über die Auszahlungshöhe deiner Übergangsbeihilfe ohne Berücksichtigung von Minderungsgründen.

Ja. Du bist rechtlich dazu verpflichtet, bis zum Ende der Übergangsgebührnisse jede Einkommensänderung unverzüglich und schriftlich deinem zuständigen Bundesverwaltungsamt (BVA) mitzuteilen. Selbst wenn bei dir keine Kürzungen zum Tragen kommen und du i.d.R. beliebig viel Erwerbseinkommen hinzuverdienen kannst, möchte das BVA über Änderungen der Einkommenssituation informiert bleiben.

Den richtigen Ansprechpartner findest du oben rechts auf deinen Gehaltsmitteilungen. Zu viel erhaltene Bezüge infolge unterlassender, verspäteter oder fehlerhafter Meldung, sind von dir in voller Höhe zu erstatten.

Leider gibt es nur wenige Bücher, die sich mit dem Thema Dienstzeitende oder Dienstzeitversorgung nach der Bundeswehr beschäftigen. Das folgende Buch können wir dir aber sehr empfehlen, da es zahlreiche Fragen rund um das Thema Übergangsgebührnisse und Übergangsbeihilfen von Zeitsoldaten beantwortet.

Autor: Markus Krämer
ISBN: 978-3-8029-6265-3

Erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Dienstzeitversorgung ist dein Bezüge-Bearbeiter beim Bundesverwaltungsamt (BVA). Denn nur das BVA kann dir verbindliche Auskünfte über die Höhe deiner Bezüge bzw. Versorgungsleistungen erteilen. Den zuständigen Sachbearbeiter findest du oben rechts auf deiner letzten Gehaltsmitteilung.

Grundlegende Fragen zum Thema Versorgungsansprüche kann dir sicher auch das Standort-Team vom Sozialdienst der Bundeswehr geben. Sprich hierzu am besten mit deinem Spieß bzw. Innendienstfeldwebel etc.

Sofern du Mitglied im Deutschen BundeswehrVerband (DBwV) bist, kannst du dich - insbesondere in Rechtsfragen - auch direkt an das zuständige Referat R 6: Angelegenheiten der Soldaten auf Zeit, Reservisten und FWDL beim DBwV wenden.

Dienstzeitverkürzung als Zeitsoldat

Als Soldat auf Zeit hast du leider kein spezielles Recht auf Kündigung etc. Ein Ausscheiden vor Ablauf deiner festgesetzten Dienstzeit ist auf eigenen Wunsch normalerweise nur in zwei Fällen möglich:

Im Rahmen der „Härtefallregelung"

Du kannst die Dienstzeit als SaZ nach § 55 Abs. 3 Soldatengesetz (SG) auf eigenen Antrag verkürzen, wenn dein Verbleib im Dienst wegen persönlicher, insbesondere häuslicher, beruflicher oder wirtschaftlicher, Gründe eine besondere Härte für dich bedeuten würde.

Eine besondere Härte liegt aber gewöhnlich nur dann vor, wenn sich deine persönlichen Lebensumstände plötzlich auf außergewöhnlich starker Weise und schicksalshaft verändert haben, so dass dein Verbleib in der Bundeswehr nicht mehr möglich ist. Das ist z.B. der Fall, wenn der elterliche Betrieb nach dem Tod deiner Eltern in der Existenz bedroht ist oder ein nahestehende Angehöriger sehr intensiv von dir gepflegt werden muss und diese Aufgabe von keinem anderen Familienmitglied übernommen werden kann.

Im Rahmen eines „dienstlichen Interesses"

Nach den Bestimmungen des § 40 Abs. 7 SG kann deine Dienstzeit als Zeitsoldat auf eigenen Antrag verkürzt werden, wenn dies im dienstlichen Interesse seitens der Bundeswehr liegt. Dabei soll die verkürzte Dienstzeit auch die zur Durchführung der Berufsförderung notwendige Zeit der Freistellung vom militärischen Dienst umfassen.

Das dienstliche Interesse an einer Verkürzung der Dienstzeit muss jedoch zwingend von deiner personalbearbeitenden Stelle (also dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr) bekundet werden. Sofern du über eine sogenannten "Mangel-ATN" verfügst oder in deinem Verwendungsbereich zahlreiche Vakanzen vorhanden sind, ist ein dienstliches Interesse aber in der Regel ausgeschlossen. Mit Blick auf die zahlreichen unbesetzten Dienstposten und dem weiteren Aufwuchs der Bundeswehr stehen die Chancen auf eine Verkürzung der Dienstzeit im Rahmen des § 40 Abs. 7 SG aktuell sehr schlecht. Daher solltest du vorher unbedingt mit deinem „Spieß" bzw. dem zuständigen Personalbearbeiter oder Personalführer Verbindung aufnehmen. Nur diese können dir eine verbindliche Auskunft über die Erfolgsaussichten einer Dienstverkürzung geben.

