MBA in Sicherheitsmanagement

Für die Karriere in der Sicherheitswirtschaft: Hauptmann Mörs berichtet über seine Erfahrungen im berufsbegleitenden MBA-Studiengang „Security & Safety Management am Institut für Akademische Weiterbildung (IAW) der TH Ingolstadt.


Herr Mörs, als Zeitsoldat absolvieren Sie gerade den geförderten MBA „Security & Safety Management" am IAW. Stellen Sie sich doch bitte zunächst kurz vor.

Nach meinem Fachabitur habe ich eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker abgeschlossen und mich anschließend als Offizieranwärter bei der Bundeswehr beworben. Ich wurde zum Panzeraufklärungsoffizier ausgebildet und im Anschluss an mein Betriebswirtschaftsstudium zum Feldnachrichtenoffizier weitergebildet. Im militärischen Bereich durchlief ich die typischen Verwendungen eines Offiziers vom Trupp- und Zugführer bis hin zum Kompanieeinsatzoffizier einer leichten Aufklärungskompanie. In dieser Funktion bin ich aktuell eingesetzt.

Warum ist der berufsbegleitende MBA-Studiengang des IAW für Sie besonders interessant?

Im Zuge meiner BFD-Planung hatte ich mich ursprünglich gegen ein weiteres Studium entschieden. Leider fand ich keinen passenden berufsbegleitenden Studiengang, der meinen Interessen entsprach. Ein Studium zu beginnen nur um noch einmal zu studieren, kam für mich nicht in Frage. Wenn dann sollte schon mein persönliches Interesse geweckt sein. Im Zuge einiger interner BFD-Maßnahmen wurde ich auf die Internetseite von Dienstzeitende.de aufmerksam, wo ich auf den MBA Studiengang Security & Safety Management an der Technischen Hochschule Ingolstadt stieß. Ich habe daraufhin mit Recherchen begonnen und mich näher mit den Inhalten des Studiums an der THI sowie anderen Hochschulen auseinandergesetzt, die ähnliche Studiengänge anbieten. Letztlich habe ich mich für das Konzept der THI entschieden, da ich hier die Möglichkeit sah, im Zuge eines MBA Studiengangs ebenfalls auf mein Betriebswirtschaftsstudium aufzusatteln. Für mich war Security & Safety Management interessant, da der Aspekt der Sicherheit immer stärker in den Fokus von Unternehmen, Behörden aber auch der Öffentlichkeit rückt. Für mich als Soldat ist Sicherheit ein Begriff, mit dem ich mich bereits während meine gesamte Laufbahn beschäftige. Dementsprechend habe ich eine gewisse Affinität zu diesem Thema und sehe in dem Studiengang eine gute Möglichkeit, dies mit einer akademischen Ausbildung zu untermauern, um so auch meine militärischen Erfahrungen im zivilen Management nutzen zu können.

Gehen Sie einmal etwas näher auf die Studieninhalte des MBA ein.

Neben den Kernmodulen des MBA Programms, welche querschnittlich auch für andere MBA‑Studiengänge angeboten werden, wie z.B. Leadership, operatives und strategisches Management oder Veränderungs- und Prozessmanagement, liegt der Schwerpunkt im Bereich Security und Safety. Neben den Grundlagen Security & Safety Management werden Vertiefungsmodule aus den Bereichen Krisenmanagement, strategisches Risikomanagement oder Business Continuity angeboten. Auch personelle- oder IT-Sicherheit gehören mit zu den Vorlesungsmodulen und natürlich ist im fünften Semester auch eine Masterarbeit zu schreiben. Der bisherige Ablauf gestaltet sich sehr spannend. Auch wenn ich bisher erst ein Semester beurteilen kann, so bin ich fest davon überzeugt, dass das erarbeitete Konzept aus Präsenz- und Heimarbeitsphasen sehr zielführend aufgebaut ist.

Ein gutes Basiswissen ist enorm wichtig. Aber wie wird an der THI der aktuelle Bezug zur Praxis sichergestellt?

