Umschulungen auf hohem Niveau

Hauptfeldwebel d.R. und DPFA-Bildungsstättenleiter Marco Reuter spricht mit DIENSTZEITENDE über die Vorteile dualer Umschulungsmöglichkeiten, berufliche Neuorientierung sowie Chancen auf dem zivilen Arbeitsmarkt.

Die DPFA GmbH als Bestandteil der DPFA Akademiegruppe engagiert sich nach dem Grundsatz „Erfolg durch Bildung" schon seit mehr als 20 Jahren. Stellen Sie Ihre Bildungsstätte doch bitte zunächst kurz vor.

Die DPFA begann in Chemnitz im Jahr 1991 mit der Ausbildung von Berufen wie Finanz-, Bank- und Immobilienkaufleuten. Innerhalb der DPFA GmbH & Co. KG in Chemnitz legen unsere Teilnehmer heute noch erfolgreich Ausbildungen in dualen Berufen ab. Unsere gemeinnützigen Schulen in Chemnitz bilden in technischen und in sozialen Berufen aus. Aber mit der Möglichkeit einer neuen Zukunftsperspektive begleiten wir unsere Teilnehmer mit einem professionellen Bildungskonzept an ihrer Seite, und bereiten sie auf einen neuen Berufsstart und ein lebenslanges Lernen vor. So absolvierte eine Vielzahl von Teilnehmern erfolgreich ihre Umschulung. Unsere Lehrkräfte führen eine solide Ausbildung in gut ausgestatteten Unterrichts- und Fachräumen durch und vermitteln ein hohes theoretisches sowie praxisbezogenes Fachwissen. Ich bin daher besonders stolz sagen zu können, dass bis zum heutigen Tag jeder unserer Umschüler seinen Berufsabschluss erfolgreich bestanden hat. Durch das hohe theoretische und praxisorientierte Niveau der DPFA erreichten wir eine exzellente Eingliederungsquote von über 80 Prozent. Dies ist im Übrigen auch das Ergebnis des individuellen Einsatzes jedes einzelnen Mitarbeiters.

Welche Rolle spielt eine möglichst gute Berufsausbildung in unserer heutigen Arbeitswelt?

Mit einer fundierten Berufsausbildung stehen viele Zukunftsperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Es besteht die Möglichkeit als Fach- und Führungskraft zu arbeiten und somit mehr Verantwortung zu übernehmen, was in der Regel auch mit einem höheren Einkommen verknüpft ist.

Viele Soldaten auf Zeit sind oft schon viele Jahre aus ihrem ursprünglich erlernten Beruf „raus". Wie wichtig ist es gerade hier einen „aktuellen" Berufsabschluss nachweisen zu können?

Eins ist klar: Während die Soldaten auf Zeit beim „Bund" sind, geht es in der Wirtschaft und Technik mit Rasanz weiter. Jetzt kommt es darauf an, Schritt zu halten und den Anschluss nicht zu verlieren. Daher ist es überaus wichtig den zeitlichen Anspruch auf Berufsförderung voll auszuschöpfen. Um die richtige Entscheidung zu treffen, sollten Zeitsoldaten gleich mehrere Alternativen prüfen. So sichert der höchste Bildungsabschluss nämlich nicht immer eine Anstellung in der zivilen Arbeitswelt. Ist denn zum Beispiel der Besuch der Bundeswehrfachschule wirklich ein ausreichender Garant für einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft? Gerade in mittelständischen Unternehmen gibt es viele Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten. Als ehemaliger Soldat auf Zeit berate ich Sie daher gerne und gebe meine Erfahrungen weiter.

Macht es aus Ihrer Sicht auch manchmal Sinn, sich beruflich neu zu orientieren und einen ganz anderen Berufsweg einzuschlagen?

Der Großteil der Zeitsoldaten hat bereits vor dem Eintritt in die Bundeswehr einen Beruf erlernt. Trotzdem müssen sich alle Gedanken darüber machen, wie es nach dem Dienstzeitende weiter gehen soll. Was entspricht meinen Fähigkeiten? Hat mein erlernter Beruf noch Zukunft oder soll ich lieber umsatteln? Welchen beruflichen Weg kann ich mir vorstellen? Hier heißt es sich frühzeitig zu informieren und die eigenen Antworten auf diese Fragen zu finden.

In Deutschland besteht zurzeit ein hoher Fachkräftebedarf. Viele Unternehmen haben heute Probleme, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Hier kann die DPFA durch ihre engen Verbindungen zur Wirtschaft hilfreich zur Seite stehen und Kontakte herstellen. Mit unseren praxisnahen Umschulungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten bereitet die DPFA Akademiegruppe ehemalige Zeitsoldaten gezielt auf die Anforderungen der Unternehmen vor.

Inwiefern können Sie dabei mit Ihren dualen Umschulungen unterstützen?

Zeitsoldaten können sich bei der DPFA komplett neu orientieren. Im Spektrum liegen hier der „Vorbereitungskurs für eine Ausbildung" bis zu den verschiedenen dualen Ausbildungsberufen wie zum Beispiel Steuerfachangestellter, Augenoptiker oder Hörgeräteakustiker. Als Erstes bringen wir Arbeitgeber und Soldaten auf Zeit zusammen. Wir erstellen gemeinsam eine Berufsplanung für die Theorie und Praxis. Im dualen System selbst liegt der größte Vorteil dieser Ausbildungsart. So können sich die jungen Mitarbeiter während ihrer praktischen Ausbildung auf die individuellen Bedürfnisse, Abläufe und Strukturen ihres Betriebes einstellen. Gleichzeitig profitieren sowohl sie als auch das Unternehmen von der fundierten Ausbildung an der Berufsschule.