Ist die Dienstzeit im Rahmen deiner militärischen Ausbildung mit einem erfolgreich abgeschlossenem Studium oder einer erfolgreichen Fachausbildung verbunden, so besteht ein dienstliches Interesse grundsätzlich nur dann, wenn zwischen dem Abschluss der Ausbildung und der Beendigung des Dienstverhältnisses bzw. dem Freistellungsanspruch noch mindestens drei Jahre Verwendung liegen. Ausnahmen davon sind z.B. nur bei Wegfall des Dienstpostens oder fehlenden Weiterverwendungsmöglichkeiten möglich.


Diese Bewertung ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Eine Möglichkeit kann darin liegen, dass du im Zuge der Restrukturierung der Bundeswehr in deinem Dienstbereich bzw. Deiner Ausbildungs- und Verwendungsreihe (AVR) nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden kannst und strukturelle oder sonstige Gründe einem Verwendungswechsel entgegenstehen. Aus Sicht deiner personalbearbeitenden Stelle - also dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr - darf kein Interesse mehr an einer neuen Ausbildung bzw. einer Weiterbeschäftigung bestehen.

Ein dienstliches Interesse lag während der Neuausrichtung der Bundeswehr häufig beim Wegfall des Dienstpostens im Rahmen der Auflösungen eines Verbandes bzw. bei der Umstrukturierung der Truppengattung, Teilstreitkraft o.ä. vor. Es gab auch Fälle, wo die für eine militärische Verwendung bestimmende Qualifikation eines Soldaten nicht mehr benötigt wurde oder ein personelle Überhänge in den Geburtsjahrgängen bestanden. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren aber grundlegend geändert.

Wegen der vielen unbesetzten Dienstposten sowie angestrebten Vergrößerung der Bundeswehr wird ein dienstliches Interesse inzwischen fast nicht mehr festgestellt. Die meisten Anträge auf Dienstzeitverkürzung werden deshalb abgelehnt. Die besten Chancen hast du, wenn du "nur" um ein bis zwei Monate verkürzen willst, um dadurch früher mit deiner BfD-Förderung beginnen zu können oder einen Jobwechsel besser realisieren zu können.

Wenn deine militärische Ausbildung mit einem erfolgreich abgeschlossenem Studium oder einer erfolgreich absolvierten Fachausbildung verbunden war, so kann ein dienstliches Interesse grundsätzlich nur dann bestehen, wenn zwischen dem Abschluss deiner Ausbildung und der Beendigung deines Dienstverhältnisses bzw. deiner Freistellung vom Dienst noch mindestens drei Jahre liegen. In begründeten Einzelfällen, wie beim Wegfall des Dienstpostens oder bei fehlender Verwendungsmöglichkeit, können von der personalbearbeitenden Stelle aber Ausnahmen bewilligt werden. Zudem solltest du darauf achten, dass zwischen deinem Antrag auf Dienstzeitverkürzung und dem angestrebten Entlassungsdatum bzw. dem Beginn der Freistellung nicht mehr als zwei Jahre liegen.

Nach einer Verkürzung der Dienstzeit stehen dir nur noch die Ansprüche auf BfD-Förderung und Dienstzeitversorgung zu, welche für deine neu festgesetzte Dienstzeit als Zeitsoldat gelten. Dabei wird ausschließlich die bis zur Entlassung aktiv abgeleistete Dienstzeit in den Streitkräften berücksichtigt.

Wegen den stufenweise aufgebauten Ansprüchen auf Berufsförderung, Übergangsgebührnisse und Übergangsbeihilfen (Abfindung) kann es speziell bei SaZ "alter" Art zu sehr starken Minderungen kommen. Denn verkürzt du als SaZ 12 "alter" Art deine Dienstzeit auch nur um einen Monat, so fällst du auf die gleiche Stufe wie ein SaZ 8 zurück. Statt 60 Monate Förderungsdauer stehen dir dann gerade mal noch 36 Monate zur Verfügung. Dein Anspruch auf einen Eingliederungs- oder Zulassungsschein erlischt sogar komplett.

Als SaZ "neuer" Art wirst du von den Kürzungen der BfD-Ansprüche und bei der Dienstzeitversorgung nicht ganz so hart getroffen, da deine Ansprüche pro abgeleistetes Dienstjahr linear ansteigen. Damit fällst du bei einer Dienstzeitverkürzung meist nicht ganz so stark zurück.

Ansprechpartner Nr. 1 für Fragen rund um die Verkürzung deiner Dienstzeit als Zeitsoldat ist (abhängig vom Dienstgrad) dein Kompaniefeldwebel bzw. Batterie- oder Staffelfeldwebel bzw. entsprechend. Ansonsten kann dir auch der zuständige Personalfeldwebel bzw. Personaloffizier oder Personalführer im Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) weiterhelfen.


Über deinen Antrag auf Dienstzeitverkürzung entscheidet die zuständige personalbearbeitende Stelle. Das ist bei Mannschaftsdienstgraden, Unteroffizieren o.P. und Unteroffizieren m.P. sowie Offizieren bis auf ganz wenige Ausnahmen das Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw). Dein Disziplinarvorgesetzter kann zwar im Rahmen seiner Stellungnahme eine Empfehlung abgeben, jedoch kann sich dein zuständiger Personalführer darüber hinwegsetzen. Denn die Entscheidungsbefugnis liegt ganz bei ihm.

