Experten der Gesundheitswirtschaft

Auch für Rettungssanitäter ohne Abitur interessant: Oberleutnant d.R. Oelkers sowie Michael Timm über das Fernstudium zum Gesundheitsökonomen (B.A./M.A.) und die Möglichkeiten in der Gesundheitswirtschaft.

Die APOLLON Hochschule bietet seit 2005 Fernstudiengänge speziell in der Gesundheitsbranche an. Herr Timm, welche Vorteile bietet es Ihnen, Ihr Bildungsangebot ausschließlich in der Gesundheitswirtschaft zu bündeln?

TIMM: Wir sind Experten für das berufsbegleitende Lernen innerhalb der Gesundheitswirtschaft. Durch die Konzentration auf ausschließlich diesen Bereich können wir unsere Lehrangebote genau auf die Branche ausrichten und trotz des ständigen technischen Fortschritts im Gesundheitswesen immer aktuell bleiben. Denn unsere Studienleiter und Professoren kommen aus der Praxis und wissen daher genau, welche Entwicklungen die Gesundheitswirtschaft gerade beschäftigen. Diese Erkenntnisse können sie dann im Rahmen der Ausbildung unmittelbar an die Studierenden weitergeben.

Der Gesundheitssektor mit seinen mehr als 4 Millionen Beschäftigten zählt schon heute zu den größten Wirtschaftsbereichen in Deutschland. Inwiefern wird sich Ihrer Meinung nach die Gesundheitsbranche in den nächsten Jahren verändern?

TIMM: Ich denke, dass sich die Gesundheitsbranche auch zukünftig weiter positiv entwickeln wird. Allein durch die demographische Veränderung und der daraus resultierenden Überalterung der Bevölkerung wird es einen weiteren Schub in den pflegenahen Gesundheitsbereichen geben. Man muss deshalb kein Prophet sein, um zu erkennen, dass sich der Bedarf an qualifiziertem Personal in der Branche deutlich erhöhen wird. Die APOLLON Hochschule reagiert auf diesen Trend und wird in Kürze einen eigenen Bachelor Studiengang „Pflegemanagement" anbieten. Auch ein Studiengang im Bereich der „Gerontologie", also der Alters- bzw. Alternswissenschaft, ist für das nächste Jahr in Planung.

Welche beruflichen Vorteile eröffnet der international anerkannte Abschluss als Gesundheitsökonom (B.A.) den Absolventen Ihrer Hochschule?

TIMM: Das betriebswirtschaftliche Denken wird in allen Bereichen der Gesundheitsbranche weiter an Bedeutung gewinnen. Der Studiengang Gesundheitsökonomie (B.A.) vermittelt den Studenten das notwendige „Rüstzeug", um sich in der Gesundheitswirtschaft zu etablieren und Führungsaufgaben zu übernehmen. Dabei beschränkt sich der Studiengang nicht auf einzelne Sparten des Gesundheitswesens, sondern bildet Branchengeneralisten aus, die sich mit den individuellen Wahlpflichtfächern passende Themenschwerpunkte aussuchen können.

Könnte man das Studium zum Gesundheitsökonomen (B.A.) beispielsweise als Krankenschwester oder Rettungssanitäter auch ohne Abitur beginnen?

TIMM: Ja, das ist durchaus möglich, denn an der APOLLON Hochschule darf man auch ohne Abitur studieren. Es reicht aus, wenn man einen mittleren Bildungsabschluss sowie eine entsprechende Berufsausbildung nachweisen kann. Medizinische Vorkenntnisse sind dabei natürlich sinnvoll, aber für den Studienerfolg nicht zwingend notwendig.

Wie läuft das Fernstudium bei Ihnen überhaupt in der Praxis ab?

TIMM: Das Fernstudium ist sehr flexibel aufgebaut und ermöglicht Berufstätigen neben der täglichen Arbeit zusätzlich ein Studium aufzunehmen. Alle Studierenden erhalten unsere speziell entwickelten Studienunterlagen bequem per Post zugeschickt. Prüfungen werden bei uns unter anderem online abgelegt. Über den „APOLLON Online Campus" erhalten die Studierenden ein Feedback zu Fragen oder Prüfungen durch die jeweiligen Lehrenden. Präsenzphasen in Bremen komplettieren den Medienmix in unseren Studiengängen. Die APOLLON Hochschule bietet dabei immer gleich zwei Möglichkeiten des Studiums an. In der einen Version verteilen sich die zu erbringenden Leistungen über drei Jahre, in der anderen Variante über vier Jahre. Ein Studium an der APOLLON Hochschule ist damit ideal für Berufstätige geeignet, die sich akademisieren wollen, ohne ihre Arbeit und Familie zu sehr einschränken zu müssen.

