Spezialisten für Arbeitssicherheit

Oberfeldwebel d.R. Andreas Janik und die Leiterin der Mplus-Akademie Maren Ziegenfuß berichten über die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Zukunftsperspektiven der Absolventen.

Die Mplus Akademie ist schon seit Jahren als Spezialist für Arbeitssicherheit in der Erwachsenenbildung aktiv. Frau Ziegenfuß, stellen Sie die Akademie doch bitte zunächst einmal vor.

ZIEGENFUSS: Die Mplus Akademie entwickelte sich 2004 als eigene Abteilung aus der Mplus GmbH und besteht aktuell aus drei festen Mitarbeitern. Als Spezialisten im Bereich der Erwachsenenbildung setzen wir praxiserfahrene, qualifizierte und kompetente Dozenten ein. Mit deren Hilfe können wir ein breites fachliches Spektrum abdecken und so allen individuellen Kundenwünschen gerecht werden. Einen besonderen Wert legen wir auf überschaubare Gruppengrößen, auf eine hohe Kundennähe sowie auf die an die Interessen der Teilnehmer angepassten Kursinhalte. Unser Ziel ist es, dass sich unsere Kunden bei uns wohl fühlen, weshalb wir immer ein offenes Ohr für Fragen und Wünsche haben. Darüber hinaus wird Service und Persönlichkeit bei uns großgeschrieben und eine entspannte und familiäre Atmosphäre innerhalb der Mplus GmbH unterstützt. Seit 2005 haben wir in unserer Zentrale in Sankt Augustin auch eigene Räumlichkeiten für unsere Seminare. Diese sind kreativ und lebendig gestaltet und verfügen über eine moderne Ausstattung. Kurz gesagt, es lohnt sich einfach einmal anzuklingeln und unsere Ausbildung zu besuchen.

Das Thema Arbeitssicherheit spielt bekanntlich nicht nur in der Bundeswehr eine wichtige Rolle. Wie bewerten Sie die späteren Berufsperspektiven Ihrer Absolventen in der zivilen Wirtschaft?

ZIEGENFUSS: Die Berufsperspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind aktuell sehr gut. Schließlich ist der Mangel an Fachkräften im Bereich der Arbeitssicherheit enorm. Beim Einsehen verschiedener Jobportale wird das besonders deutlich, da man hier viele freie Stellen für die Spezialisten der Arbeitssicherheit finden kann. Gerade die Kombination mit dem Brandschutzbeauftragtenwesen oder mit der Qualifikation als befähigte Person zur Prüfung von diversen Arbeitsmitteln wird auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Hinzu kommt, dass dieser Bereich meiner Meinung nach nicht so schnell „aus der Mode" kommen wird, da Arbeitssicherheit immer eine Rolle spielen wird und die Prüfung der Arbeitsplätze schlecht durch technische Neuerungen ersetzt werden kann. Die vielfältigen Möglichkeiten und die interessante Arbeitsplatzgestaltung sollten ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. So bietet der Beruf als Fachkraft für Arbeitssicherheit eine große Abwechslung. Sie begleiten Begehungen an den unterschiedlichsten Örtlichkeiten, beraten die verschiedensten Unternehmen, können ihre Dokumentationen bei selbstständiger Tätigkeit von zu Hause aus erledigen und sind auch in der Termingestaltung meist äußerst flexibel.

Muss man eigentlich im Vorfeld spezielle Voraussetzungen erfüllen, um die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit beginnen zu können?

ZIEGENFUSS: Ja, denn für die Fachkraft für Arbeitssicherheit muss der Teilnehmer Techniker, Meister oder Ingenieur sein. Ist er dies nicht, kann sich der Ausbildungsträger von der Eignung des Bewerbers überzeugen. Gemäß den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (BGV) muss aber mindestens ein Nachweis über eine zweijährige meisterähnliche Tätigkeit oder eine andere berufliche Erfahrung vorliegen, die von einer erfolgreichen Ausbildung und späteren qualitativ hochwertigen Durchführung der Tätigkeit ausgehen lässt. Die Prüfung der Eignung führen wir etwas aufwendiger als vorgegeben durch, da die Teilnehmer nach erfolgreicher Prüfung mit unserem Zertifikat auf dem Markt unterwegs sind. Und wir möchten selbstverständlich für  höchste Qualität und gut ausgebildete Fachkräfte stehen. Aus diesem Grund führen wir im Vorfeld eine ausführliche Beratung am Telefon durch und sprechen hier zusammen das weitere Vorgehen ab. Im Anschluss findet vor Ausbildungsbeginn ein Eignungsgespräch bei unserem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Arbeitsschutz statt. Am Ende der Ausbildung erhält der Absolvent dann zusätzlich eine gutachterliche Stellungnahme.

Gehen Sie doch bitte mal genauer auf die Inhalte und den Ablauf der Ausbildung ein.