Die duale Ausbildung sichert einerseits den Bildungsabschluss, der auf die Belange der Wirtschaft zugeschnitten ist, und andererseits die Umsetzung des erlernten Wissens in die Praxis. So sitzen die Soldaten auf Zeit und die Arbeitgeber von Anfang an in einem Boot. Der ehemalige Zeitsoldat erlangt durch die praxisnahe Ausbildung eine Chance auf einen Arbeitsplatz und der Arbeitgeber gewinnt einen qualifiziert ausgebildeten Mitarbeiter. Parallel zur schulischen Ausbildung führt die DPFA auch eine Art Stützunterricht zu verschiedenen Fächern durch. Da viele Teilnehmer schon lange keine Schulbank mehr „gedrückt" haben wird hier Wissen aufgefrischt. Hier kommen unsere Honorardozenten aus der Wirtschaft zum Einsatz. So wird der Unterricht immer mit aktuellen Beispielen aus der Wirtschaft untermauert.

Wo liegen Ihren Beobachtungen nach die Chancen von früheren Zeitsoldaten auf dem zivilen Arbeitsmarkt?

Nicht die teuerste Ausbildung sichert den Arbeitsplatz, sondern die Praxisnähe und die Nachfrage der gewählten Ausbildung am Arbeitsmarkt. Wer bei der Bundeswehr tätig war, bringt viele Eigenschaften mit, die er oder sie auf dem Arbeitsmarkt gut verwenden kann. Teamgeist, Loyalität, Durchsetzungsvermögen, eine schnelle Auffassungsgabe. Auch Punkte wie Disziplin, Ordnung und Pünktlichkeit sind im Vergleich zu den zivilen Bewerbern meist ausgeprägter. Zeitsoldaten haben in ihrer mehrjährigen Dienstzeit oft umfangreiche Führungserfahrungen sammeln können. Dies alles sind Eigenschaften und Tugenden, die natürlich in der zivilen Arbeitswelt gerne gesehen sind. Darüber hinaus kommt der umfangreichen zeitlichen und finanziellen Förderung ausscheidender Zeitsoldaten eine besondere Bedeutung zu.

Welche Hindernisse kommen denn erfahrungsgemäß immer wieder beim zivilen Wiedereinstieg vor?

Viele Soldaten auf Zeit haben ja schon vor ihrer Dienstzeit bei der Bundeswehr eine zivile Ausbildung absolviert oder bereits einen Beruf gelernt. Nichtsdestotrotz müssen sich alle - unabhängig von ihrer Vorbildung - frühzeitig mit der Thematik auseinandersetzen, wie es nach dem Abschied von der Truppe weitergehen soll. Vor der Wiedereingliederung in die zivile Arbeitswelt müssen aber zunächst erst mal eine Menge notwendiger Fragen geklärt werden. Was entspricht meinen persönlichen Fähigkeiten und Neigungen? Hat mein erlernter Beruf überhaupt noch ausreichend Zukunftsperspektiven? Welche nützlichen Eigenschaften bringe ich mit? Was muss ich gegebenenfalls noch dazulernen? Wo bewerbe ich mich überall? Nur allein mit seinem Berater vom Berufsförderungsdienst (BFD) zu sprechen reicht für die Beantwortung nicht aus. Ganz wichtig ist dazu nämlich der Kontakt zur Wirtschaft. Dieser fehlt aber den meisten ehemaligen Soldaten, so dass gerade hier die DPFA zumindest in ganz Sachsen hilfreich zur Seite stehen kann.

Und warum sollte man sich schon rechtzeitig mit der Thematik Weiterbildung und Wiedereinstieg nach der Bundeswehr auseinandersetzen?

Hier möchte ich mit einen Zitat von Dante, welches wir auch für unser Unternehmen seit fast zwanzig Jahren als Leitspruch beanspruchen, antworten: „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt."

Zu einer ordentlichen Selbsteinschätzung gehört die frühzeitige Erkenntnis, was man nach der Bundeswehr erreichen möchte. Nur gezielte Aus- und Weiterbildung sichert eine neue Karriere im zivilen Leben. Neben dem BFD können wir als Bildungsdienstleister in Sachsen die derzeitige und die künftige Wirtschaftslage gut einschätzen und gewinnbringend für interessierte Soldaten prüfen. Um den erfolgreichen Wiedereinstieg in die Wirtschaft zu meistern, sollte man sich damit frühzeitig auseinandersetzen. Dazu gehört das Gespräch mit dem zuständigen Berater beim BFD, das Gespräch in der Familie, mit Kameraden und Vorgesetzten, aber auch die Kontaktaufnahme zu einem Bildungsträger wie der DPFA, die über die notwendigen Kontakte in die Wirtschaft verfügt.

Inwieweit sollte man sich dabei allein auf den Berufsförderungsdienst (BFD) verlassen?

Der BFD unterstützt Sie als Soldat auf Zeit beim Einstieg in den zivilen Arbeitsmarkt. Er berät über finanzielle Unterstützung, Eingliederungshilfen und auch zu Bildungsmaßnahmen. Da der BFD aber auch eine staatliche Institution ist und nicht über Beziehungen zur zivilen Wirtschaft verfügt, sollten Berater von außerhalb hinzugezogen werden. Hier kommen die Mitarbeiter der DPFA ins Spiel. Sie können den Zeitsoldaten und das Unternehmen zusammenbringen. Daher lautet auch mein Angebot an alle Soldaten auf Zeit: Gern komme ich zu Ihnen und berate Sie vor Ort, oder Sie besuchen mich in der Bildungsstätte der DPFA. Gemeinsam erarbeiten wir eine Strategie für Ihren erfolgreichen Wiedereinstieg in die Wirtschaft.  (sg)

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Weiterbildung nach der Bundeswehr

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