OELKERS: Wie schon von Herrn Timm erwähnt bekomme ich von der APOLLON Hochschule Studienhefte mit Übungs- und Fallaufgaben zu verschiedenen gesundheitsökonomischen Themenfeldern. Sie werden mir als Studienmaterial alle drei Monate nach Hause gesendet, um dort die jeweiligen Inhalte im Rahmen eines Selbststudiums absolvieren zu können. Ergänzende Studienmaterialien werden über den sogenannten „Online Campus" auf der Homepage der Hochschule zur Verfügung gestellt. Zudem kann ich dort auch jeder Zeit Verbindung zu Tutoren, Studenten und dem Studienservice aufnehmen. Das Studium selbst wird größtenteils in Form von E-Learning durchgeführt, so dass Studieninformationen ohne Zeitverlust an einen von mir genutzten Computer übermittelt werden und ich mich täglich auf den neuesten Informationsstand bringen kann. Bei dringenden Fragen steht mir daneben der Studienservice tagsüber telefonisch und nachts oder am Wochenende per Email zur Verfügung. Dort wird jede noch so schwierige Frage umgehend beantwortet, so dass einem reibungslosen Studienablauf nichts im Wege steht. Natürlich müssen durch uns Studenten bis zum erfolgreichen Abschluss zahlreiche Hürden überwunden werden. Denn es gilt diverse Fallaufgaben, Klausuren, Präsenzseminare und eine Abschlussarbeit zu bestehen. Der wichtigste Aspekt zum Schaffen der Prüfungsleistungen ist dabei meiner Erfahrung nach ein gutes persönliches Zeitmanagement, um das Studium in den Beruf oder wie bei mir in den Tagesablauf integrieren zu können.

Wie sehen denn die praktischen Studienanteile bei der APOLLON Hochschule aus?

OELKERS: Praktische Studieninhalte werden mir durch Präsenzseminare vermittelt, in denen ich den bereits gelernten Stoff durch Gruppenarbeiten, praxisorientierte Rollenspiele, Diskussionen und den Austausch mit Branchenexperten vertiefen kann. Im Rahmen von Gruppenprojekten bearbeite ich gemeinsam mit anderen Kommilitonen verschiedene in der Praxis relevante Themen, die zum Ende der jeweiligen Veranstaltung vor Tutoren oder Experten der Hochschule präsentiert werden müssen. Dadurch wird meine Fachkompetenz durch selbstständiges Aufbereiten eines Themas gezielt ausgebaut und meine Methodenkompetenz durch wissenschaftliches Arbeiten, Recherchieren und Präsentieren erweitert.

TIMM: Für die praktischen Studienanteile müssen die Studenten zunächst zu einem Einführungsseminar nach Bremen kommen. Im Zuge dieses Seminars werden die Studenten vor Ort mit den Möglichkeiten der APOLLON Hochschule und ihren Kommilitonen vertraut gemacht. Zudem wird ihnen dort der „Online Campus" vorgestellt und sie erhalten einen ersten Input zum Zeitmanagement in einem berufsbegleitenden Studium sowie zur Gesundheitsbranche. Im Verlauf des weiteren Studiums werden unsere Studenten über die Präsenzanteile auch im Bereich der kommunikativen Fähigkeiten sowie in der Gruppenarbeit geschult. Als Besonderheit ist dabei hervorzuheben, dass an der APOLLON Hochschule jedes Modul mit einer Fallaufgabe aus der Gesundheitswirtschaft abgeschlossen wird. Hierdurch ist der Praxisbezug in unseren Studiengängen jederzeit gewährleistet.

Herr Oelkers, ist Ihnen nach Ihrer Bundeswehrzeit das erneute Studieren eigentlich leicht gefallen?

OELKERS: Ja und Nein. Mein persönlicher Werdegang bei der Bundeswehr ermöglichte mir mein Erststudium der Sportwissenschaften erst zum Ende meiner Dienstzeit, so dass ich danach gleich eine dienstbegleitende BFD-Maßnahme anschließen konnte. Diese Weiterbildungsmaßnahme habe ich dazu genutzt, um die Zulassungsvoraussetzungen für das jetzt von mir gewählte Zweitstudium zu erreichen. Aus diesem Grund entstanden mir keine großen Ausfallzeiten für das Lernen im Studium. Wenn man sich, so wie ich, für ein Vollzeitstudium nach dem Dienstzeitende entscheidet, muss einem allerdings bewusst sein, das der geregelte Arbeitstag mit einem Wochendienstplan so nicht mehr vorhanden ist. Im Rahmen eines eigenen Zeitmanagements muss man sich seinen „Dienstplan" selber schreiben und vor allen Dingen auch einhalten. Nur so schafft man es, die geforderten Studien- und Prüfungsinhalte in der von der Hochschule vorgesehenen Zeit erfolgreichen abschließen zu können.

Warum haben Sie sich ausgerechnet für ein Fernstudium und nicht für ein Studium an einer Präsenzhochschule entschieden?