ZIEGENFUSS: Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, kurz SiFa, besteht aus drei Ausbildungsstufen mit insgesamt fünf Präsenzphasen und vier Prüfungen. Dabei sind die theoretischen und praktischen Unterrichte sehr vielfältig und ausführlich gestaltet. Begonnen wird aber zunächst mit den Grundlagen, wo die verschiedenen Gefährdungsfaktoren vermittelt und erläutert werden. Danach geht es an die Methoden und Instrumente für die Arbeit als zukünftige Fachkraft, um Begehungen und Analysen von den unterschiedlichsten Arbeitsplätzen durchführen und die jeweiligen Unternehmer oder Auftraggeber optimal beraten zu können. Das wichtigste Handlungsinstrument ist hierbei die Gefährdungsbeurteilung mit ihren einzelnen Schritten, die von der Analyse bis zur Wirkungskontrolle reichen.

Wir versuchen auch die Theorie möglichst spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Unsere Dozenten sind alle praxiserfahren und können so den Unterricht mit vielen berufsnahen Beispielen auflockern. Sie geben wichtige Hilfsmittel für die spätere Tätigkeit mit an die Hand. Denn wir möchten, dass unsere Teilnehmer möglichst sofort und vor allem sicher agieren können. Daneben legen wir ebenfalls einen großen Wert auf die Unterstützung nach der Ausbildung, bei der unsere Absolventen auch später noch mit jeglichen Fachfragen zu uns kommen dürfen. Neben den Präsenzphasen gibt es noch die sogenannten Selbstlernphasen in denen der Teilnehmer die Inhalte vertiefen und sich auf die unterschiedlichen Prüfungen vorbereiten muss. Wie schon erwähnt beinhaltet die gesamte Ausbildung vier Prüfungen - die Lernerfolgskontrollen, kurz LEK. Die erste LEK ist für die meisten Absolventen die schwierigste Hürde, da im Rahmen einer schriftlichen Prüfung 100 Fragen aus dem Grundlagenteil beantwortet werden müssen. Wir sind hier jedoch sehr stolz darauf eine Durchfallquote von nahezu Null Prozent aufweisen zu können. Die zweite und dritte LEK gehört zum praktischen Teil der Ausbildung, wo die Teilnehmer eine Gefährdungsbeurteilung über einen Arbeitsplatz ihrer Wahl schreiben und darüber hinaus noch einen freien Vortrag zu ihren Berichten halten müssen. Zuletzt haben wir dann als vierte LEK die Abschlussprüfung. Diese gehört zu dem branchenspezifischen Teil der Ausbildung. Hier kann sich der Teilnehmer vorab entscheiden für welche Unternehmen er später tätig werden möchte.

Gibt es darüber hinaus noch zusätzliche Bildungsmaßnahmen, um sich für einen zukünftigen Arbeitgeber so breit wie möglich auf zustellen?

ZIEGENFUSS: Die Ausbildung wird von unseren Absolventen gern mit weiterführenden Bildungsmaßnahmen kombiniert. Immerhin muss eine Fachkraft für Arbeitsschutz heute vielfältig und flexibel einsetzbar sein. Sie kommt deshalb um eine ständige Weiterbildung nicht herum, um fachlich hoch qualifiziert und auf dem neuesten Stand der Dinge zu bleiben. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Kombination mit den Ausbildungen „Geprüfter Brandschutzbeauftragter", „Befähigte Person zur Prüfung verschiedener Arbeitsmittel (PSA gegen Absturz oder Regalanlagen)", „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator" oder „Gefahrgutbeauftragter" gerne hinzu gebucht werden. Also Fortbildungen aus dem Bereich der Arbeitsplatz- und Arbeitssicherheitsoptimierung. Im Übrigen haben wir für unsere Teilnehmer immer Sonderkonditionen für Kombinationsbuchungen.

JANIK: Zusätzlich zur Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit habe ich noch die Ausbildungen zum Brandschutzbeauftragten und zum Gefahrgutbeauftragten absolviert. Beides waren für mich wichtige Zusatzqualifizierungen, um meine Kunden heute optimal unterstützen zu können. Ich kann es daher ebenso nur empfehlen sich umfassend ausbilden zu lassen und dadurch für die zukünftigen Arbeitgeber möglichst attraktiv zu sein.

Herr Janik, Sie sind für eine große Genossenschaft im Bereich der Arbeitssicherheit tätig und betreuen eine Vielzahl von anderen Firmen. Wie sieht denn so Ihr täglicher Arbeitsablauf aus?   

