Spielend Geld verdienen
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Spielend Geld verdienen

Hptm d.R. Björn Bergstein, ehemaliger Panzergrenadieroffizier und zuletzt als Teamleiter im Heeres­amt tätig, und die Bildungsberaterin der GAMES ACADEMY Annika Knipp informieren im Interview über die Ausbildung zum Game Producer sowie die Berufsmöglichkeiten in der Computerspielebranche.

DZE: Sie waren die erste Bildungseinrichtung für die Gamesindustrie. Was macht Sie nach wie vor zum Vorreiter in der Ausbildung von Spieleentwicklern?

KNIPP: Die Game Branche ist ein schnell wachsender Markt, dessen Motor die ständig fortschreitenden technischen Neuerungen sind. Eine moderne Ausbildung muss daher Trendthemen erfassen, ohne die bisher gesetzten Standards zu verlieren. Monetarisierungsmaßnahmen und In-Game-Advertising sind beispielsweise Inhalte, die in den letzten zwei Jahren richtig an Fahrt gewonnen haben. Es ist deshalb absolut wichtig, wenn aktuelle Strömungen auch in der Ausbildung thematisiert werden. Das kann die GAMES ACADEMY durch ihre Struktur bestens leisten. Daneben bieten wir natürlich durch unsere langjährige Erfahrung in der Branche ein internationales Netzwerk von Einrichtungen, Dozenten und Absolventen. Mehr als 90 Prozent unserer Dozenten kommen übrigens aus der Gamesindustrie und sind selbst aktive Entwickler. Das ist ein weiterer klarer Vorteil für unsere Studierenden.

DZE: Jeder von uns hat schon mal Computerspiele gespielt. Welche Berufe sind eigentlich an der Entwicklung von neuen Spielen beteiligt?

KNIPP: Während Computerspiele vor einigen Jahren zumeist in sehr überschaubaren Teams programmiert wurden, hat sich das Bild mittlerweile erheblich gewandelt. Da moderne Spiele heute natürlich wesentlich komplexer sind, ist auch eine deutlich größere Zahl an Entwicklern aus den unterschiedlichsten Bereichen an der Erschaffung neuer Games beteiligt. So sind Game Design, Game Programming, Game Art & Animation sowie Game Production die vier Säulen, auf denen jede Spielentwicklung fußt. Daher bilden wir in diesen Bereichen Fachkräfte für den gesamten Game Development Prozess aus. Darunter fallen aber noch viele weitere Berufsbezeichnungen und Jobprofile. Im Bereich Game Design beispielsweise Level Designer, Tester QA oder Interface Designer.

DZE: Wie bewerten Sie die Jobperspektiven Ihrer Absolventen in der Spielebranche?

KNIPP: Wir arbeiten seit Gründung der GAMES ACADEMY sehr eng mit der Industrie zusammen. Die Ausbildungen werden deshalb in Zusammenarbeit mit den Fachbereichsleitern regelmäßig optimiert. Entwicklungen des Marktes gelangen so sehr schnell an die einzelnen Studierenden heran. Sie genießen bei uns also einen stets topaktuellen Unterricht, was natürlich die Branche ebenfalls sehr zu schätzen weiß. GAMES ACADEMY Absolventen haben es daher leicht, nach ihrem Abschluss erfolgreich in den Job zu wechseln.

DZE: Warum ist zum Beispiel eine Ausbildung zum Game Producer auch für Soldaten interessant?

KNIPP: Game Producer besetzen die Schlüsselpositionen in der Game Entwicklung. Sie müssen über ein hohes Maß an Eigenverantwortung verfügen und sollten gute Menschenkenntnis sowie Führungserfahrung besitzen. Viele unserer Bewerber, die aus einer Laufbahn bei der Bundeswehr kamen, haben diese Qualifikationen bereits schon mitgebracht. Unsere Aufgabe ist es, im Rahmen der Ausbildung die notwendigen Fertigkeiten zu entwickeln, das heißt die Zusammenhänge mit der Game Industrie und den Arbeitsabläufen der Spielentwicklung herzustellen.

DZE: Herr Bergstein, was waren Ihre Motive sich für eine Ausbildung im Bereich der Spieleentwicklung zu entscheiden?

