Weltweite Sprachausbildung

Sprachen lernen wo sie gesprochen werden: Der Geschäftsführer von EF Education Deutschland Niklas Kukat berichtet über die Bedeutung guter Sprachkompetenzen sowie die Sprachausbildung im Ausland mit EF.

EF Education bietet seit über 50 Jahren Sprachausbildungen im Ausland an. Herr Kukat, stellen Sie uns Ihre Angebote doch zunächst kurz vor.

Eine Sprache lernt man am besten dort wo sie gesprochen wird. Mit dieser simplen Idee gründete Bertil Hult 1965 das Unternehmen EF Education. Mittlerweile ist EF Education First der größte private Veranstalter für Sprachreisen, internationale Bildungsprogramme und Kulturaustausch. Wir bieten unterschiedlichste Auslandsprogramme für jedes Alter und jedes Sprachlevel an.

In der Wirtschaft werden fundierte Sprachkenntnisse immer wichtiger. Welche Bedeutung spielt das Thema Sprache nach Ihren Erfahrungen im täglichen Berufsleben?


Fremdsprachenkenntnisse gewinnen in der Wirtschaft immer mehr an Bedeutung und das nicht nur für Akademiker. Durch die fortschreitende Globalisierung hat sich ein verhandlungssicheres Englisch in vielen Branchen mittlerweile als wichtige Schlüsselkompetenz entwickelt. Heute sieht man kaum noch eine Stellenausschreibung die nicht mindestens Kenntnisse in einer Fremdsprache fordert. Der Trend geht sogar hin zur zweiten Fremdsprache. Aber Englisch ist und bleibt in den meisten Fällen die Grundvoraussetzung. 

Inwiefern werden entsprechende Sprachzertifikate bei der Einstellung im Unternehmen gefordert?

Wer seine Fremdsprachenkompetenz bei einem potentiellen Arbeitgeber eindeutig und standardisiert nachweisen will, der kommt heute um ein Sprachzertifikat nicht herum. Selbst das in der Bundeswehr für die Sprachausbildung verwendete „Sprachleistungsprofil (SLP)" ist in der Wirtschaft nicht überall anerkannt. Wir bieten für diese Nachfrage spezielle Examenskurse an, in denen auf die gängigen sowie in der Wirtschaft etablierten Sprachzertifikate wie TOEFL oder Cambridge vorbereitet wird. Ebenfalls bietet EF einen kostenlosen online Test, mit dem auch ein Testergebnis - gestützt auf den europäischen Referenzrahmen für Sprachen - erhält. Langfristig würden wir für diesen Test gerne eine Akzeptanz vergleichbar mit TOEFL oder Cambridge schaffen.

Wie läuft die Sprachausbildung bei EF Education eigentlich in der Praxis ab?


Eine Sprachreise mit EF ist immer individuell auf den Reisenden abgestimmt. Das bedeutet, dass zunächst die persönlichen Ziele ermittelt werden, welche die Teilnehmenden mit der Sprachreise erfüllen wollen. Nach diesen Wünschen richten sich die Intensität und Dauer der Reise und des gesamten Sprachkurses. Wir liefern ein entsprechend maßgeschneidertes Lernprogramm mit einem ansprechenden Studienplan. Darüber hinaus gestalten wir einen für den Lerner möglichst einfachen Einstieg. So legen wir die Basis sowie den Grundstein zur erfolgreichen Erreichung der individuell gesteckten Lernziele. Mit unserem EF Intensivkurs erreichen die Teilnehmer beispielsweise in kürzester Zeit ihr Lernziel mit nur 32 Unterrichtslektionen pro Woche.

Ihre Angebote enthalten zudem individuelle Sprachreisen ins Ausland. Welchen Mehrwert bietet aus Ihrer Sicht die Sprachausbildung direkt vor Ort? 

