Gemeinsam stark

Unterstützung nach dem Dienstzeitende: Hauptfeldwebel d.R. Michael Barisch spricht über seine Erfahrungen als selbstständiger Personalberater für Zeitsoldaten sowie über den zivilen Wiedereinstieg nach der Bundeswehr.

Sie arbeiten sehr eng mit dem Personaldienstleister Stieg & Partner zusammen und sind seit kurzem als selbstständiger Personalberater für Zeitsoldaten aktiv. Vielleicht können Sie uns Ihre Arbeit einmal genauer vorstellen.

Als regionaler Ansprechpartner für die Soldaten aus den BFD´s Halle, Kassel, Hannover, Oldenburg und Wilhelmshaven bin ich für die Firma Stieg & Partner tätig. Mit einem eigenen Büro, welches am 01.07.2010 offiziell eröffnet wurde, bin ich für den BFD, Firmen und natürlich unsere Soldaten zentral erreichbar. Meine Hauptaufgabe besteht darin, den ausscheidenden Soldaten auf Zeit eine Perspektive in die zivile Wirtschaft zu geben. Durch unsere duale Ausbildung bringe ich Arbeitgeber und Bewerber an einen Tisch. Durch sehr viel Engagement konnte ich bis jetzt viele der Arbeitgeber von dieser Integrationsmethode überzeugen. Die Soldaten erhalten von mir eine Berufswegeplanung in Theorie und Praxis, die sie zur Beantragung beim BFD abgeben können.

Wie wichtig sind in Ihrer Branche gute Kontakte in die zivile Wirtschaft?

Moderne Netzwerkbildung sowie erstklassige Referenzen sind in unserem Bereich wichtig. Durch die fast 26 jährige Vermittlung in diesem Bereich können wir mittlerweile auf von uns integrierte ehemalige Zeitsoldaten zurückgreifen, die jetzige Personalentscheider in der Wirtschaft sind. Der Vorteil eines Personalberaters liegt in seinen Kontakten, die als sogenanntes „Vitamin B" gezielt ausgespielt werden können.

Warum ist es so wichtig sich möglichst frühzeitig über die Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung sowie die Karriere nach der Bundeswehr zu informieren?

Zu einer ordentlichen Selbsteinschätzung gehört die frühzeitige Erkenntnis, was man nach der Bundeswehr erreichen möchte. Nur gezielte Aus- und Weiterbildung sichert eine neue Karriere im Zivilen. Neben dem BFD können wir als Personalberater die derzeitige und die künftige Wirtschaftslage gut einschätzen und gewinnbringend für interessierte Soldaten prüfen. Um das vorhandene Bildungsgeld sowie die Förderzeit bestmöglich auszunutzen sollte man frühzeitig vorhandene Angebote prüfen. Nicht immer sichert der höchste Bildungsabschluss einen zukünftigen Arbeitsplatz.

Welche Vorteile bietet dabei eigentlich eine dual angelegte Ausbildung?

Die duale Ausbildung sichert zum einen den Bildungsabschluss, der für die Belange der Wirtschaft zugeschnitten ist, und zum anderen die Umsetzung des erlernten Wissens in die Praxis. Für einen Bildungsabschluss alleine wird man heute keine Begeisterung mehr finden, da für viele Unternehmen die Berufspraxis wichtiger ist. Da unsere Soldaten in ihrer militärischen Zeit keine bzw. wenig zivilverwertbare Praxis erworben haben, ist es in meinen Augen wichtiger denn je, während der Förderzeit sich diese anzueignen.

Viele Wirtschaftsunternehmen sind sehr an ehemaligen Zeitsoldaten interessiert. Was macht diese Zielgruppe Ihren Erfahrungen nach so attraktiv?

Die Zielgruppe Soldat ist durch ihre Verpflichtungszeit und in Abhängigkeit der Führungsausbildung bei der Truppe für zivileUnternehmen interessant. Nicht zuletzt sind einige Punkte wie Disziplin, Ordnung, Loyalität und Pünktlichkeit im Vergleich zu den zivilen Bewerbern meist ausgeprägter.

Inwiefern können Sie dieses Interesse für Ihre Zielgruppe gewinnbringend nutzen?

Das Interesse an ausscheidenden Zeitsoldaten besteht sicherlich nicht für jedes Unternehmen. Die Bundeswehr ist zwar in Führung, Ausbildung und Teamarbeit erstklassig, allerdings gehört auch der autoritäre Führungsstil „Befehl und Gehorsam" beim Militär dazu und dies können manche Bewerber nicht ganz ablegen. Gerade im Handel bzw. in der Logistik machen wir sehr gute Erfahrungen bei der Integration von Zeitsoldaten. Durch den gestaffelten Berufsförderungsanspruch können die Bewerber maximal 24 Monate in Theorie und Praxis auf ihre neue Tätigkeit ausgebildet werden. 

Inwiefern helfen Ihnen die Erfahrungen aus Ihrer langjährigen Dienstzeit und Ihrer eigenen beruflichen Weiterbildung nun in der Personalberatung weiter?

Zum einen kenne ich durch meine langjährige Zugehörigkeit zur Bundeswehr das Bewerberprofi von Zeitsoldaten und weis dieses in die Wirtschaft einzuordnen. Auf der anderen Seite konnte ich im Zuge meiner eigenen Ausbildung viele Unternehmen in der Praxis kennen lernen. Diese Verknüpfung erlaubt es mir nun eine sehr praxisorientierte Integration anzubieten. Weiterhin kann ich vielen Unternehmen das Aufgabenfeld eines Soldaten und der sich anschließenden Förderung genau erklären, um viele zukünftige Arbeitsplätze zu generieren. 

Geben Sie doch bitte abschließend noch einen Ratschlag, um den zivilen Wiedereinstieg möglichst mühelos zu schaffen.

Um seine Entscheidung für die Zeit nach der Bundeswehr bestmöglich treffen zu können, sollten die Bewerber mehrere Alternativen prüfen. Der höchste Bildungsabschluss sichert nicht immer einen Arbeitsplatz. Manchmal ist der einfache Weg, wie der Besuch bei der Bundeswehrfachschule, nicht ausreichend, um für einen zivilen Arbeitsplatz gerüstet zu sein. Viele Soldaten hegen den Wunsch, weiterhin im öffentlichen Dienst beschäftigt zu werden. Dies hat sicher Vorteile, aber in der Wirtschaft gibt es geniale Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten. Ich kann nur jedem den Rat geben die Möglichkeiten eines Personalberaters zu testen und dann seine persönliche Entscheidung für den neuen Lebensabschnitt zu treffen.  (sg)

Mein Angebot an alle Zeitsoldaten:

Gerne komme ich zu Ihnen und berate Sie vor Ort, um die Möglichkeiten in der Wirtschaft aufzuzeigen. Oder besuchen Sie mich in meinem Beratungsbüro. Ziel ist es in jedem Fall, Ihnen mit einer Berufswegeplanung in der Wirtschaft einen alternativen Plan aufzuzeigen.

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Bildungspartner für Zeitsoldaten

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