BERGSTEIN: Für mich gab es drei ausschlaggebende Gründe, die zu diesem Entschluss geführt haben. Zum einen bin ich schon immer sehr von Computerspielen begeistert gewesen und habe in diesem Bereich über die Jahre einen hohen Erfahrungsschatz aufbauen können. Schließlich verbrachte ich bereits schon zu Schulzeiten einen großen Teil meiner Freizeit mit Spielen. Diese Faszination habe ich bis heute nicht verloren und beschäftige mich nun sogar „beruflich" mit Computerspielen. Meine Interessen beschränken sich allerdings nicht nur auf Computerspiele an sich, sondern ich treffe mich mit Freunden auch gerne mal zu Brettspielen. Meine ältesten noch im Schrank vorhandenen Computerspiele sind übrigens von 1984. Und genau diesen Erfahrungsschatz wollte ich in meinem zukünftigen Beruf nutzen, um darauf aufbauend erfolgreich Spiele zu entwickeln. Natürlich reichen Erfahrungen als Konsument alleine nicht aus, weshalb ich meine Übergangsgebührnisse in die Ausbildung an der GAMES ACADEMY investiert habe. Der zweite Grund, warum ich mich für einen Beruf in der Spieleentwicklung entschieden habe, war die Games Branche und die Spiele-begeisterten Leute darin. Denn wenn man einige Personen aus der Branche kennenlernt, so wird man rasch feststellen, dass viele ihre Berufswahl aus persönlicher Überzeugung und dem eigenen Spaß an Spielen getroffen haben.

Trotzdem darf man nicht vergessen, dass hier hochprofessionell gearbeitet wird. Ohne vernünftige Umsätze könnte sich schließlich keine Firma lange halten. Das bedeutet für mich, dass ich in der Spieleentwicklung professionell in äußerst gut motivierten Teams arbeiten kann. Ein Klima, was durch die zumeist praktizierten flexiblen Managementmethoden und die flachen Hierarchien noch positiv verstärkt wird. Das hat mich beeindruckt und überzeugt! Zuletzt ist es aber auch die Möglichkeit, in einer Branche zu arbeiten, die gute Leistungen belohnt und entsprechende Chancen bietet. So bestimmen in der Regel nicht Noten oder Beurteilungen über das, was ich werden kann, sondern allein meine Leistung als Teil des Teams. Dies ist aber natürlich nicht jedermanns Sache. Durch die ständige Transparenz kann man sich eben nicht auf einem Posten ausruhen, ohne dass man direktes Feedback von den anderen Teammitgliedern bekommt. Spieleentwicklung ist Teamarbeit und das wird einem bereits schon während der Ausbildung vermittelt.

DZE: Was genau macht der Game Producer in der Praxis?

KNIPP: Der Game Producer verantwortet die Optimierung der Produktqualität - insbesondere des Gameplays - aber auch hinsichtlich grafischer und akustischer Gesichtspunkte. Damit ihm dies erfolgreich gelingt, muss er die vorhandenen Ressourcen auf Entwicklerseite sowie beim Publisher auf die wichtigsten Produkteigenschaften unter Beachtung zeitlicher, qualitativer und finanzieller Aspekte ausrichten. Einem Game Producer mit mehrjähriger Branchenerfahrung stehen viele weitere Möglichkeiten offen, insbesondere auch die Position des Executive Producers, in dessen Hauptverantwortung die termingerechte Lieferung und Einhaltung des Entwicklungsbudgets liegt. Durch den hohen Anteil an betriebswirtschaftlichen und juristischen Inhalten ist der Producer auch für eine selbständige Tätigkeit bestens gerüstet.

DZE: Wie kann man sich die Ausbildung zum Game Producer bei der GAMES ACADEMY vorstellen?

BERGSTEIN: Die theoretische Ausbildung hat fast immer einen praktischen Anteil. Im Basissemester lernt man beispielsweise alle Arbeitsgebiete in der Spieleentwicklung, deren Abläufe sowie Arbeitsweisen in Grundzügen praktisch kennen. Hier geht es darum zu verstehen, warum einige Spielelemente mehr Zeit in Anspruch nehmen als andere. In den Folgesemestern werden dann die Grundlagen für den Beruf des Producers gelegt. Dazu gibt es Unterricht in Managementtools und -methoden, in Wirtschaftsrecht, BWL und in verschiedenen Softskills wie Rhetorik. Zudem wird das Erlernte in Rollenspielen und Praxisarbeiten direkt umgesetzt. Der größte und meiner Meinung nach wichtigste Teil des Studiums besteht aus einem Semesterprojekt. Dabei müssen die Studenten ein fertiges Spiel erstellen und präsentieren. Um dies zu schaffen, bilden sich aus den verschiedenen Professionen wie Art, Coding, Game Design, Interactive Audio Design oder Production unterschiedliche Teams zwischen fünf bis zehn Studenten. Das Spiel selbst muss bestimmte so genannte „Milestones", also Etappen, durchlaufen und wird anschließend von einem Komitee aus Vertretern der Wirtschaft geprüft und bewertet. In meiner Rolle als Producer übernehme ich hier gleich mehrere wichtige Aufgaben. Denn ich bin sowohl Moderator und Vermittler zwischen den einzelnen Professionen und Studenten sowie gleichzeitig für den gesamten Erfolg des Projektes verantwortlich.