Eingliederungsschein (E-Schein) und Zulassungsschein (Z-Schein)

E-Schein und Z-Schein sind Bestandteil der Eingliederungsmaßnahmen des Berufsförderungdienstes der Bundeswehr (BfD). Es handelt sich hierbei um schriftlich erteile Berechtigungen, mit denen du dich auf sogenannte vorbehaltene Stellen im öffentlichen Dienst bewerben kannst. Dadurch können sich deine Übernahmechancen als Beamter in den öffentlichen Dienst nach der Bundeswehr maßgeblich erhöhen.

Für ehemalige Zeitsoldaten, die Inhaber eines Eingliederungs- oder Zulassungsscheines sind, wird eine bestimmte Anzahl an Stellen im öffentlichen Dienst vorbehalten. Auf diese Stellen können sich ausschließlich E- oder Z-Scheininhaber bewerben. Für dich hat dies den entscheidenden Vorteil, dass du im Zuge des Auswahlverfahren nicht mit zivilen Bewerbern, sondern "nur" mit anderen Zeitsoldaten messen musst. Schließlich sind alle Mitbewerber auf solche Stellen ebenfalls ehemalige SaZ.

Die Anzahl der vorbehaltenen Stellen gliedert sich wie folgt:

  • jede sechste Beamtenanwärterstelle im einfachen und mittleren Dienst,
  • jede neunte Beamtenanwärterstelle im gehobenen Dienst und
  • jede zehnte Angestelltenstelle.

Du kannst dich aber nicht direkt auf eine bestimmte Vorbehaltsstelle bzw. bei der gewünschten Behörde bewerben. Je nach deinen persönlichen Voraussetzungen sowie deinen angestrebten Berufszielen, erfolgt eine Auswahl und Zuweisung geeigneter Stellen über die so genannte Vormerkstelle. Das sind spezielle Dienststellen des Bundes sowie der jeweiligen Länder, die die weitere Verteilung geeigneter Bewerber auf die zu besetzenden Stellen in den Einstellungsbehörden vornehmen und das weitere Auswahlverfahren steuern. Dabei sind deine schulischen und beruflichen Qualifikationen, deine Berufserfahrung sowie für die Stelle geltenden beamtenrechtlichen und dienstordnungsmäßigen Voraussetzungen maßgeblich für den Auswahlprozess.

Eine Bewerbung auf vorbehaltene Stellen im öffentlichen Dienst sollte von dir spätestens 12 Monate vor dem geplanten Einstellungstermin bei der zuständigen Vormerkstelle eingereicht werden.

Wichtig: Du hast keinen Anspruch auf eine Einstellung in eine bestimmte Behörde. Ausgenommen vom Stellenvorbehalt für Zeitsoldaten der Bundeswehr sind zudem Stellen im höheren Dienst, im Polizeivollzugsdienst, im Schuldienst, Stellen des Deutschen Roten Kreuzes in Bayern und Stellen bei Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern.

Nach Ablauf deines Dienstverhältnisses als Zeitsoldat von zwölf und mehr Jahren erhältst du Anspruch auf einen Eingliederungs- oder Zulassungsschein.

Sofern du aufgrund einer Dienstunfähigkeit entlassen wurdest, so hast du Anspruch auf einen E- oder Z-Schein, wenn deine Dienstzeit vor Eintritt der Dienstunfähigkeit auf 12 oder mehr Jahre festgesetzt wurde und du davon mindestens vier Dienstjahre abgeleistet hast. Dein Anspruch erlischt nicht, wenn die Dienstzeit aufgrund einer Ausbildung zunächst nur für einen kürzeren Zeitraum festgesetzt wurde.

Als Wiedereinsteller hast du auf einen Eingliederungsschein allerdings nur Anspruch, wenn dir nach Ablauf deines früheren Dienstverhältnisses keine Übergangsgebührnisse zugestanden haben oder das frühere Dienstverhältnis nach 12 oder mehr Jahren geendet hat.

Den Eingliederungs- oder Zulassungsschein musst du über den zuständigen BfD-Berater beantragen. Aber Vorsicht, beide Scheine können dir nur bis zu deinem DZE erteilt werden. Beantrage den gewünschten Schein also rechtzeitig vor dem Ende der Dienstzeit. Solltest du die Scheine im Zuge der Wiedereingliederung nicht mehr benötigen, so kannst du sie innerhalb von 8 Jahren nach dem Dienstzeitende jederzeit zurückgeben.

Du erhältst durch den BfD zunächst eine Bestätigung über deinen Anspruch auf einen E-Schein bzw. Z-Schein. Das "Original" des E- bzw. Z-Scheines bekommst du spätestens am Tag deines Dienstzeitendes.

Bereits mit der Bestätigung des BfD kannst du dich über deinen BfD-Berater bei der Vormerkstelle des Bundes oder einer Vormerkstelle der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein oder Thüringen für die Übernahme in den öffentlichen Dienst nach der Bundeswehr bewerben. Die entsprechenden Bewerbungsunterlagen solltest du bis spätestens 12 Monate vor dem geplanten Einstellungstermin bei der zuständigen Vormerkstelle einreichen.