Alle Dozenten, die ich bisher kennen gelernt habe, verfügen über ein umfassendes praktisches Wissen. Fast ausnahmslos ziehen sie dies aus der eigenen beruflichen Vergangenheit. Die Vorlesungen, welche in der Regel am Freitag bzw. Samstag stattfinden, verbinden daher theoretisches Wissensvermittlung mit direktem Praxisbezug. Übungen oder Hausarbeiten orientieren sich an realen Problemstellungen und machen das Studium damit spannend. Zudem bringen die Kommilitonen ihre persönlichen Erfahrungen und Problemstellungen in die Vorlesungen mit ein. Da hilft es, dass Vorlesungen in querschnittlichen Fächern von mehreren MBA Studiengängen besucht werden. So ist ein interessanter Mix an beruflichen Fachrichtungen, Tätigkeitsprofilen und Positionen unter den Studenten vertreten. Jeder kann hier einen individuellen Nutzen aus den Erfahrungen und Fragstellungen der Anderen ziehen.

Inwiefern profitieren Sie von diesem Austausch mit den „zivilen" Kommilitonen?

Für mich als Soldat, der nach Ende seiner Dienstzeit in die freie Wirtschaft wechseln möchte, ist es ein nicht zu unterschätzender Vorteil, mit zivilen Studenten zu studieren! Natürlich unterscheiden sich die Herausforderungen, die ich als Soldat im täglichen Dienst bei der Führung von Personal habe nicht grundsätzlich von den Herausforderungen in einem Wirtschaftsunternehmen. Dennoch sind die Lösungsansätze oder Herangehensweisen andere. Außerdem ergibt sich durch die Durchmischung auch eine klasse Gelegenheit mit den Kommilitonen über ihr jeweiliges Unternehmen und deren Profil zu sprechen. So lerne ich im Grunde auch potentielle Arbeitgeber etwas besser kennen.

Ein berufsbegleitendes Masterstudium ist immer eine Herausforderung. Wie bewältigen Sie das Arbeitspensum neben Beruf und Familie?

Natürlich ist ein berufsbegleitendes Studium nichts, was man nur mal eben so nebenbei macht. Dies trifft zumindest auf mich so zu. Es gehört eine ordentliche Planung, sowie die nötige Motivation und an der ein oder anderen Stelle natürlich auch ausreichend Disziplin dazu, um neben dem täglichen Dienst erfolgreich zu studieren. Die Vorlesungen fanden bisher immer am Freitag und Samstag statt. Neben der Anfahrt nach Ingolstadt nehmen Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen und Prüfungen natürlich einen Menge Zeit ein. Dessen muss man sich unbedingt bewusst sein, bevor man sich für ein berufsbegleitendes Studium entscheidet. Wie viel Zeit hierfür am Ende insgesamt aufgewendet werden muss, ist sicherlich individuell unterschiedlich. Aber das ein oder andere Hobby musste bei mir doch schon merklich zurückstecken. Der Familie will man ja auch noch gerecht werden. Die vorhandene Zeit muss also gut und effektiv genutzt werden, um das Arbeitspensum zu bewältigen.

Welche Erfahrungen haben Sie im Rahmen der Förderung Ihres Studiums durch den Berufsförderungsdienst (BFD) gemacht?

Bisher verlief die Zusammenarbeit mit meinem Berufsförderungsdienst wirklich vorbildlich. Nach Prüfung der Voraussetzungen auf Förderbarkeit des Studiums gab es keine Herausforderungen. Auch die Kosten des Studiums werden zu einem großen Teil durch den BFD übernommen.

Zuletzt noch eine persönliche Frage. Wo liegen Ihre beruflichen Ziele nach Abschluss des MBA „Security & Safety Management" an der THI?

Nach erfolgreichem Abschluss strebe ich eine Führungsposition im Bereich der Corporate Security an. Mit Maschinenbau und technischen Produkten sowie der Automobilindustrie habe ich bisher geliebäugelt. Für mich ist es wichtig, für ein Unternehmen zu arbeiten, mit dessen Produkten ich mich identifizieren kann.  (sg)

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Studium nach der Bundeswehr

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