JANIK: Direkt im Anschluss an mein Praktikumsjahr bin ich fest eingestellt worden. Zurzeit betreue ich über 300 Firmen im Bereich der Arbeitssicherheit, wobei die einzelnen Aufgabengebiete sehr breit gefächert sind. Vom Bestatter über Speditionen bis hin zum Binnenschiffer und Waschstraßenbetreiber sind in meinem Aufgabengebiet Unternehmen aus allen Branchen vertreten. Aber genau das macht den Reiz an diesem Beruf aus. Man ist viel draußen an der frischen Luft und hat ebenfalls genug Tage an denen man Zeit im Büro verbringen kann. Da es meine Aufgabe ist, die Unternehmen in allen Fragen der Arbeitssicherheit zu beraten und zu unterstützen, sieht mein typischer Arbeitsablauf wie folgt aus. In der Regel rufe ich die Kunden vorher an und vereinbare einen Termin. Gewöhnlich finden im Jahr ein bis zwei Kundenbesuche statt, wo ich mit dem Unternehmer oder einer beauftragten Person eine Betriebsbegehung vornehme und vor Ort auf erkannte Missstände Rund um die Arbeitssicherheit hinweise. Auch das Beratungsgespräch mit den Kunden über potentielle Änderungen in den Gesetzen und Vorschriften gehören zu meinen Aufgaben. Ein zentraler Punkt bei der Arbeitssicherheit ist die Erstellung von individuellen Gefährdungsbeurteilungen für die jeweiligen Arbeitsbereiche des Unternehmens. Im Rahmen dieser Beurteilungen müssen mögliche Gefahrenquellen für die Mitarbeiter erkannt und durch mich die Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die Unfallschwere bewertet werden. Ab einem bestimmten Risiko müssen vom Unternehmen dann entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen werden. Außerdem zählen auch die Erstellung von Betriebsanweisungen, Alarm- und Rettungsplänen sowie Recherchen zu allen Themenbereichen der Arbeitssicherheit zu meinen weiteren Aufgaben. Schließlich wollen die Unternehmer ständig über Neuerungen unterrichtet werden. Auch bei der Planung neuer Projekte oder bei der Anschaffung von neuen Maschinen und Fahrzeugen stehe ich den Unternehmern beratend zur Seite.

Sie waren während Ihrer aktiven Dienstzeit lange als Fahrlehrer tätig und haben sich nach dem Ausscheiden beruflich neu orientiert. Welche persönlichen Gründe haben Sie am Ende bewogen sich für die Arbeitssicherheit zu entscheiden?   

JANIK: Die Zeit als Fahrlehrer bei der Bundeswehr war für mich insgesamt eine sehr schöne und erfahrungsreiche Zeit. Aber schon vor meinem Dienstzeitende stand für mich fest, dass ich diesen Beruf nicht für immer ausüben möchte. Warum ich dann in der Arbeitssicherheit gelandet bin ist eigentlich recht einfach zu erklären. Denn zu der Zeit als ich die Bundeswehr verlassen habe, gab es kaum gute Jobangebote auf dem freien Markt. Nach einiger Recherche bin ich beim Besuchen einer Jobmesse auf die Straßenverkehrsgenossenschaft Hamburg aufmerksam geworden, wo ich mich spontan auf eine Stelle als Fachkraft für Arbeitssicherheit bewarb. Das selbstständige Handeln, das Referieren vor Kunden sowie die fassettenreiche Arbeit waren für mich dabei die ausschlaggebenden Punkte diese Ausbildung zu absolvieren und hier eine neue berufliche Zukunft zu starten.

Was hat Ihnen eigentlich während Ihrer Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit an der Mplus Akademie besonders gefallen?

JANIK: Am meisten haben mir die kompetente Art, der freundliche Umgang sowie die kleine Teilnehmerzahl in den Ausbildungsgruppen gefallen. Darüber hinaus fand ich die Art und Weise, wie der Lernstoff vermittelt wurde, sehr gut und ausgesprochen effektiv. Am erfolgreichen Abschluss der Ausbildung haben zu einem großen Teil auch die überaus kompetenten Referenten der Akademie beigetragen.

Und konnten Sie von dem im Rahmen der Unterrichte vermittelten Wissen auch später in der Praxis profitieren?

JANIK: Auf jeden Fall. Die von mir bei der MPlus Akademie erworben Grundlagen gehören im Großen und Ganzen zum täglich Brot einer Fachkraft für Arbeitssicherheit. Da ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber jedoch ein sehr breitgefächertes Spektrum an unterschiedlichsten Kunden zu betreuen habe musste ich mir darüber hinaus natürlich noch zusätzliche Fachkenntnisse aneignen. Insgesamt bin ich mit meiner Ausbildung aber sehr zufrieden gewesen und kann mit Fug und Recht sagen, dass mir die fundierten Grundlagen und das vermittelte Wissen gerade zu Beginn meiner Arbeit echt weitergeholfen haben.

Wie gut hat bei Ihnen im Verlauf der Wiedereingliederung überhaupt die Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungsdienst (BFD) geklappt?

JANIK: An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich all die Jahre sehr gut durch den BFD betreut wurde. Nicht nur nach Beendigung meiner Laufbahn bei der Bundeswehr sondern auch schon die ganzen Jahre zuvor. Das lag aber sicherlich daran, dass ich einen sehr kompetenten Ansprechpartner als BFD-Berater hatte.  (sg)

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