Bitte beachte, dass beide Scheine keine Garantie für eine Übernahme in den öffentlichen Dienst darstellen und du dich nicht direkt bei der gewünschten Behörde bzw. Dienststelle bewerben kannst. Du musst den "Umweg" über die Vormerkstellen gehen. Darüber hinaus musst du auch die jeweiligen Einstellungsvoraussetzungen der gewünschten Stelle erfüllen und i.d.R. an einem Auswahlverfahren teilnehmen. Erst nachdem die entsprechende Behörde deine Eignung festgestellt hat, wirst du von der Vormerkstelle der Behörde als Bewerber zugewiesen.

Wenn du dich für den Eingliederungsschein entscheidest:

  • kannst du deine Dienstzeit in der Bundeswehr bis zur Ernennung zum Beamten verlängern (bis zu 1,5 Jahre über das DZE hinaus),
  • wird deine Übergangsbeihilfe (Abfindung) um 75 Prozent gekürzt,
  • hast du keinerlei Anspruch auf Übergangsgebührnisse, jedoch auf Ausgleichsbezüge (für bis zu 10 Jahre),
  • verzichtest du auf die komplette Berufsförderung am Ende und nach der Dienstzeit.


Wenn du dich für den Zulassungsschein entscheidest:

  • wird deine Übergangsbeihilfe (Abfindung) um 50 Prozent gekürzt,
  • behältst du den Anspruch auf Übergangsgebührnisse,
  • deinen gesamten Anspruch auf Berufsförderung am Ende und nach der Dienstzeit.


Tipp: Der Eingliederungsschein ist besonders für Zeitsoldaten interessant, die einen nahtlosen Übergang von der Bundeswehr in den öffentlichen Dienst anstreben und über die Ausgleichsbezüge ihren finanziellen Standard für maximal zehn Jahre halten möchten. Das macht aber nur bei höheren Besoldungsstufen als Soldat bzw. langfristig niedrigeren Bezügen auf der neuen Stelle im öffentlichen Dienst Sinn.

Der Zulassungsschein ist gerade für die Zeitsoldaten spannend, die hinsichtlich des Übergangs in den öffentlichen Dienst flexibel sind und aufgrund der Höhe ihrer Übergangsgebührnisse und Dienstbezüge als Beamter auf die Ausgleichsbezüge verzichten können. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn du die frühere Besoldung als SaZ im öffentlichen Dienst zeitnah wieder erreichst oder dich sogar finanziell verbesserst.

Der Tausch beider Scheine ist generell jederzeit möglich.

Bis zum Ablauf einer Dienstzeit kannst du sowohl den Eingliederungs- als auch den Zulassungsschein jederzeit an den zuständigen BfD zurückgeben. In diesem Fall leben deine verbleibenden Ansprüche auf Berufsförderung und Dienstzeitversorgung wieder voll auf.

Nach dem DZE kannst du den Eingliederungsschein zurückgeben, sofern er nicht für eine Eingliederung in den öffentlichen Dienst genutzt wurde. Den Zulassungsschein kannst du bis zu acht Jahre nach dem DZE zurückgeben, sofern du ihn nicht für die Eingliederung in den öffentlichen Dienst genutzt hast. In diesem Fall leben deine verbleibenden Ansprüche auf Berufsförderung und Dienstzeitversorgung wieder auf. Die nicht ausbezahlten Übergangsbeihilfen (Abfindung) werden vom Bundesverwaltungsamt (BVA) ebenfalls nachgezahlt.


Das folgende Buch können wir dir empfehlen, da es zahlreiche Fragen rund um das Thema Eingliederungs- und Zulassungsschein für ausscheidende Zeitsoldaten beantwortet.

Autor: Markus Krämer
ISBN: 978-3-8029-6265-3

Erster Ansprechpartner zu diesem Thema ist der Berufsförderungsdienst. Vereinbare daher am besten einen Termin mit deinem zuständigen BFD-Berater.

Mitglieder des Deutschen BundeswehrVerbandes (DBwV) können sich - insbesondere in Rechtsfragen - direkt an das zuständige Referat VR-6 beim DBwV wenden.

Rente, Arbeitslosen- und Krankenversicherung nach der Bundeswehr

Für Soldaten auf Zeit (SaZ) gilt:

Als Zeitsoldat bist du während deiner aktiven Dienstzeit nicht rentenversicherungspflichtig. Demnach werden für diese Zeiten zunächst auch keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Aber keine Sorge! Nach Ablauf der Dienstzeit werden die abgeleisteten Dienstmonate durch das Bundesverwaltungsamt (BVA) in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.

Der Bund übernimmt für die gesamte Dauer deiner Dienstzeit, also ggf. auch für die Zeit als Wehrpflichtiger, die anfallenden Rentenversicherungsbeiträge. Der genaue Umfang der Nachversicherung richtet sich nach der Höhe der während der aktiven Dienstzeit erzielten Brutto-Dienstbezüge. Der Zeitraum, in dem du Übergangsgebührnisse durch die Bundeswehr beziehst, wird jedoch nicht nachversichert. Hier ist jedoch eine Gesetzesänderung geplant.

