Optimal beraten

Stabsunteroffizier d.R. Marc Martin Becker und der pepb-Geschäftsführer Sven de Vries über die Möglichkeiten der Unterstützung nach der Dienstzeit sowie über die Vorteile einer praxisorientierten Ausbildung zum Logistikmeister.

Die pepb GmbH bereitet ausscheidende Zeitsoldaten auf den beruflichen Wiedereinstieg vor und versucht obendrein einen passenden Arbeitgeber zu finden. Herr de Vries, können Sie dieses Konzept zunächst einmal kurz beschreiben?

DE VRIES: Die Arbeit, die sich hinter unserem Konzept verbirgt, ist sehr komplex und vielschichtig. Mit den interessierten Bewerbern führen wir zunächst ein erstes Gespräch, in dem wir objektiv über die jeweiligen Chancen und Anforderungen im Bereich Handel und Logistik informieren. Dabei geht es uns aber keines Falls darum, die Person in eines unserer Ausbildungsprogramme „hineinzuberaten". Denn durch individuell abgestimmte Gespräche wollen wir unserer Aufgabe als Personalberater gerecht werden. So kommt es nicht selten vor, dass potentielle Bewerber plötzlich ein ganz anderes Branchenbild gewinnen und sich doch lieber für einen anderen Berufszweig entscheiden. Das ist jedoch aus unserer Sicht ein völlig normaler Prozess und das Resultat einer guten Beratung. Mit den Bewerbern, die anschließend weiterhin Interesse zeigen, steigen wir dann in den eigentlichen Vorbereitungs- und Coachingprozess ein. Dieser soll natürlich am Ende in ein Ausbildungsverhältnis mit der Perspektive auf einen festen Arbeitsplatz bei einem attraktiven Arbeitgeber münden.

Auf dem Weiterbildungsmarkt sind bekanntlich jede Menge große und kleine Bildungsträger aktiv. Inwiefern hebt sich Ihr Unternehmen von den vergleichbaren Mitbewerbern ab?

DE VRIES: Der gerade von mir angesprochene Coachingprozess ist aus meiner Sicht der wesentlichste Unterschied zu den Angeboten vergleichbarer Mitbewerber. Denn nachdem wir eine erste Eignungsfeststellung durchgeführt haben, unterstützen wir unter anderem bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und organisieren das Vorstellunggespräch bei unseren Partnerfirmen. Natürlich bereiten wir unsere Soldaten auch auf diese Art von Gesprächen vor, um dadurch die Erfolgschancen zu verbessern. Sofern die ersten Verhandlungen gut verlaufen sind organisieren wir in Absprache mit allen Beteiligten ein Praktikum, um die bevorstehende Entscheidung für eine Ausbildung zu untermauen oder doch lieber noch mal zu überdenken. Schließlich haben hier unsere Erfahrungen gezeigt, dass die Kennenlernphase elementar für den erfolgreichen Verlauf der Wiedereingliederung von Zeitsoldaten ist. Zudem können hier auf beiden Seiten letzte Zweifel ausgeräumt werden. Im Übrigen sind wir während der gesamten Ausbildung ständig als Ansprechpartner für unsere Auszubildenden präsent. Durch unser eigenes Schulungshotel haben wir alleine schon räumlich eine enge Bindung zu unseren Teilnehmern. Diese Präsenz ist sehr wichtig, da wir mitunter in die Rolle eines Mediators schlüpfen und zwischen den ehemaligen Zeitsoldaten sowie den jeweiligen Firmen vermitteln müssen. So benötigen unsere einstigen Soldaten oft etwas Zeit, um sich an das neue berufliche Umfeld zu gewöhnen. Und auf der anderen Seite wissen die Unternehmen nicht immer, wie viel sie unseren Auszubildenden letztlich abverlangen können. Wobei wir unsere Soldaten in der Ausbildung nicht als den klassischen Azubi betrachten, sondern vor allem in den Aufstiegsfortbildungen als Führungsnachwuchs sehen.

Was machen Sie konkret, um Ihre Absolventen nach der Ausbildung wieder in den zivilen Arbeitsmarkt zu integrieren?

