Ein Personaler mit Herz

Optimal am Arbeitsmarkt positioniert: Der Stabsunteroffizier d.R. und staatlich geprüfte Betriebswirt Horst Schröder berichtet über die Ausbildung an der DAA Wirtschaftsakademie und persönliche Erfahrungen als Personaldienstleister.

Was gab den Ausschlag, dass Sie sich für Ihre Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt für die DAA Wirtschaftsakademie als Bildungspartner entschieden haben?

Bereits im Vorfeld habe ich seinerzeit lange nach einer geeigneten Bildungseinrichtung Ausschau gehalten, die räumlich in der Nähe zu meinem Wohnort lag und darüber hinaus noch einige zusätzliche Kriterien erfüllt hat. So wollte ich unbedingt ein staatlich anerkanntes und praxisorientiertes Studium absolvieren, bei dem die Studenten in kleineren Gruppen unterrichtet werden. Außerdem sollte durch den Lehrplan das gesamte betriebswirtschaftliche Spektrum abgedeckt werden sowie die Möglichkeit bestehen im Anschluss noch weiter studieren zu können, um den Bachelor-Abschluss zu erwerben. Des Weiteren sollte es sich dabei um eine durch den BFD geförderte Bildungsmaßnahme handeln.

Noch während Ihrer Dienstzeit haben Sie die berufsbegleitende Weiterbildung zum Personalfachkaufmann (IHK) durchlaufen. Wie bewerten Sie diese berufliche Qualifikation heute rückblickend?

Die Fortbildung zum geprüften Personalfachkaufmann habe ich absolviert, um meine damaligen beruflichen Erfahrungen und Kenntnisse aus der Personalarbeit bei der Bundeswehr auf die marktwirtschaftlichen Anforderungen nach der Dienstzeit anzupassen. Zudem wollte ich durch diese umfangreiche Qualifikation vor dem geplanten Studium an der DAA Wirtschaftsakademie alle personalwirtschaftlichen Themengebiete nachgewiesen bekommen. Letztlich war dieser Schritt sehr hilfreich, weil ich dadurch bei meinem Studium zum staatlich geprüften Betriebswirt den Schwerpunkt auf die Absatzwirtschaft beziehungsweise das Marketing legen konnte und so zusätzliche Kenntnisse in Analysen und Marketingprozessen bekommen habe.

Als Soldat waren Sie viele Jahre im militärischen Personalbereich eingesetzt. Konnten Sie von den dort gewonnenen Erfahrungen auch während Ihrer Aus- und Weiterbildung profitieren?

Definitiv! Ich habe quasi mein gesamtes kaufmännisches Verständnis durch meine Verwendung in der Personalabteilung erhalten. Denn als ich im Jahr 1997 zur Bundeswehr gekommen bin, hatte ich lediglich eine technische Ausbildung und die Fachhochschulreife vorzuweisen. Durch die militärischen Ausbildungen sowie die vielen Erfahrungen, die ich auf diesem Dienstposten sammeln konnte, habe ich ein umfassendes kaufmännisches Vorwissen mit ins Studium gebracht. Das hat mir damals sehr geholfen, da ich bei der Bearbeitung verschiedenster Fallstudien immer wieder Parallelen zu meiner früheren Verwendung erkennen konnte. Im Übrigen war mein Einsatz im Personalbereich auch eine der Voraussetzungen, um überhaupt erst zum Studium zugelassen zu werden.

Stellen Sie doch bitte Ihre Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt an der DAA Wirtschaftsakademie etwas genau vor.

Der Studiengang in Vollzeitform dauert vier Semester und verhilft den Absolventen zu Fachwissen, das in etwa dem Grundstudium der Wirtschaftswissenschaften entspricht. Der erfolgreiche Abschluss ermöglicht zudem auch ein weiterführendes Bachelor-Studium. Was die konkreten Studieninhalte anbetrifft, so werden an der DAA Wirtschaftsakademie die Schwerpunkte Personalwirtschaft, Marketing oder Rechnungswesen unterrichtet. Weitere Studienfächer sind neben der Betriebswirtschaftslehre auch Wirtschafts- und Arbeitsrecht, Wirtschaftsinformatik, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsmathematik sowie Statistik. Zusätzlich stehen auch Kommunikation und Englisch auf dem Lehrplan. Grundsätzlich wird in allen Fächern darauf geachtet, dass aktuelle Themen behandelt und praktisch in kleinen Gruppen erarbeitet werden. Dadurch bekommt man nicht nur das notwendige Fachwissen vermittelt sondern auch gleich alle wichtigen Softskills trainiert. Da sämtliche Arbeitsergebnisse stets in Form einer Präsentation vorgestellt werden müssen, wird man im Zuge des Studiums auch hierbei sehr Sattelfest.

