Karriere in der Sicherheitsbranche

Karrierewege bei Securitas: Hauptfeldwebel d.R. Christian Peters, Military Recruiter bei Securitas, informiert über den Job-Einstieg und berufliche Perspektiven für Soldaten bei Deutschlands größtem Sicherheitsdienstleister.


Securitas ist in Deutschland der größte Sicherheitsdienstleister im privaten Sicherheitsgewerbe und natürlich vielen Zeitsoldaten ein Begriff. Herr Peters, stellen Sie Ihr Unternehmen doch trotzdem kurz vor.

Securitas ist der größte Anbieter professioneller Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland und gehört zum international tätigen, börsennotierten Konzern der Securitas AB mit seinem Hauptsitz in Schweden. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 335.000 Mitarbeiter in 53 Ländern. Aus einem breiten Spektrum spezialisierter Sicherheitsdienstleistungen, technologischer Komponenten sowie Beratung maßschneidern wir effektive Sicherheitslösungen auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse zu.

In der Sicherheitsbranche sind ehemalige Soldaten sehr beliebt. Welche Vorzüge haben frühere Zeitsoldaten Ihrer Meinung nach gegenüber vielen „zivilen" Bewerbern?

Die Sicherheitsbranche ist nichts für Jedermann. Denn salopp formuliert muss ein Sicherheitsmitarbeiter gerade dann „funktionieren", wenn alle anderen weglaufen. Also ähnlich wie bei Soldaten in den Streitkräften. Besonders in der Bundeswehr lernen unsere Bürger in Uniform frühzeitig Verantwortung zu übernehmen und sich stark für unsere Gesellschaft sowie für die Zukunft zu machen. Wir bei Securitas schätzen diese Ausbildung und wissen, dass Soldaten die Extrembedingungen, Entbehrungen, Kameradschaft sowie Disziplin jahrelang verinnerlicht, gelebt und erlebt haben und natürlich auch gute und zuverlässige Arbeit leisten. Das stellt meiner Meinung nach einen eindeutigen Vorteil gegenüber vielen zivilen Bewerbern dar.

Muss ein Kandidat bereits ausgebildeter Sicherheitsmitarbeiter sein oder können sich bei Ihnen auch Quereinsteigern bewerben?

Jeder kann sich bei uns bewerben. Viele vergessen, dass Securitas nicht nur Sicherheitsmitarbeiter sucht, sondern auch eine Vielzahl attraktiver Positionen im Bereich Human Resources, Sicherheitstechnik, Projektmanagement, Vertrieb etc. anbietet. Auch hier sind Soldaten jederzeit herzlich Willkommen. Qualifikationen und Ausbildungen spielen zu Beginn also nur eine Nebenrolle. Je nach Auswertung der Bewerbungsunterlagen bieten wir individuelle Einstiegsprogramme an, die den Erwerb fehlender Kenntnisse miteinschließen.  

Welche allgemeinen Karrierechancen bietet Securitas ehemaligen Zeitsoldaten?

Grundsätzlich unterscheiden wir bei Securitas in operative und administrative Karrieremöglichkeiten. Im operativen Bereich ist man an der Planung und Leitung von Sicherheitsmaßnahmen jeglicher Art, der Verwaltung eigenständiger Budgets und der Mitarbeiterführung beteiligt. Hier stehen den früheren Soldaten verschiedene Karrieremöglichkeiten vom Einsatz- bzw. Objektleiter über Supervisor bis hin zum Bereichsleiter offen.

Im administrativen Bereich unterstützt man die operativen Kräfte. Abhängig von der kaufmännischen Vorqualifikation können sich ehemalige Soldaten in einer der folgenden Abteilungen verwirklichen: Sicherheitsvertrieb und -beratung, Human Resources und Marketing, Sicherheitstechnik, Arbeitsschutz und Qualitätsmanagement, Planung, Entwicklung und Projektmanagement sowie Finanzen und Lohnbuchhaltung. Die rund 2.500 ehemaligen Soldaten in unseren Unternehmen finden Sie in allen Bereichen und auf allen Ebenen wieder.