DE VRIES: Durch die enge Bindung zu unseren Teilnehmern während der gesamten Ausbildung erfahren wir frühzeitig, ob diese im jeweiligen Partnerunternehmen in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden oder nicht. Allerdings bekommen die meisten unserer Auszubildenden später ohne größere Probleme einen Arbeitsplatz. Und für die Bewerber, die trotzdem nicht übernommen werden, lassen wir unser Netzwerk von Partnerfirmen aufleben und stellen sie einfach erneut bei einem anderen Unternehmen vor. Bisher haben wir noch keinen Teilnehmer im Regen stehen lassen und werden das natürlich auch in Zukunft nicht tun. Denn der Arbeitsplatz am Ende unseres Coachingprozesses bleibt unsere oberste Priorität. Das ist die Zielerreichung an der wir uns messen lassen wollen.

Nicht nur in der zivilen Arbeitswelt sondern auch bei vielen Soldaten werden Studienabschlüsse immer beliebter. Ist die Meisterausbildung im Zuge der Berufsförderung heute überhaupt noch vorteilhaft?

DE VRIES: Meiner Meinung nach kann man die Meisterausbildung, zumindest so praxisorientiert wie sie bei uns konzipiert ist, nicht direkt mit einer akademischen Ausbildung vergleichen. Denn die jeweiligen Zielgruppen sind ziemlich verschieden. So werden gerade in Handel und Logistik für den operativen Bereich keine eigenen theoretischen Modelle entwickelt. Die Führungskräfte aus diesen Branchen müssen daher über die Fähigkeit verfügen zur Lösungsfindung auch auf ihre weitreichenden Praxiserfahrungen sowie auf ihr fundiertes theoretisches Potenzial zurückzugreifen. Zumal hier der praktische Ansatz stets im Vordergrund steht. Außerdem sollte man als Bewerber seine eigenen Fähigkeiten und Interessen im Vorfeld genau analysieren. Während meiner Zeit als aktiver Soldat habe ich viele Kameraden kennengelernt, die eben ihre Stärken in einer praxisorientierten Vorgehensweise hatten. Leider haben sie sich dann für eine theorielastige Ausbildung entschieden und waren damit am Ende ziemlich unzufrieden. Doch das ist für mich ein klassisches Beispiel für ein generelles Phänomen in unserer heutigen Gesellschaft. Viele Eltern trimmen ihre Kinder bereits in der Schule zum Abitur, so als sei der Gang in die Arbeitslosigkeit oder der soziale Absturz ohne Abi quasi schon vorprogrammiert. Natürlich kommt danach nur ein Studium in Frage, um den gerade erwähnten „Gefahren" möglichst entkommen zu können. Allerdings sollten wir uns nach meiner Ansicht wieder mehr auf unsere eigenen Fähigkeiten konzentrieren. Auf das was uns wirklich interessiert, was uns liegt und was wir gut können. Schließlich ist nicht jeder Mensch von theoretischen Modellen oder trockenen Hypothesen zu begeistern, da sich praktische Lösungen für gewöhnlich sehr viel eindringlicher erschließen. Das haben zum Glück auch immer mehr Unternehmen aus der Wirtschaft erkannt, die oft praxisorientierte Ausbildungsabschlüsse bevorzugen. Auch wir sehen das so und erstellen als wesentlichen Bestandteil unserer Beratung ein persönliches Fähigkeitsprofil für unsere Bewerber. Wir wollen den Kreislauf: ‚Fähigkeiten erkennen, Interesse haben, Erfolgreich sein, Geld verdienen‘.

Wann ist denn erfahrungsgemäß der „Meister" auf jeden Fall empfehlenswert?

DE VRIES: Zunächst einmal muss man sich die Frage stellen, ob man nach der Bundeswehr wieder im Bereich der früheren Berufsausbildung arbeiten möchte. Ist dies der Fall, so sollte man insbesondere in der Unteroffizierlaufbahn wann immer möglich eine Weiterbildung zum Meister oder zum Fachwirt als „up-date" des vorhandenen Berufsabschlusses anstreben. Im dualen System, das heißt im stetigen Wechsel zwischen Theorie und Praxis, ist die Meisterausbildung gerade für längerdienende Zeitsoldaten, deren zivilberufliche Ausbildung bereits Jahre zurück liegt, definitiv zu empfehlen. Ganz nebenbei wird somit auch dem Mangel an beruflicher Praxis schon ab dem ersten Tag der Ausbildung entgegen gewirkt.

Herr Becker, nach Ihrem Dienstzeitende ist Ihnen mit Hilfe der pepb GmbH eine reibungslose Rückkehr in das zivile Berufsleben geglückt. Schildern Sie doch bitte einmal Ihre ganz persönliche Wiedereingliederung.