OELKERS: Ich habe mich bewusst für ein Fernstudium bei der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft entschieden, weil die Hochschule mir ein praxisnahes Studium von zu Hause oder einem beliebigen Ort aus ermöglicht. Klausuren können an vielen Standorten in Deutschland und im Ausland geschrieben werden, so dass ich lange Anfahrtswege vermeiden und die Prüfungsleistungen direkt bei einem Kooperationspartner, wie der Hochschule in München, erbringen kann. Zwei weitere wichtige Punkte bei meiner Suche nach einer für mich passenden Hochschule waren der „Wohlfühlfaktor" und die Identifikation mit der gewählten Studieneinrichtung. Schließlich möchte ich von ihr im Zuge meines weiteren beruflichen Lebensweges nach der Bundeswehrzeit profitieren können. Seit Beginn des ersten telefonischen Gesprächs mit dem Studienservice fühle ich mich von der APOLLON Hochschule sehr gut aufgenommen. Ich freue mich in einem so kompetenten, freundlichen und motivierenden Team arbeiten und mich fortbilden zu dürfen. Ein praxisnahes Studium und ein gutes soziales Netzwerk zwischen Studenten, Tutoren und Kooperationspartnern haben für mich dabei höchste Priorität und tragen sehr stark zu meiner Identifizierung mit der Hochschule bei.

In welchem Maße wurden Sie bei Ihrer bisherigen akademischen Ausbildung durch den Berufsförderungsdienst (BFD) unterstützt?

OELKERS: Der BFD hat mich auf meinem Weg in das Studium begleitet und für mich hauptsächlich eine Beratungs- und Aufklärungsfunktion eingenommen. Dabei hat er mir entsprechende Möglichkeiten sowie Maßnahmen der Berufsförderung sowohl während als auch nach meiner aktiven Bundeswehrzeit aufgezeigt. Bei den Beratungsgesprächen war ich jederzeit aktiver Mitgestalter meiner Förderung und konnte gemeinsam mit meinem BFD-Berater einen persönlichen Berufsförderungsplan erarbeiten. Wichtig für mich war ebenfalls die finanzielle Absicherung während meines Fernstudiums und ein geringer persönlicher Aufwand Gelder durch den BFD beantragen zu müssen. Auch hier war die BFD-Beratung für mich von großem Nutzen, so dass mir die richtigen Antragsformulare einen zügigen finanziellen Ausgleich persönlich getätigter Ausbildungskosten ermöglichten.

Was sollten Ihrer Meinung nach Kameraden beherzigen, die nach dem Dienstzeitende vielleicht ebenfalls eine Ausbildung im Gesundheitsbereich absolvieren möchten?

OELKERS: Allen Interessierten kann ich aus persönlicher Erfahrung nur raten sich rechtzeitig um eine entsprechende Bildungsmaßnahme zu bemühen. Immerhin kann die BFD-Förderung bereits während der aktiven Dienstzeit beginnen und ist nicht nur auf die Zeit nach dem Dienstzeitende beschränkt. Aus- und Weiterbildungen müssen mit dem BFD frühzeitig geplant und beantragt werden, so dass eine optimale Berufsförderung mit persönlicher Ausrichtung erreicht werden kann. Inhaltlich aufeinander aufbauende Studiengänge, wie beispielsweise das Studium der Gesundheitsökonomie an der APOLLON Hochschule, stellen für Kameraden, die sich speziell für Bildungsmaßnahmen im Gesundheitsbereich interessieren, eine gute Möglichkeit für eine bestmögliche Qualifizierung für den zivilen Arbeitsmarkt dar. Denn man kann seinen vorhandenen Abschluss mit dem Wissen aus anderen Themengebieten kombinieren und somit gezielt weiter ausbauen, sofern die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen geschafft werden. Insgesamt gesehen denke ich, dass der Gesundheitsbereich ein attraktives Beschäftigungsfeld mit Zukunft darstellt, welches viele neue Berufsperspektiven eröffnen kann.  (sg)

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Studium nach der Bundeswehr

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1 Kommentar zum DZE-Interview: "Experten der Gesundheitswirtschaft"

  1. Christian Härtel |

    Hallo, ich möchte dem Kameraden Oelkers nur beipflichten und andere Kameraden ermutigen, sich um eine Ausbildung "über den Tellerrand hinaus" zu bemühen. Ich war SaZ4, Lehrgang zum RettSan und Taucherarztgehilfe, nach DZE fuhr ich noch 1 Jahr zivil Rettungsdienst um die Wartesemester für mein Medizinstudium voll zu machen. In dieser Zeit stieß ich auf den Studiengang "Gesundheitswissenschaften auf Lehramt berufsbildende Schulen" an der Universität Osnabrück (gibts auch an anderen Standorten) und habe in diesem Jahr meinen Master in Gesundheits- und Sportwissenschaften abgeschlossen. Die für den Studiengang geforderte Berufspraxis wurde durch meine Diensztzeit erfüllt und voll anerkannt. Die Beamtenlaufbahn ist je nach Bundesland möglich und die Inhalte und Herausforderungen spannend. Ebenso stehen mir auch neben dem Schuldienst Themengebiete wie im Artikel oben beschrieben offen. Ich wünsche allen Ausscheidern eine erfolgreiche Zukunft! Achso: den BFD habe ich bis jetzt noch nicht in Anspruch genommen, habe aber schon ein paar Qualifikationen auf der Liste, die ich gerne mit dem BFD meistern würde.

 
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