Gibt es verschiedene langfristige Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme für ehemalige Militärangehörige in Ihrem Unternehmen?

Wie bereits schon kurz erwähnt sind unsere Einstiegsprogramme inhaltlich und zeitlich flexibel gestaltbar. Sie richten sich nämlich nach fünf Kriterien, die uns durch die jeweiligen Bewerber vorgegeben werden: Status als Soldat auf Zeit, vorliegende Qualifikationen, BFD-Anspruch, Wunscharbeitsort und individuelle Karriereziele. Dem Gegenüber werden der regionale Bedarf sowie die Einsatzmöglichkeiten bei Securitas gestellt. In enger Absprache mit dem Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) können so spezifische Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme realisiert werden - angefangen von Fachkraft- über Meisterqualifikationen bis hin zum Studium.

Eine der wichtigsten Fragen ist die nach der Vergütung. Mit welchem Verdienst können Jobeinsteiger bei Securitas rechnen?

Da gibt es keine allgemein gültige Antwort. Generell erhält jeder Soldat im Telefoninterview eine verbindliche Aussage darüber, in welcher Höhe sich der Verdienst belaufen wird. Ich empfehle allen Soldaten den jeweils gültigen Tarifvertrag des Bewachungsgewerbes bzw. bei der Arbeitsagentur branchenübliche Einstiegslöhne zu prüfen. Die Zahl von 2.450 ehemaligen Soldaten bei Securitas, viele als langjährige Mitarbeiter, spricht auch im Thema Verdienst für sich.

Häufig denkt man bei Sicherheitsmitarbeitern an stahlharte Typen mit vielen Muskeln. Gibt es aus Ihrer Sicht spezielle körperliche und mentale Voraussetzungen, um in der Sicherheitsbranche bestehen zu können?

Natürlich setzen wir bei unseren Sicherheitsmitarbeitern eine gewisse körperliche Fitness voraus. Aber den klassischen „Türsteher" suchen wir nicht. Abhängig vom Auftrag sind manchmal längere Streifenwege zu gehen oder waffenlose Nahkampf- bzw.  Atemschutzgeräteträgerausbildungen zu absolvieren. An Objekten mit hohem Sicherheitsrisiko wird zum Beispiel auch gemeinsam mit der Polizei geübt. Hier sollte man schon mithalten können. Mental erwarten wir von den Soldaten, dass sie mit beiden Beinen im Leben stehen, selbstbewusst, aufgeschlossen und eigenständig sind. Darüber hinaus sollten Werte wie Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft als selbstverständlich gelten.

Sollten sich Interessenten nach Ihrem Dienstzeitende direkt bei Ihnen bewerben oder erst mal eine vom Berufsförderungsdienst (BFD) geförderte Ausbildung im Sicherheitsbereich durchlaufen?

Ich empfehle immer erst ein Praktikum in unserem Hause, bevor mit einer Ausbildung im Sicherheitsbereich begonnen wird. Oftmals liegen Welten zwischen den persönlichen Vorstellungen und der tatsächlichen Realität. Schließlich will der Wechsel in die zivile Arbeitswelt gut durchdacht sein. Darüber hinaus ist eine langfristige Planung wichtig. Wer sich frühzeitig bei Securitas meldet, kann seine einzelnen Karriereschritte deutlich besser vorbereiten und verdient sich mit Beginn der Ausbildung bereits seine „Sporen" direkt in unserem Konzern. Alle Bewerber, die eine Ausbildung bei einem externen Bildungsanbieter durchlaufen haben, sind zwar ebenfalls willkommen, müssen diesen kleinen Nachteil aber durch ihren motivierten Einsatz wieder wettmachen.  (sg)

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Karriere nach der Bundeswehr

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