BECKER: Ich glaube ich spreche für viele Soldaten, wenn ich sage, dass man sich besonders gegen Ende der Dienstzeit so seine Gedanken über die weitere Zukunft macht. Es ist schon ein mulmiges Gefühl nach acht Jahren Dienstzeit nicht genau zu wissen, was da in den folgenden Monaten alles auf einen zukommen mag. Darüber hinaus müssen erste Weichen gestellt und zahlreiche wichtige Fragen geklärt werden. Qualifiziere ich mich im Rahmen meiner BFD-Ansprüche weiter oder fange ich mit einer anderen Ausbildung noch mal komplett neu an? Zumindest in diesem Punkt stand für mich schnell fest, dass ich nicht in meinen erlernten Beruf als Tankwart zurück kehren wollte. Ich informierte mich im Internet welche Möglichkeiten mir mein „alter" Berufsabschluss noch bot. Das Ergebnis war eine Aufstiegsfortbildung zum geprüften Handelsfachwirt. Nach weiteren Recherchen faste ich den Entschluss diese Weiterbildung letztlich auch absolvieren zu wollen. Im Verlauf des nächsten Termins beim Berufsförderungsdienst (BFD) schilderte ich meine Pläne und bekam vom zuständigen Berater eine Informationsbroschüre der pepb GmbH übergeben. Darüber hinaus schilderte mir der BFD-Berater seine positiven Erfahrungen mit pepb. Kurz danach führte ich bereits ein längeres Telefonat mit Herrn de Vries und wurde umgehend zu einem vertiefenden Informationsseminar eingeladen. Nach der Sichtung meiner Unterlagen und einem persönlichen Gespräch wurde mir rasch signalisiert, dass man mich bei meinem beruflichen Wiedereinstieg unterstützen wollte und ich die Fortbildung zum geprüften Handelsfachwirt wie geplant antreten könnte. Hier hatte ich die Qual der Wahl, da ich für die praktischen Ausbildungsanteile zwischen diversen Partnerunternehmen auswählen konnte. Glücklicher Weise waren gleich mehrere Firmen in meiner unmittelbaren Wohnortnähe dabei, so dass ich mich zunächst für eine bekannte Großhandelskette aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik entschied.

Wegen meiner guten Leistungen wurde ich im Fachmarkt rasch zum stellvertretenden Abteilungsleiter in der PC-Sparte ernannt. Im weiteren Verlauf der Arbeit musste ich jedoch feststellen, dass mir die Branche dann doch nicht so wirklich gefiel. Hier ermöglichte mir die hohe Flexibilität des pepb-Teams den reibungslosen Wechsel zu einer anderen Partnerfirma. Innerhalb kürzester Zeit konnte ich meinen praktischen Teil bei einer großen Baumarktkette fortsetzen. Auch hier wurde ich wieder vollends unterstützt und von meinen Vorgesetzten weiter gefördert. Nachdem ich alle Marktbereiche durchlaufen hatte wurde ich bis zum Ende meiner Aufstiegsfortbildung als Teamleiter eingesetzt. Im Anschluss daran hätte man mich zwar am liebsten dauerhaft übernommen, jedoch waren die Rahmenbedingungen dafür nicht ganz so rosig. Am Ende habe ich mich für ein völlig anderes Unternehmen entschieden, da ich mich parallel noch anderweitig beworben hatte. Deshalb konnte ich nach dem Ausbildungsende nahtlos als Außendienstmitarbeiter im Bereich Handel und Merchandising bei meinem jetzigen Arbeitgeber beginnen.

Wie zufrieden waren Sie rückblickend mit Ihrer Entscheidung sich von Herrn de Vries und seinem Team unterstützen zu lassen?

BECKER: Ich bin sehr froh mich für diesen Weg entschieden zu haben. Herr de Vries und seine Mitarbeiter standen mir während der gesamten Zeit stets für persönlichen Belange und Fragen zur Seite. Bei allen Problemen konnte immer eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Zudem waren alle Abläufe gut organisiert und die Dozenten allesamt erstklassig sowie immer gut vorbereitet. Dadurch, dass mir selbst die gesamten Schulungsunterlagen bereitgestellt wurden, konnte ich mich voll auf den Lernstoff konzentrieren und musste mir diesen nicht erst umständlich selber suchen. Im Übrigen hat mir das eigene Schulungshotel ebenfalls sehr gut gefallen, da hier alle wichtigen Bereiche unter einem Dach zusammengefasst sind. Das führt zu kurzen Wegen und spart eine Menge Zeit. Rückblickend kann ich sagen, dass es für mich persönlich die richtige Entscheidung gewesen ist, meine Aufstiegsfortbildung zum geprüften Handelsfachwirt bei pepb zu absolvieren. Wegen meiner guten Erfahrungen möchte mich an dieser Stelle beim gesamten Team für die tolle Unterstützung bedanken.