Wie schon eingangs erwähnt, wird eine Sprache am besten dort gelernt, wo sie auch gesprochen wird. Dadurch wird man rund um die Uhr gezwungen sich auch wirklich intensiv mit der Sprache zu beschäftigen. Ob beim Einkauf, Museumsbesuch oder bei einem lokalen Cafè. Überall schwingt die Sprache mit, was deutlich schneller zu Lernerfolgen führt. Aber die Sprache allein ist natürlich nicht alles, was durch eine Sprachreise geschult wird. Durch die internationalen Kursgruppen oder auch im Rahmen der Unterbringung in einer Gastfamilie taucht man vor Ort ganz anders in das Land ein. So entwickelt man ganz nebenbei eine interkulturelle Kompetenz und baut sich zusätzlich ein internationales Netzwerk auf. Eine solche Erfahrung kann ein einfacher Sprachkurs in Deutschland gar nicht bieten.

Und welche Länder sind bei Ihren Studierenden besonders beliebt?


Klassisch sind die europäischen Destinationen sowohl in England, wie London und Manchester, als auch Malta immer noch sehr beliebt. Allerdings steigt auch die Nachfrage nach unseren Überseeschulen in San Diego, Miami oder New York sowie exotischere Standorte wie Kapstadt und Sydney.

Muss ein interessierter Zeitsoldat von Haus aus bestimmte Grundkenntnisse mitbringen, um die Sprachkurse bei EF mit Erfolg abschließen zu können?


Nein, zum Glück nicht. Denn wir bei EF glauben nicht an standardisierte Einheitskurse, sondern daran, dass das Lernen einer Sprache eine ganz individuelle Erfahrung ist. Deswegen bieten wir ein persönlich zugeschnittenes Kursprogramm, welches jeden Anspruch und jede Vorliebe erfüllt. Unsere Sprachkurse für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr beginnen jeweils montags und die Teilnehmer haben die Möglichkeit zwischen 2 bis 52 Wochen an einem entsprechenden Kurs teilzunehmen. Die genaue Kursdauer, Kursintensität sowie der konkrete Kursbeginn kann in Abstimmung mit uns sehr flexibel gestaltet werden.

Können Sie am Ende noch ein paar Tipps für die Förderung Ihrer Sprachausbildung im Ausland durch den Berufsförderungsdienst (BFD) geben?


Wichtig ist eine offene Kommunikation gegenüber dem BFD-Berater. Das betrifft insbesondere die Argumente hinsichtlich der Zweckmäßigkeit der gewünschten Maßnahme. Denn ein Sprachkurs im Ausland und die damit verbundenen interkulturellen Kompetenzen und Erfahrungen können in einem Fremdsprachenkurs in Deutschland so gar nicht erworben werden. Schließlich mangelt es hier sowohl an der permanenten Fremdsprachenumgebung als auch an den internationalen Kontakten, um die Sprachkenntnisse gleich praktisch anwenden zu können. Dadurch erhöht die Sprachausbildung im Ausland nicht nur die Erfolgsaussichten das angestrebte Sprachniveau möglichst rasch zu erreichen. Sondern es steigen nach dem Auslandssprachkurs gleichzeitig die Jobperspektiven bei global agierenden Firmen und Konzernen, die sich täglich im internationalen Umfeld behaupten müssen. Hier helfen zudem die interkulturellen Kompetenzen, die nur vor Ort erworben werden können und die Chance auf eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung nach der Bundeswehrzeit deutlich erhöhen.

Zum anderen sollte für die Förderplanung des Berufsförderungsdienstes ein möglichst passender Sprachkurs ausgewählt werden. Dabei sollte der intensive Spracherwerb im Vordergrund stehen und nicht der Gedanke auf Erholung an einem spannenden Auslandsstandort. Gut geeignet hierfür sind unsere EF-Intensivkurse, die auf allen Sprachstufen angeboten werden können. Auf die Frage nach dem richtigen Ort gibt es erfahrungsgemäß keine Pauschalantwort. Während sich viele Teilnehmer auf England konzentrieren, spricht ebenfalls nichts dagegen einen Sprachkurs auf Malta zu besuchen oder mit dem BFD-Berater zu prüfen ob auch Maßnahmen im außereuropäischen Ausland gefördert werden können. Je nach angestrebten beruflichem Eingliederungsziel ist dies durchaus möglich. Wenn es im Einzelfall doch zu Ablehnungen kommt, empfehlen wir eine schriftliche Begründung einzufordern, um den genauen Hintergrund zu erfahren und eventuell über Alternativen zu sprechen.  (sg)

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Weiterbildung nach der Bundeswehr

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