Master in Personalentwicklung

Vom Zeitoffizier zum Personalentwickler: Hauptmann d.R. Sascha Heeren berichtet vom berufsbegleitenden Masterstudiengang "Personalentwicklung" (M.A.) am dem Weiterbildungsinstitut der Universität der Bundeswehr München.

Herr Heeren, Sie waren einer der ersten Absolventen des berufsbegleitenden Master-Studiengangs „Personalentwicklung" an der Universität der Bundeswehr München (UniBwM). Stellen Sie sich sowie das Studium zunächst kurz vor.

Ich bin 2002 direkt nach dem Abitur in die Bundeswehr als Offizieranwärter in die Heeresflugabwehr eingetreten und absolvierte bis 2005 die Laufbahnausbildung als Heeresoffizier. Da ich zum damaligen Zeitpunkt als Offizier ohne Studium eingestellt worden war, durchlief ich bis 2009 die in der Heeresflugabwehr üblichen Führungsverwendungen. Nach meinem Auslandseinsatz 2008 erhielt ich die Möglichkeit nachträglich in die Laufbahn „Offizier mit Studium" zu wechseln und begann 2009 mit dem Studium Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Meine letzten zwei Dienstjahre konnte ich außerhalb der Streitkräfte im Organisationsbereich Personal als Bildungswissenschaftler zu dienen. Nach dieser letzten Verwendung im Bildungszentrum der Bundeswehr (BiZBw) in Bonn und dem Dienstzeitende 2015 arbeite ich bis heute als Personalentwickler in Wuppertal. Den verzugslosen Übergang aus der Bundeswehr in die zivile Wirtschaft verdanke ich zu einem großen Teil auch dem berufsbegleitenden Masterstudium Personalentwicklung am Weiterbildungsinstitut casc der UniBw München, den ich während meiner Zeit am BiZBw absolvierte. Letzten Endes haben die Inhalte wesentlich dazu beigetragen, ein gutes Verständnis über die auf mich zukommende Zivilberuflichkeit zu erhalten. Der Masterstudiengang "Personalentwicklung" (M.A.) richtet sich an zivile und militärische Berufstätige mit einem ersten Hochschulabschluss. Und da ich bereits einen Masterabschluss in Bildungs- und Erziehungswissenschaften hatte, knüpften sich die Inhalte nahtlos an und gaben die Möglichkeiten, weitere Themenfelder zu vertiefen und zukunftsorientiert auszugestalten. Das Studium war modular aufgebaut und berufsbegleitend gestaltet. Auch die Verbindung von Fernstudium und zweitägigen Wochenendpräsenzen (Freitag und Samstag) halfen mir, bestimmte Themen mal abseits des eigenen Schreibtisches bearbeiten zu können. Das Prinzip der Kleingruppe stellte dazu eine optimale Gelegenheit dar.  

Warum haben Sie sich damals für den Studiengang Personalentwicklung an der UniBwM entschieden?

Während meiner letzten zwei Dienstjahre habe ich als Hauptmann am BiZBw in Bonn gedient. Dort war ich im Bereich des Bildungsmanagements speziell in der Erarbeitung und Weiterentwicklung von Grundsätzen der zivilberuflichen Qualifizierung von Angehörigen der Bundeswehr sowie für die zivilberuflich anerkannte Zertifizierung von Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der Bundeswehr tätig. Über diese Möglichkeit, mir bereits im Rahmen meines militärischen Dienstes Berufserfahrung als studierter Arbeits- und Betriebspädagoge anzueignen, war ich sehr dankbar. Ich wusste aber auch, dass ich für meine eigene erfolgreiche zivilberufliche Eingliederung nach dem Dienstzeitende die mir durch den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen musste. Auf das berufsbegleitende Masterstudium Personalentwicklung am Weiterbildungsinstitut casc der UniBwM stieß ich eher durch Zufall. Nichtsdestotrotz haben mich die Inhalte angesprochen, denn sie ermöglichten mir zum einen eine Aktualisierung gewisser Studienthemen. Zum anderen ergab sich so auch eine Fokussierung auf die Personalentwicklung aus Unternehmenssicht, welche ich in meinem vorangegangenen Studium nur wenig vertieft hatte.

Und konnte das berufsbegleitende Masterstudium Ihre Erwartungen rückblickend erfüllen?

Ja, absolut. Im Rahmen des Studiums bleibt eine Spezialisierung auf bestimmte Interessensthemen nicht aus. Für mich war es aber möglich, einen guten Überblick über mein zukünftiges Arbeitsgebiet zu erlangen. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich bislang noch nicht alles praktisch anwenden können. Das liegt jedoch daran, dass Personalentwicklung meist ziemlich unternehmens- und branchenspezifisch „gelebt" wird. Dennoch bin ich überzeugt, dass ich vom grundlegenden Verständnis her gut aufgestellt wurde. Alles Weitere ergibt sich - so meine Einschätzung - durch die praktische Berufserfahrung.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere am Studium an der UniBw München?