Das bedeutet, dass ich die zu erledigenden Aufgaben priorisieren muss, einen Zeitplan erstelle und diesen ständig an den aktuellen Entwicklungsstand des Projektes anpasse. Dabei bin ich allerdings kein Vorgesetzter, sondern ein Teil des Teams. Während des Semesters können wir auf diese Weise den gelernten Stoff noch einmal genauer anwenden und praktisch ausprobieren. Bei Fragen stehen uns die Dozenten während und erfahrungsgemäß auch außerhalb des Unterrichts zur Verfügung. Besonders gespannt bin ich als Producer schon auf das nächste Semester, wo wir unser Studentenprojekt „LabRATory", ein Action-Puzzlespiel für das iPad, in den AppStore stellen wollen. Dadurch bekommen wir unbezahlbares Feedback von „realen" Konsumenten. Wer uns unterstützen möchte, der kann uns auf Facebook finden. Zusätzlich empfiehlt es sich übrigens auch Messen zu besuchen und sich persönlich ständig weiterzubilden. Die GAMES ACADEMY bietet jedem Studenten viele Möglichkeiten zur Eigeninitiative. Der eigene Arbeitsplatz mit Soft- und Hardware steht einem hierbei rund um die Uhr zur Verfügung.

DZE: Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, um sich in der Branche erfolgreich behaupten zu können?

KNIPP: Aus meiner Sicht sind Eigenverantwortung, Selbstorganisation, Zahlenverständnis sowie ein Händchen für das Team und seine Belange ungemein wichtig. Wobei ein Game Producer hier sowohl als Motivator als auch Controller auftreten können muss. Um sich im Berufsleben erfolgreich zu behaupten, braucht es von allem zumindest ein wenig. Wenn man zu den Besten in der Branche zählen möchte, dann dementsprechend mehr.

BERGSTEIN: Nach meiner ersten Einschätzung benötigt man für diesen Beruf eine hohe Motivation und ein gutes Repertoire an Softskills.

DZE: Herr Bergstein, wie wichtig sind in der Ausbildung die Praxisnähe, gute Kontakte sowie Partnerschaften mit Unternehmen aus der Entwicklungsbranche? 

BERGSTEIN: Fast alle Dozenten sind oder waren Vertreter der Spieleindustrie. Das bedeutet für mich, dass man viele Informationen und Trends aus erster Hand bekommt. Sehr spannend sind dabei nicht nur die harten Fakten, sondern auch die Prognosen und persönlichen Ansichten der „Macher". Denn bei Themen wie: „Wohin wird der Spielemarkt sich entwickeln?" gibt es teilweise unterschiedliche, aber interessante Ansätze und Überzeugungen. Und wie bereits vorhin schon erwähnt, bekommt man hinsichtlich der eigenen Leistung im Projekt ständig Feedback von erfahrenen Leuten, die damit ihr Geld verdienen oder verdient haben. Die Resonanz aus der Praxis führt dazu, dass man die Erfahrungen der Dozenten für sich selber nutzen kann, um eigene Fehler zu erkennen und später zu vermeiden. Häufig wird man so aber auch wieder rasch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. So lernt man zum Beispiel, dass eine gute Spielidee nichts wert ist, so lange sie nicht professionell umsetzt wird. Da die Spieleindustrie in Deutschland relativ überschaubar ist, konnte ich schon während meiner bisherigen Ausbildung bei der GAMES ACADEMY recht einfach ein Netzwerk aus ehemaligen Studenten und Dozenten aufbauen. Außerdem führen die vielen Partnerschaften dazu, dass ich auf Messen und Events ständig neue und wichtige Kontakte knüpfen kann. Darüber hinaus sollte man im Unterricht immer zeigen, was man kann und was man will. Wer sich hier gehen lässt, der verspielt vielleicht die Möglichkeit über das Netzwerk des Dozenten einen Traumjob zu finden.

DZE: Wie gut klappt denn bisher die Unterstützung durch den Berufsförderungsdienst ?

BERGSTEIN: Mit der Zusammenarbeit des BFD bin ich voll zufrieden! Meine Weiterbildungen im Vorfeld, die Freistellung vom Dienst, mein Umzug und auch die Abrechnungen liefen bis jetzt reibungslos und unkompliziert. Meine Berater waren mir gegenüber stets sehr nett und hilfsbereit. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich mich schon sehr früh für diesen Weg entschieden habe. Deshalb hatte ich bereits beim zweiten Kontakt mit dem BFD mein Weiterbildungskonzept ausführlich vorbereitet und konnte schon damals andere Wege für mich definitiv ausschließen.

DZE: Ich danke Ihnen für das interessante Interview!

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