Master-Studium für Offiziere

Neuer Masterabschluss: Hauptmann Astrid Köbernick und die akademische Leiterin Prof. Dr. Sigrid Rotering-Steinberg erklären die Besonderheiten des berufsbegleitenden Masters in „Personalentwicklung" an der UniBw München.


Ab April 2014 startet der brandneu konzipierte Master „Personalentwicklung" zum allerersten Mal. Stellen Sie diesen berufsbegleitenden Studiengang doch bitte etwas näher dar.

ROTERING-STEINBERG: Es handelt sich hierbei um einen berufsbegleitenden Master. Dafür müssen die Studierenden bereits einen ersten Studienabschluss und auch etwas Berufserfahrung vorweisen können. Die Teilnehmenden sind also bereits gut ausgebildet und erhalten in unserem Master eine wissenschaftlich fundierte Weiterbildung in Richtung Personalentwicklung. Die Inhalte des Studiums können sie direkt auf den eigenen Erfahrungsraum im Beruf übertragen. So ist das Lernen optimal.

Insgesamt werden innerhalb eines Jahres sieben Module zu den psychologischen Grundlagen, Methoden und Perspektiven von innovativer Personalentwicklung erarbeitet und diskutiert. Die daraus resultierende hochwertige Fachkenntnis ist dann eine ideale Grundlage für die Erstellung der Masterarbeit.

Wie muss man sich den Ablauf eines Teilzeitstudiums überhaupt in der Praxis vorstellen?

ROTERING-STEINBERG: Die meiste Arbeit machen die Studierenden Zuhause. Wir stellen eine sehr große Auswahl an qualitativ hochwertigen Veröffentlichungen Rund um das Thema „Personalentwicklung" zur Verfügung und kombinieren je nach Modul eine bestimmte Veröffentlichung mit einem passenden Arbeitsauftrag. Konkret können Sie sich das so vorstellen: In einer Woche ist beispielsweise ein Paper von 15 bis 20 Seiten zu lesen und dazu werden drei oder vier Fragen beantwortet, auch zu eigenen, bereits bestehenden Erfahrungen mit der Thematik. Die Antworten werden anschließend elektronisch eingereicht und die Studierenden erhalten schnellstmöglich ein fachlich versiertes online-Feedback. In der nächsten Woche wird dieses Thema dann in einer virtuellen Gruppe diskutiert. Das kann zeitgleich in einem Chat geschehen oder zeitversetzt per Email, falls sich kein gemeinsamer Termin finden lässt. In der Gruppe haben die Studierenden wiederum einen bestimmten Auftrag, über was sie diskutieren sollen, sodass sie von den Erfahrungen und Überlegungen der anderen lernen können. Zu Beginn des Studiums und rund alle 4 Monate führen wir spezielle Präsenz-Wochenenden durch. Dort werden die Leistungsnachweise abgenommen, Handlungstrainings durchgeführt und die Studierenden haben die Chance sich persönlich kennenzulernen. Wir laden dazu ebenfalls Expertinnen und Experten aus der Fachpraxis ein. Zusammenfassend kann man sagen, dass in unserem Studiengang unterschiedliche Methoden des Lernens, online oder präsent, genutzt werden. In der Fachwelt wird diese Art der Wissensvermittlung Blended-learning, übersetzt „vermischtes Lernen", genannt.

Können Sie diese Lernmethode ganz kurz erläutern? Was sind die Vorteile vom Studieren nach dem „Blended-learning-Prinzip"?

ROTERING-STEINBERG: Das Prinzip von Blended-learning vereint die Vorteile von E-Learning und Präsenzlernen. Diese bestehen zum einen in der zeitlichen und örtlichen Flexibilität durch den Einsatz von E-Learning, was für einen berufsbegleitenden Master natürlich unbedingt notwendig ist. Andererseits gibt es noch die Wochenend-Präsenzen, so dass die Studierenden wissen, mit welchen Kommilitonen oder Dozenten sie es zu tun haben und wer zum Beispiel auf ihre Arbeit antwortet. Die Präsenzen ermöglichen darüber hinaus auch das Modelllernen unter den Studierenden sowie die schon erwähnten Handlungstrainings in Themenbereichen wie beispielsweise Gesprächsführung.

Für welche Zielgruppe ist das Studienangebot von Ihnen konzipiert worden?