Für mich waren die zentralen Aspekte der berufsbegleitende Studienaufbau sowie die Präsenzphasen in Kleingruppen. Die Flexibilität im Studium ermöglichte es mir, das Ende meines Studiums mit dem Ende meiner Dienstzeit zu koppeln. Somit gelang mir ein verzugsloser „qualifizierter" Übergang ins Zivilberufliche. Grundsätzlich gab es immer Möglichkeiten, die zu absolvierenden Lerneinheiten in den individuellen (Berufs-)Alltag und die damit verbundenen Gegebenheiten zu integrieren. Die Kleingruppe während der Präsenzphasen ermöglichte stets eine vertrauensvolle und kreative Atmosphäre. Auch der Umstand, dass es für viele Studierende im Anschluss an das Studium ins zivile Berufsleben gehen sollte, verband die Gemeinschaft noch zusätzlich. Trotz dieser Besonderheit einer Universität der Bundeswehr, komplettierten die „zivilen" Mitstudenten die Gruppe, was eine entsprechende Vielfalt in den Blickwinkeln und Erfahrungsbeiträgen ermöglichte.

Sie arbeiten aktuell im Bereich Personalentwicklung. Hilft Ihnen das erworbene Wissen heute in Ihrem beruflichen Alltag?

Immer wieder. Nach meinem Eindruck ist Personalentwicklung je nach Firma und Branche häufig spezifisch ausgestaltet. Die Wertigkeit von Personalentwicklung im jeweiligen Unternehmen bestimmt maßgeblich, wer, wie und womit personalentwicklerisch gearbeitet werden kann. Gleichzeitig werden somit gewissermaßen die rechte und linke Grenze in der eigenen Arbeit gezogen. Viele Inhalte des Studiums fallen für mich unter die Rubrik „Best Practice", die verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Aber auch wenn die eigene Arbeit stets durch die vorhandenen Ressourcen bestimmt ist, so ist die Verfügbarkeit einer breiten Palette an Möglichkeiten wesentlich, um auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Das im Studium erlangte grundlegende Verständnis hilft dabei immer, die Parallelen zur eigenen Arbeit zu ziehen und den Blick über den eigenen Tellerrand nicht zu vernachlässigen. Und ein dickes Personalentwickler-Handbuch steht seit dem Studium auf meinem Schreibtisch und dient häufig als Ideengeber.

Wie sind Sie mit der hohen Doppelbelastung durch das berufsbegleitende Studium und Ihrem täglichen Dienst als Zeitsoldat zurechtgekommen?


Für mich war es verhältnismäßig leicht, die Belastung durch die berufsbegleitende Bearbeitung der Aufgaben bzw. der Master-Arbeit zu absolvieren. Sowohl mein privates, als auch mein berufliches Umfeld haben sehr viel Rücksicht genommen und letztlich dazu beigetragen, dass ich den Studiengang erfolgreich abschließen konnte. Trotzdem bleibt es eine zusätzliche Belastung, selbst wenn sie zeitlich eingegrenzt ist. Darüber sollte man sich vorher bewusst sein. Mir hat während der begleitenden Studienphase immer geholfen, dass abschließende Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Doch wie bereits gesagt, alle Studierenden verfolgen das gleiche Ziel und das hilft „gut gelaunt" sowie motiviert zu bleiben - bis zum Schluss.

Wie zufrieden waren Sie in diesem Zusammenhang mit der individuellen Betreuung?

Ich bin mit dem Studium an der UniBwM sehr zufrieden. Sämtliche Belange, ob persönlich, beruflich oder auch akademisch, wurden stets „individuell" betreut. Das ist einer der wesentlichen Vorteile des Kleingruppenprinzips. Da ein berufsbegleitendes Studium oftmals in viele andere Lebensbereiche hineinragt, ist es meines Erachtens wichtig, rechtzeitig Unterstützung anzubieten und ggf. Problemlösungen auf den Einzelnen zuzuschneiden. Genau diesen Eindruck hatte ich von den jeweiligen akademischen sowie organisatorischen Verantwortlichen des Master-Studiengangs.   

Haben Sie abschließend noch ein paar persönliche Tipps für unentschlossene Kameraden parat?

Wo soll die Reise nach der Bundeswehrzeit hingehen? Die Frage mag sich trivial anhören, aber ich bin der Überzeugung, dass beruflicher Erfolg rechtzeitig geplant werden muss. Für mich stand sehr früh fest, dass ich im Bereich des Personal- und Bildungsmanagements bleiben möchte. Der Studiengang Personalentwicklung als Ergänzung meiner bisherigen Studien- und Arbeitsschwerpunkte war somit der passende Weg, um meinen beruflichen Weg erfolgreich fortsetzen zu können. Ich kann nur empfehlen, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, wie die Zeit nach der Bundeswehr beruflich gestaltet werden soll. Der Berufsförderungsdienst bietet viele Möglichkeiten, Perspektiven sowie langjährige individuelle Betreuung. Dies muss natürlich jeder für sich und auf seine Weise nutzen. Mittlerweile gibt es schon die ersten Absolventen dieses Studiengangs, was die gute Möglichkeit bietet, Erfahrungen und Eindrücke aus erster Hand zu erhalten.  (sg)

Auch interessant für Sie

Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Studium nach der Bundeswehr

Empfehlen Sie dieses DZE-Interview Ihren Kameraden via:


 
Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!