Gibt es eigentlich irgendwelche Voraussetzungen, die man für die Bildungsangebote mitbringen muss?

DE VRIES: Für die Aufstiegsfortbildung zum „Handelsfachwirt (IHK)" wäre ein bereits vorhandener kaufmännischer Berufsabschluss ideal, wobei dieser nicht zwingend erforderlich ist. Zudem gibt es in unseren Kursen viele Teilnehmer, die aus dem Handwerk kommen und bei uns vorher schon eine kaufmännische Umschulung machen. Der „Logistikmeister (IHK)" richtet sich vornehmlich an die Bewerber, die schon über logistische Erfahrungen verfügen. Es ist natürlich klar, dass hier ein logistischer Berufsabschluss den Verlauf der Ausbildung ebenfalls nicht unerheblich erleichtern würde. Darüber hinaus bieten wir zudem die „Fachkraft für Lagerlogistik (IHK)" oder den „Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung (IHK)" an.

BECKER: Für die Aufstiegsfortbildung zum geprüften Handelsfachwirt sollte man meiner Meinung nach auf jeden Fall einen guten Schulabschluss besitzen. Noch besser ist es, wenn man bereits eine kaufmännische Ausbildung durchlaufen hat. Denn die Aufstiegsfortbildung hat es in den einzelnen Themenbereichen echt in sich und ist mit einem disziplinierten Selbststudium verbunden. Man muss sich auf jeden Fall bewusst sein, dass teilweise hohe Anforderungen gestellt werden. Ich selber habe 1999 meinen Hauptschulabschluss gemacht und meine abgeschlossene Ausbildung zum Tankwart von 2002 als Voraussetzung für die Fortbildung mitgebracht. Doch nach über zehn Jahren wieder die Schulbank zu drücken war schon eine gewisse Herausforderung für mich.

Und wie läuft die duale Ausbildung bei den jeweiligen Partnerunternehmen tatsächlich ab?

BECKER: Im Partnerunternehmen habe ich wie alle anderen Arbeitnehmer rund 40 Stunden pro Woche gearbeitet und bin hier voll in die täglichen Arbeitsabläufe integriert worden. In der ersten Firma vertraute man mir schon nach kurzer Zeit die Position des stellvertretenden Abteilungsleiters in der PC-Sparte an. Das hatte den großen Vorteil, dass ich bei meiner Arbeit viele theoretische Ausbildungsthemen in der beruflichen Praxis anwenden durfte. Nach meinem Wechsel wurde das Ganze noch mal intensiviert, da ich in dem anderen Unternehmen als Teamleiter zusätzlich für die Personalplanung verantwortlich war und sämtliche Aufgaben einer regulären Führungskraft übernahm.

DE VRIES: Unsere Teilnehmer sind im Monat für drei Wochen praktisch im jeweiligen Partnerunternehmen eingesetzt. Wie von Herrn Becken beschrieben arbeiten sie hier nach einer intensiven Einarbeitungsphase ganz normal mit. Viele unserer Unternehmen erkennen dabei sehr schnell das Potential der ehemaligen Soldaten, so dass diese während der normalen praktischen Ausbildung auch hin und wieder eigene Projekte betreuen dürfen. Die berufliche Praxis wird dann jeweils durch einen thematisch in sich geschlossenen Theorieblock von fünf Tagen unterbrochen. Damit gewährleisten wir nebenbei, dass ein Einstieg in unsere Ausbildung jederzeit möglich ist.

In welchem Maße hat Ihnen am Ende der Dienstzeit auch der Berufsförderungsdienst (BFD) helfen können?

BECKER: Vom meinem zuständigen BFD-Team wurde ich während der gesamten Phase der Wiedereingliederung echt super unterstützt. Egal ob ich dort mit Fragen, Anträgen oder Abrechnungen erschienen bin, jedes Mal hat man mir problemlos und routiniert weiter helfen können. Besonders der persönliche Kontakt war klasse und hat mir sehr gefallen. Mal davon abgesehen hat man mich beim BFD ja erst auf das Angebot der pepb GmbH aufmerksam gemacht, wofür ich dem Standortteam Boostedt echt noch mal danken möchte.  (sg)

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Bildungspartner für Zeitsoldaten

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