ROTERING-STEINBERG: Dieser Weiterbildungsmaster ist für diejenigen Berufstätigen, die eine akademisch fundierte Spezialisierung für Personalentwicklung oder andere Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit Erwachsenenbildung stehen, erlangen möchten. Die Teilnehmenden lernen die Aufgaben der professionellen Auswahl und vor allem Förderung von Menschen in Organisationen kennen und strukturiert umzusetzen. Es ist dabei nicht ausschlaggebend, welche Fächer im Erststudium abgelegt wurden, solange das Interesse rund um das Thema Personalentwicklung besteht.

Frau Köbernick, Sie interessieren sich für den Master of Arts in Personalentwicklung. Aus welchen Beweggründen haben Sie sich gerade für dieses berufsbegleitende Aufbaustudium der UniBw entschieden?

KÖBERNICK: Im Dezember 2012 schloss ich mein Studium zum Diplombetriebswirt (FH) an der UniBw München ab. Für mich war eigentlich schon damals klar, bereits während meiner aktiven Dienstzeit BFD-geförderte Bildungsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen, um nicht den Anschluss zu verpassen. Ich informierte mich deshalb bereits kurz nach meinem Abschluss detailliert über potentielle Masterstudiengänge an zivilen Hochschulen sowie reinen Fernhochschulen. Aufgrund meines Studienschwerpunktes Personalmanagement und Arbeitsrecht interessierte ich mich dabei vorrangig für ein Aufbaustudium im Bereich Human Resources. Die vorhandenen Angebote auf dem Bildungsmarkt haben in Bezug auf Schwerpunkt, Dauer und Kosten jedoch nicht meinen Vorstellungen entsprochen. Von Frau Professor Rotering-Steinberg erfuhr ich zum Glück von dem neuen Studienangebot der UniBw. Dieser Master bietet mir im Bereich Personalmanagement die Spezialisierung „Personalentwicklung", bei der ich auf bereits vorhandene Grundlagen aus meinem Erststudium aufbauen kann. Zudem stellt der Master eine sinnvolle Weiterbildung für meinen täglichen Dienst als Personaloffizier dar, so dass ich praktische Erfahrungen in das Studium einfließen und neu erlerntes auch praktisch anwenden kann.

Denken Sie, dass es Ihnen schwer fallen wird parallel zum täglichen Dienstgeschäft auch noch ein Masterstudium zu absolvieren?

KÖBERNICK: Da ich bereits Erfahrungen mit Fernlehrgängen habe, weiß ich was auf mich zukommt. Mit der nötigen Portion an Disziplin und einem guten Zeitmanagement wird es zwar nicht immer leicht, aber definitiv machbar sein.

Welche Vorteile bietet es Bundeswehroffizieren an der UniBw einen Master-Abschluss zu erwerben und nicht an einer „gewöhnlichen" zivilen Hochschule zu studieren?

ROTERING-STEINBERG: Diejenigen, die hier bereits ihr Erststudium absolviert haben, kennen sich natürlich noch aus - sowohl auf dem Campus als auch im Habitus. Den größten Vorteil unserer Uni sehe ich aber in der Leistungsbereitschaft unserer Studierenden. Das Engagement und die Motivation sind hier sehr hoch. Die Lehre kann so optimale Resultate erzielen. Besonders bei kooperativen Aufgaben in Gruppen liefert das erfahrungsgemäß hervorragende Ergebnisse.

KÖBERNICK: Die Vorteile liegen für mich klar auf der Hand. Zum einen kenne ich die Hochschule sehr genau und weiß um die professionellen Lehrmethoden bzw. -konzepte sowie die kompetenten Dozenten. Zum anderen bedeutet das Studium an der UniBw auch studieren auf gewohnt gutem Terrain.

Was erwarten Sie für sich persönlich von dem postgradualen Studiengang der UniBw?

KÖBERNICK: Ich persönlich erwarte von dem Studiengang Kompetenz in der systematischen Personalentwicklung zu erwerben, gewinnbringendes Lernen in Gruppen durch Chats und Foren, und interessante Vorträge von Experten aus der Branche während den Präsenzwochenenden. Letztendlich erwarte ich durch diese Weiterbildung einen leichteren Berufseinstieg sowie verbesserte Karrierechancen nach meinem Dienstzeitende.  (sg)

Auch interessant für Sie:

Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Studium nach der Bundeswehr

Empfehlen Sie dieses DZE-Interview Ihren Kameraden via:


 
Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!