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Die Sicherheitsbranche ist nichts für Jedermann!
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Die Sicherheitsbranche ist nichts für Jedermann!

von Stefan Geßner –
Marco Keil ist selbst Ex-Soldat und Military Recruiter bei Securitas Deutschland, dem größten Sicherheitsdienstleister im privaten Sicherheitsgewerbe. Ich hatte heute die Gelegenheit mit ihm über die Chancen ehemaliger SaZ in der Sicherheitsbranche zu sprechen.

DZE: Herr Keil, stellen Sie uns Ihr Unternehmen doch kurz vor.

KEIL: Securitas ist der größte Anbieter professioneller Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland und gehört zum international tätigen, börsennotierten Konzern der Securitas AB mit seinem Hauptsitz in Stockholm, Schweden. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 345.000 Mitarbeiter in 57 Ländern. Aus einem breiten Spektrum spezialisierter Sicherheitsdienstleistungen, technologischer Komponenten sowie Beratung maßschneidern wir effektive Sicherheitslösungen auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse zu.
 

DZE: Welche Vorzüge bieten denn frühere Soldaten gegenüber vielen „zivilen" Bewerbern?

KEIL: Die Sicherheitsbranche ist nichts für Jedermann. Schließlich müssen Sicherheitsmitarbeiter immer „ready for action" sein, vor allem dann, wenn alle anderen weglaufen. Also ähnlich, wie es mit den Soldaten in den Streitkräften der Fall ist. Besonders in der Bundeswehr lernen unsere Bürger in Uniform frühzeitig Verantwortung zu übernehmen und sich stark für unsere Gesellschaft und die Zukunft zu machen. Wir bei Securitas schätzen diese Ausbildung und wissen, dass Soldaten die Extrembedingungen, Entbehrungen, Kameradschaft und Disziplin jahrelang verinnerlicht, gelebt und erlebt haben und natürlich auch gute und zuverlässige Arbeit leisten. Das stellt meiner Meinung nach einen eindeutigen Vorteil gegenüber vielen zivilen Bewerbern dar.
 

DZE: Muss der Ex-Soldat denn eine bestimme Ausbildung mitbringen?  

KEIL: Jeder kann sich bei uns bewerben. Viele vergessen, dass Securitas nicht nur Sicherheitsmitarbeiter sucht, sondern auch eine Vielzahl attraktiver Positionen im Bereich Human Resources, Sicherheitstechnik, Projektmanagement, Vertrieb etc. anbietet. Auch hier sind Soldaten jederzeit herzlich Willkommen. Qualifikationen und Ausbildungen spielen zu Beginn also nur eine Nebenrolle. Je nach Auswertung der Bewerbungsunterlagen bieten wir individuelle Einstiegsprogramme an, die den Erwerb fehlender Kenntnisse miteinschließen.
 

DZE: Welche Einstiegsmöglichkeiten bietet denn Securitas?

KEIL: Grundsätzlich unterscheiden wir bei Securitas in operative und administrative Karrieremöglichkeiten. Im operativen Bereich ist man an der Planung und Leitung von Sicherheitsmaßnahmen jeglicher Art, der Verwaltung eigenständiger Budgets und der Mitarbeiterführung beteiligt. Hier stehen den früheren Soldaten verschiedene Karrieremöglichkeiten vom Einsatz- bzw. Objektleiter über Supervisor bis hin zum Bereichsleiter offen. Im administrativen Bereich unterstützt man die operativen Kräfte. Abhängig von der kaufmännischen Vorqualifikation können sich ehemalige Soldaten in einer der folgenden Abteilungen verwirklichen: Sicherheitsvertrieb und -beratung, Human Resources, Marketing in der Unternehmenskommunikation, Projektmanagement, Sicherheitstechnik, IT, Arbeitsschutz und Qualitätsmanagement sowie Finanz- und Lohnbuchhaltung. Die rund 2.450 ehemaligen Soldaten in unseren Unternehmen finden Sie in allen Bereichen und auf allen Ebenen wieder.
 

DZE: Gibt es denn Ausbildungssprogramme speziell für ehemalige Soldaten bei Securitas?

KEIL: Wie bereits schon kurz erwähnt sind unsere Einstiegsprogramme inhaltlich und zeitlich flexibel gestaltbar. Sie richten sich nämlich nach fünf Kriterien, die uns durch die jeweiligen Bewerber vorgegeben werden: Status als Soldat auf Zeit, vorliegende Qualifikationen, BfD-Anspruch, Wunscharbeitsort und individuelle Karriereziele. Dem Gegenüber werden der regionale Bedarf sowie die Einsatzmöglichkeiten bei Securitas gestellt. In enger Absprache mit dem Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BfD) können so spezifische Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme realisiert werden - angefangen von Fachkraft- über Meisterqualifikationen bis hin zum Studium.
 

DZE: Was verdient denn ein Ex-Soldat bei Securitas?

KEIL: Da gibt es keine allgemein gültige Antwort. Generell erhält jeder Soldat im Telefoninterview eine verbindliche Aussage darüber, in welcher Höhe sich der Verdienst belaufen wird. Ich empfehle allen Soldaten den jeweils gültigen Tarifvertrag des Bewachungsgewerbes bzw. bei der Arbeitsagentur branchenübliche Einstiegslöhne zu prüfen. Die Zahl von 2.450 ehemaligen Soldaten bei Securitas, viele als langjährige Mitarbeiter, spricht auch im Thema Verdienst für sich.


DZE: Muss man besonders fit sein, um bei Securitas bestehen zu können?
 

KEIL: Natürlich setzen wir bei unseren Sicherheitsmitarbeitern eine gewisse körperliche Fitness voraus. Aber den klassischen „Türsteher" suchen wir nicht. Abhängig vom Auftrag sind manchmal längere Streifenwege zu gehen oder waffenlose Nahkampf- bzw. Atemschutzgeräteträgerausbildungen zu absolvieren. An Objekten mit hohem Sicherheitsrisiko wird zum Beispiel auch gemeinsam mit der Polizei geübt. Hier sollte man schon mithalten können. Mental erwarten wir von den Soldaten, dass sie mit beiden Beinen im Leben stehen, selbstbewusst, aufgeschlossen und eigenständig sind. Darüber hinaus sollten Werte wie Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft als selbstverständlich gelten.
 

DZE: Butter bei die Fische, wie schaffen Ex-Soldaten den Einstieg bei Securitas?  

KEIL: Ich empfehle immer erst ein Praktikum in unserem Hause, bevor mit einer Ausbildung im Sicherheitsbereich begonnen wird. Oftmals liegen Welten zwischen den persönlichen Vorstellungen und der tatsächlichen Realität. Schließlich will der Wechsel in die zivile Arbeitswelt gut durchdacht sein. Darüber hinaus ist aus meiner Sicht auch eine langfristige Planung wichtig. Wer sich frühzeitig bei Securitas meldet, kann seine einzelnen Karriereschritte deutlich besser vorbereiten und verdient sich mit Beginn der Ausbildung bereits seine „Sporen" direkt in unserem Konzern.

DZE: Herr Keil, vielen Dank für das Gespräch!

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