Welche Vorzüge wurden Ihnen im Rahmen Ihres Studiums denn noch geboten?

Ein großer Vorteil war eindeutig die Möglichkeit in einem richtigen Unternehmen eine komplette Projektarbeit zu erarbeiten. Das hat zwar im ersten Moment eine Menge Arbeit bedeutet, aber den Studenten ganz nebenbei die einmalige Chance ermöglicht an echten unternehmerischen Problemen zu arbeiten. Man konnte vor Ort sein Können unter Beweis stellen und mit seinen Aufgaben wachsen. Mir persönlich hat dieser praktische Anteil übrigens gezeigt, dass ich sehr gerne in einer beratenden Funktion tätig bin.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie eigentlich im Umgang mit dem Berufsförderungsdienst (BFD) gemacht?

Meine Erfahrungen mit dem BFD sind eigentlich ganz in Ordnung. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich bereits Jahre im Voraus zusammen mit dem zuständigen BFD-Berater meine beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen besprochen habe. Das hat den ganzen Planungsprozess ziemlich beschleunigt, da zum Schluss nur noch die Genehmigung und die Erstattung der Kosten notwendig waren. Ich habe allerdings auch erlebt, dass eine wirkliche umfangreiche fachliche Beratung durch den BFD nicht geleistet werden kann.

Sie arbeiten heute als Referent bei einem großen deutschen Personaldienstleister. Was hat Ihnen nach dem Studium geholfen, so reibungslos in Ihre Wunschbranche wechseln zu können?

Nach meinem Studium habe ich zunächst noch eine zusätzliche Qualifizierung gemacht, die mir persönlich sehr am Herzen lag. Was mir dann aber zweifelsohne geholfen hat, sind meine vielseitigen beruflichen Erfahrungen aus der Bundeswehrzeit und der souveräne Umgang mit dem während des Studiums vermittelten betriebswirtschaftlichen Wissens. Hierdurch konnte ich sehr schnell selbstständig arbeiten sowie viele verschiedene interne Prozesse optimieren. Das analytische Auge dazu hatte ich immer schon, doch fehlte mir früher das entsprechende Wissen, um solche Herausforderungen optimal lösen zu können. Dank des guten Studiums an der DAA Wirtschaftsakademie bin ich heute ein Problemlöser. Bei mir im Büro, bei unseren Bewerbern und bei unseren Mandanten.

Was macht Ihrer Meinung nach ehemalige Zeitsoldaten für viele zivile Arbeitgeber interessant?

Die Attraktivität von uns Soldaten liegt nach meinen Erfahrungen darin, dass wir es gewohnt sind strukturiert und pragmatisch zu arbeiten. Zudem verstehen wir es immer wieder mit suboptimalen Bedingungen zu Recht zu kommen sowie in Ausnahmesituationen einen kühlen Kopf zu behalten. Aber auch die Eigenschaft, unsere persönlichen Belange hinter die dienstlichen Notwendigkeiten zu stellen, kommt bei vielen Arbeitgebern sehr gut an. Absolviert man auf diesem Fundament ein gutes und schlüssiges Bildungskonzept, so stehen einem auch bei den zivilen Arbeitgebern alle Türen offen.

Welchen abschließenden Ratschlag können Sie im Hinblick auf einen möglichst erfolgreichen Wiedereinstieg geben?

Mein Ratschlag an alle Kameraden ist eigentlich ganz einfach: Man sollte am besten bereits im ersten Drittel seiner Dienstzeit sowohl einen Ausbildungsplan als auch ein Ausbildungsziel festlegen. Und falls man sich dabei selbst noch nicht ganz sicher ist, so sollte man sich professionell durch einen BFD-Berater oder eine Internetplattform wie DIENSTZEITENDE beraten lassen. Denn nur wer ein ganzheitliches Konzept verfolgt, schafft es am Ende, seinen Marktwert über die Bundeswehrzeit zu steigern und sich optimal für den Arbeitsmarkt zu positionieren.  (sg)

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Bildungspartner für Zeitsoldaten

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