Vor dem Dienstzeitende erhältst du durch Deinen zuständigen BVA-Bezügebearbeiter die "Erklärung zur Nachversicherung". Dieses Formular musst du gewissenhaft ausfüllen und umgehend an das BVA zurücksenden. Erst dann kann eine Nachzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung bzw. beim entsprechenden Versicherungsträger erfolgen. Im Anschluss übersendet dir das BVA eine Übersicht mit den geleisteten Zahlungen. Auch der Versicherungsträger wird dich in der Regel zeitnah über die eingegangenen Gelder und die aktuelle Höhe deiner Rentenansprüche informieren.

Sofern du Zeiten besonderer Auslandsverwendungen (Teilnahme an Auslandseinsätzen) nachweisen kannst, führen diese zu einer erhöhten Nachversicherung in der Rentenversicherung. Dabei werden aber nur Einsatzzeiten ab dem Stichtag 13. Dezember 2011 berücksichtigt, sofern du mindestens 180 Einsatztage nachgeweisen kannst. Bei der Berechnung der mindestens 180 Tage werden jedoch auch frühere Einsatzzeiträume eingerechnet. Die Nachversicherung von Zeiten besonderer Auslandsverwendungen erfolgt von Amtswegen.

Für freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) gilt:

Als FWDL werden deine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und einer bereits seit mehr als 12 Monaten bestehenden privaten Renten- oder Lebensversicherung während der Wehrdienstzeit durch den Bund übernommen.

Für Soldaten auf Zeit (SaZ) gilt:

Als ehemaliger Zeitsoldat hast du leider keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Nach einer Wehrdienstzeit von mindestens zwei Jahren kannst du unter Umständen eine Arbeitslosenbeihilfe seitens der Bundesagentur für Arbeit erhalten. Allerdings führen Dienstzeiten von mehr als vier Jahren gewöhnlich dazu, dass du auch keinen Anspruch auf Arbeitslosenbeihilfe hast.

Solltest du nach Ablauf einer eventuellen Arbeitslosenbeihilfe oder der Übergangsgebührnisse noch arbeitssuchend sein, dann kannst du Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragen. Mehr Informationen hierzu bekommst du von deiner zuständigen Bundesagentur für Arbeit.

Für freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) gilt:

Als FWDL werden deine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung während der Wehrdienstzeit durch den Bund übernommen.

Für Soldaten auf Zeit (SaZ) mit DZE nach dem 31.12.2018 gilt:

Als Zeitsoldat bist du während deiner Dienstzeit bekanntlich nicht krankenversicherungspflichtig und hast einen Anspruch auf freie Heilfürsorge. Die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung endet jedoch mit deinem Ausscheiden aus der Bundeswehr.

Ehemalige Soldaten auf Zeit haben seit Anfang 2019 einen Rechtsanspruch zur Aufnahme als freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV). Die Mitgliedschaft musst du aber innerhalb von 3 Monaten nach dem Ende der Dienstzeit bei der gewünschten Krankenkasse beantragten. Dabei spielen Altersgrenzen und die Vorversicherung keine Rolle mehr! Im Krankheitsfall bist du nach dem Dienstzeitende komplett über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert und kannst dich auf die jeweiligen Kassenleistungen abstützen. Wichtig ist, dass du dich rechtzeitig mit dem Thema befasst und Kontakt zur neuen Krankenkasse aufnimmst. Denn bereits ab dem ersten Tag nach deinem Dienstzeitende wirst du versicherungspflichtig. Bei Nichtbeachtung können dir empfindliche Strafen drohen.

Für deine Mitgliedschaft in der Krankenkasse müssen leider Krankenkassenbeiträge abgeführt werden. Allerdings wird dir für den Zeitraum der Übergangsgebührnisse vom Bundesverwaltungsamt (BVA) - auf Antrag - ein Beitragszuschuss auf die gesetzlichen Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge in Höhe von 50 Prozent gewährt. Der Zuschuss basiert dabei auf der Höhe deiner Übergangsgebührnisse. Sonstiges Erwerbseinkommen (z.B. von Deinem neuen Arbeitgeber) wird seitens der Bundeswehr ausdrücklich nicht bezuschusst.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass du dich nach dem Dienstzeitende zu 100 Prozent über eine private Krankenkasse (PKV) absichern kannst. In diesem Fall wird dir vom BVA ebenfalls ein Beitragszuschuss von 50 Prozent auf den Kassenbeitrag gewährt. Die Höhe ist allerdings maximal auf den Betrag begrenzt, den ein Zuschuss auf dem Niveau der Kassenleistungen in der GKV kosten würde.


Für ehemalige Soldaten auf Zeit (SaZ) mit DZE vor dem 31.12.2018 gilt:

Ehemalige Soldaten auf Zeit, die noch Übergangsgebührnisse beziehen und bereits vor dem Stichtag 31.12.2018 entlassen wurden, haben für die Dauer der Übergangsgebührnisse einen Anspruch auf Beihilfe der Bundeswehr. Der sogenannte Beihilfebemessungssatz beträgt für Übergangsgebührnisempfänger 70 Prozent. Die verbleibenden 30 Prozent musst du über eine gesetzliche oder private Krankenversicherung absichern. Bisher wurden von vielen privaten Krankenkassen spezielle Restkostenversicherungen für Soldaten angeboten. Wie du im Krankheitsfall Beihilfe beantragen kannst und welche Beihilfestelle für dich zuständig ist, findest du hier.

Sofern du nach deiner Dienstzeit gleich in ein sozialversicherungspflichtiges Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis gewechselt bist, wird ein eventueller Beihilfeanspruch zweitrangig. Das bedeutet, dass du über deinen neuen Arbeitgeber in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert bist und über die Beihilfe nur noch Kosten abgerechnet werden können, die von deiner gesetzlichen Versicherung nicht übernommen werden, aber im Rahmen der Beihilfe erstattungsfähig sind.

Für freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) gilt:

Nimm am besten vor Ablauf deiner Wehrdienstzeit persönlich Verbindung mit deinem neuen "zivilen" Arbeitgeber oder ggf. der Bundesagentur für Arbeit (wenn du vor Antritt des Wehrdienstes arbeitssuchend gemeldet warst) auf und stelle sicher, dass das Ende deiner Wehrdienstzeit rechtzeitig der zuständigen Krankenversicherung gemeldet wird.

Der Sozialdienst der Bundeswehr bietet allen aktiven Soldaten, Übergangsgebührnisempfängern, Pensionären sowie deren Familienangehörigen bundesweit professionelle und kostenlose Hilfe zu allen sozialen Angelegenheiten an. Die Sozialberater der Bundeswehr schalten sich ein bei:

  • Fragen zum Sozialversicherungs- und Versorgungsrecht,
  • Fragen zum Arbeitsplatzschutzgesetz,
  • der Versorgung aufgrund einer Dienstunfähigkeit,
  • der Versorgung bei einer Wehrdienstbeschädigung sowie
  • der Regelung von Ansprüchen in Todesfällen.


Frag am besten deinen Kompaniefeldwebel bzw. Batterie- oder Staffelfeldwebel nach dem zuständigen Sozialberater an deinem Standort. Alternativ findest du hier das Sozialdienstverzeichnis.


Autor: Markus Krämer
ISBN: 978-3-8029-6265-3

Frag am besten deinen Kompaniefeldwebel bzw. Batterie- oder Staffelfeldwebel nach dem zuständigen Sozialberater des Sozialdienstes an deinem Standort. Alternativ findest du hier das Sozialdienstverzeichnis.

Mitglieder des Deutschen BundeswehrVerbandes (DBwV) können sich - insbesondere in Rechtsfragen - auch direkt an das zuständige Referat VR-6 beim DBwV wenden.

Reserve und Reservedienstleistungen

Nach dem Ende deiner Dienstzeit bzw. nach deiner Entlassung aus der Bundeswehr wirst du automatisch Reservist und kannst deinen Dienstgrad im Schriftverkehr mit "der Reserve (d.R.)" weiterführen. Ehemalige Berufssoldaten führen den Zusatz "außer Dienst (a.D.)".

Aber keine Sorge. Nur weil du den gesetzlichen Bestimmungen der Wehrüberwachung unterliegst, wirst du noch nicht zu einer Übung einberufen. Schließlich kannst du nur innerhalb spezieller Altersgrenzen sowie auf Grundlage von gesetzlicher oder freiwilliger Verpflichtung zur Ableistung von Reservedienstleistungen herangezogen werden. Dies umfasst Dienstleistungen und Übungen, die du nach Absprache mit dem jeweiligen Truppenteil auf einem Dienstposten der Verstärkungs- oder Personalreserve erbringen kannst. Dazu zählen auch Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Beorderungsverwendung bzw. Vorbereitungslehrgänge für besondere Auslandsverwendungen.

Normalerweise wird man dich im Rahmen deiner Entlassung fragen, ob weit du Interesse an einer Beorderung bzw. Reservistentätigkeit hast. Ist das nicht der Fall, so wirst du - außer im Spannungs- oder Verteidigungsfall - auch nicht in die Reserve eingeplant.

Nein, du musst nach dem Dienstzeitende nicht gegen deinen Willen an Übungen teilnehmen! Zwar unterliegst du nach deinem Ausscheiden automatisch den gesetzlichen Bestimmungen der Wehrüberwachung, doch werden ehemalige Soldaten aktuell nur auf Basis einer freiwilligen Verpflichtung zu Reservedienstleistungen einberufen.

Die gesetzlichen Verpflichtungen zur Ableistung von Übung werden seitens der Bundeswehr derzeit nicht umgesetzt. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall kannst du aber auch gegen deinen Willen - ihm Rahmen bestimmter Altersgrenzen - zu Übungsleistungen verpflichtet werden.

Sofern du erst später Interesse an einer Karriere in der Reserve hast, so kannst du dich jederzeit im Rahmen einer Beorderung oder in der freiwilligen Reservistenarbeit engagieren.


Sofern du an der Ableistung einer Reservedienstleistung interessiert und schon entlassen bist, solltest du zunächst mit dem S1/A1/G1-Bereich eines Truppenteils deiner Wahl oder einem zentralen Ansprechpartner der Bundeswehr zum Thema Reserve Kontakt aufnehmen. Denn nicht jeder ehemalige Soldat kann sofort in einem beliebigen Verband üben. Hier kommt es natürlich auf deine bisherige Laufbahn, militärische Verwendung, Ausbildungshöhe, Truppenerfahrung etc. an. Außerdem muss dir der Wunschverband auch Übungsmöglichkeiten vor Ort bieten können.

Ist der erste Schritt getan, solltest du mit dem gewünschten Truppenteil einen konkreten Zeitraum für eine Übung sowie die Übungsätigkeiten im Verband abstimmen. Also auf welchen Dienstposten könntest du unterstützen bzw. welche Aufgaben könntest du während der Reservedienstleistung übernehmen. Für das Ableisten einer Übung muss für dich keine Beorderung, d.h. die Einplanung als Reservist in einem bestimmten aktiven oder nicht-aktiven Verband bzw. in einer Dienststelle der Bundeswehr, vorliegen.

Wichtig: Dein Arbeitgeber muss zwingend einverstanden mit der angestrebten Übung sein! Daher solltest du dich rechtzeitig mit deinem Chef im Unternehmen abstimmen. Denn bevor dich die Truppe zu einer Übung einberuft, musst du die Einverständniserklärung des Arbeitgebers vorlegen. Stellt sich dein Arbeitgeber quer, dann ist eine Einberufung leider nicht möglich.

Sofern du bereits längere Zeit aus der Bundeswehr ausgeschieden bist, wirst du vor der Heranziehung zur Übung zunächst noch an einer Gesundheitsprüfung bzw. Tauglichkeitsfeststellung am Karrierecenter der Bundeswehr teilnehmen müssen.

Tipp:
Wenn du noch aktiver Soldat bist, dann solltest du bereits vor dem Dienstzeitende Kontakt zum S1/A1/G1-Bereich deines Truppenteils aufnehmen. So kannst du dich gleich vor Ort über Einplanungs- und Übungsmöglichkeiten oder Karrierewege in der Reserve beraten lassen.

Nachdem du dich im ersten Schritt mit dem gewünschten Truppenteil über die Ableistung einer Übung in einem bestimmten Zeitraum geeinigt hast, musst du zunächst die Einwilligung deines Arbeitgebers einholen. Erst nachdem dieser zugestimmt hat, wird der Truppenteil deine Heranziehung zur Reservedienstleistung über das zuständige Karrierecenter der Bundeswehr beantragen. Dies sollte spätestens sechs bis acht Wochen vor dem geplanten Übungszeitraum erfolgen.

Deine Dienstverpflichtung erfolgt im Anschluss durch einen Heranziehungsbescheid des Karrierecenters, der dir per Einschreiben übersendet wird. Dem Anschreiben liegen neben mehreren Ausfertigungen des Bescheides auch verschiedene Anträge auf Leistungen durch die Unterhaltssicherungsstelle, Nachweise für die Krankenkasse sowie mehrere Hinweisblätter bei. Um die entsprechenden finanziellen Leistungen auch rechtzeitig vor Übungsbeginn zu erhalten, solltest du die jeweiligen Anträge auch zeitnah ausfüllen.

Mit dem ersten Übungstag erfolgt dein Dienstantritt bei deinem Verband. Mit dem Heranziehungsbescheid in Verbindung mit dem Personalausweis kannst du die Kaserne betreten. Nach der Meldung bei deinen jeweiligen Vorgesetzten stehen zunächst verschiedene Unterschriftsleistungen beim S1/G1/A1-Bereich des Truppenteil an. Bei Übungen über 14 Tagen ist i.d.R. eine Gesundheitsuntersuchung im Rahmen einer Tauglichkeitsfeststellung beim zuständigen Sanitätsbereich vorgesehen. Bei kürzeren Übung ist meist nur ein Fragebogen auszufüllen. Sofern du nicht mit militärischer Ausrüstung ausgestattet bist, erfolgt auch noch die zeitnahe Einkleidung über die LHBw.

Je nach deiner vorgesehenen militärischen Tätigkeit, solltest du mit dem Truppenteil auch rechtzeitig vor Übungsbeginn über das Thema IT-Zugang und Lotus-Notes reden. So kann eine hoffentlich reibungslose IT-Nutzung sichergestellt werden.

Während einer Übung bekommst du als Reservist den Verdienstausfall erstattet. Schließlich hast du während einer Reservedienstleistung keinen Zahlungsanspruch auf das Gehalt vom Arbeitgeber. Sofern du keinen Verdienstausfall geltend machen kannst bzw. gar kein Einkommen beziehst, kannst du auch Mindestleistungen nach den Bestimmungen der Unterhaltssicherung gemäß Unterhaltssicherungsgesetz (USG) beantragen.

Darüber hinaus steht dir im Zeitraum der Reservedienstleistung eine Reservistendienstleistungsprämie zu. Diese ist abhängig von deinem Dienstgrad und wird dir für jeden Tag der Dienstleistung bezahlt. Sofern du dich in einer Beorderung befindest, kann zudem noch ein zusätzlicher Verpflichtungszuschlag pro Dienstleistungstag bewilligt werden. Für im Übungszeitraum geleistete Mehrarbeit (Überstunden) kann dir ebenfalls ein zeitlicher oder finanzieller Ausgleichsanspruch zustehen.

Darüber hinaus hast du währen der Übung freie Heilfürsorge und freie Unterkunft. Die Kosten für Hin- und Rückfahrt (innerhalb bestimmter Höchstbeträge) sowie Erstattungen für Familienheimfahrten sind ebenfalls Leistungen, die du beim zuständigen Rechnungsführer beantragen kannst.

Für die Gesamtdauer der Reservedienstleistung zahlt dir die Bundeswehr übrigens auch die Beiträge für die gesetzliche Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung weiter. Wegen der freien Heilfürsorge können dir im Übungszeitraum bezahlte (private) Krankenkassenbeiträge durch die Krankenkasse auf Antrag zurückerstattet oder verrechnet werden.

Bei der Ableistung von Reservedienst von bis zu drei Tagen im Rahmen einer Dienstlichen Veranstaltung (DVag) wird dir statt der Reservedienstleistungsprämie ein Dienstgeld überwiesen.

Wichtig: Sämtliche finanziellen Leistungen werden dir nur auf Antrag bei den zuständigen Stellen gewährt! Daher musst du dich selbst um alles kümmern und solltest dich nicht auf den Amtsweg verlassen.

Ja! Du benötigst zwingend die Einwilligung bzw. Zustimmung des Arbeitgebers, wenn du als Reservist eine freiwillige Übung ableisten möchtest. Dazu muss dieser ein Formblatt unterschreiben, was dir i.d.R. vom Übungstruppenteil im Rahmen der Übungsabstimmung übersendet wird. Erst nach erfolgter Zustimmung wird beim zuständigen Karrierecenter der Bundeswehr die Reservedienstleistung beantragt.

Grundsätzlich läuft die Beförderung von Reservisten nach ähnlichen Maßstäben ab, wie sie auch für aktive Soldaten gelten. Hier spielen insbesondere deine Eignung, Befähigung und Leistung auf Basis der dienstlichen Beurteilungen eine entscheidende Rolle.

Um als Reservist weiter befördert werden zu können, musst du neben den erforderlichen Laufbahnvoraussetzungen bestimmte zeitliche Kriterien erfüllen. So musst du für eine Beförderung eine Mindeststehzeit im aktuellen Dienstgrad vorweisen sowie auf einem entsprechend dotierten Dienstposten beordert sein. Außerdem musst du die für deinen Dienstgrad notwendige Anzahl an Mindestübungstagen abgeleistet haben, wovon eine bestimmte Zahl an Tagen auf einem höherwertigen Dienstposten erbracht werden muss.

Je nach deiner früheren Laufbahn und deiner persönlichen Eignung kannst du auch in die Reserveunteroffizier, Reservefeldwebel oder Reserveoffizierlaufbahn wechseln. Hierfür musst du die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen und die jeweilige Laufbahnausbildung absolvieren.

Tipp: Mit den richtigen beruflichen Qualifikationen kannst du unter der Maßgabe von Eignung, Befähigung und Leistung auch Reservedienstleistungen mit einem höheren Dienstgrad ableisten.

Die Beorderung ist die konkrete Einplanung eines Reservisten auf einem passenden Dienstposten in einem aktiven oder nicht-aktiven Verband bzw. in einer Dienststelle der Bundeswehr. Dafür ist die Einwilligung des betreffenden Reservisten notwendig. Für das Ableisten einer Reservedienstleistung muss aber keine Beorderung vorliegen.

Sofern du an regelmäßigen Übungen interessiert bist, solltest du dich aber bei deinem Übungstruppenteil in ein Beorderungsverhältnis einplanen lassen. Denn nur beorderte Reservisten können auch weiter befördert werden und in der Reserve Karriere machen. Zudem hast du nur in einer Beorderung die Chance auf einen Verpflichtungszuschlag.

In einem aktiven Truppenteil werden beorderte Reservisten oft auf s.g. Spiegeldienstposten eingesetzt. Dazu wird der Dienstposten eines "aktiven" Kameraden für dich als Reservedienstposten gespiegelt, um darauf Übungen ableisten und den Dienstposteninhaber z.B. bei urlaubs-, lehrgangs- oder einsatzbedingten Abwesenheiten als Vertreter unterstützen zu können. Die Abstimmung der Übungszeiträume und Aufgaben erfolgt meist direkt mit dem "aktiven" Inhaber des Spiegeldienstpostens.

Hinweis: Als Reservist kannst du dich auch im Rahmen der beorderungsunabhängigen Reservistenarbeit engagieren. Dazu zählt die Mitwirkung beim "Verband der Reservisten der Bundeswehr" (VdRBw) - also dem Reservistenverband -, in sicherheitspolitischen Arbeitskreisen oder im Zuge militärischer Wettkämpfe.

Zum Thema Karriere als Reservist oder Reservedienstleistungen findest du zahlreiche Informationen und Kontaktadressen im Internet. Eine offizielle Übersicht der wichtigsten Ansprechpartner der Bundeswehr sowie zu den Laufbahnen in der Reserve findest du hier.

Bei Fragen rund um die finanzielle Absicherung bzw. Unterhaltssicherung während einer Reservedienstleistung ist das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) - Referat PA 1.2 - zuständig. Die Erreichbarkeit und weitere Informationen im Bereich USG kannst du hier finden.

Auch der Reservistenverband ist ein guter Ansprechpartner - insbesondere für die beorderungsunabhängige Reservistenarbeit. Mit dem Verband kannst du hier in Kontakt treten.

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