Ausbildung mit Perspektive

Oberstabsgefreiter d.R. Steffen Kestin und der Leiter Kommunikation der Ludwig Fresenius Schulen Mario Langenscheid informieren über die Ausbildung zum Physiotherapeuten und berufliche Möglichkeiten im Gesundheitsbereich.

Die Ludwig Fresenius Schulen sind einer der größten privaten Bildungsanbieter im Gesundheitsbereich und hat sich seit über 30 Jahren auf die Aus- und Weiterbildung in Therapie- und Pflegeberufen spezialisiert. Stellen Sie uns Ihr Unternehmen doch mal genauer vor.

LANGENSCHEID: Der Schwerpunkt unseres Bildungsangebots liegt in der Ausbildung von Therapeuten wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Logopäden. Aber auch der Pflegebereich gewinnt zunehmend an Bedeutung. Und wer sich für Pädagogik oder Naturwissenschaften interessiert, findet bei uns ebenfalls die passenden Kurse. Uns ist es wichtig, die Teilnehmer über ihre gesamte „Bildungsbiografie" zu begleiten. Daher bieten wir auch Fortbildungen und Studiengänge an, die auf den Ausbildungen aufbauen. In diesen Bereichen arbeiten wir eng mit unseren Bildungspartnern Mentor Fortbildungen und der Hochschule Fresenius zusammen. Wir gehören zusammen mit Mentor und der Hochschule Fresenius zur COGNOS AG.

Das Gesundheitswesen gehört schon jetzt zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen in Deutschland. Wie bewerten Sie denn die weiteren Entwicklungsperspektiven?

LANGENSCHEID: Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den wenigen krisensicheren Branchen in Deutschland, insbesondere was die Patientenversorgung angeht. Die Menschen werden immer älter, entsprechend steigt der Bedarf an qualitativer Pflege und Therapie. Die demografische Entwicklung ist ein wesentlicher Faktor, der sich nicht von deutschen oder internationalen Aktienmärkten beeinflussen lässt. Wer also einen Gesundheitsfachberuf ergreifen möchte, entscheidet sich nicht nur für verantwortungsvolle und vielseitige Aufgaben, sondern auch für ein Tätigkeitsfeld mit Perspektive.

Neben den klassischen Medizinern gibt es noch eine große Anzahl an weiteren Fachkräften im Gesundheitssektor. Welche konkreten Ausbildungsmöglichkeiten ergeben sich hier insbesondere für Neueinsteiger? 

LANGENSCHEID: In den vergangen Jahren haben die therapeutischen Berufe stark an Bedeutung und Ansehen gewonnen. Die Ausbildungen in der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie dauern an einer Berufsfachschule drei Jahre und enden mit einer staatlichen Prüfung. Gleiches gilt für die Ausbildungen in der Alten- sowie Gesundheits- und Krankenpflege. Für all diese Ausbildungen ist ein mittlerer Bildungsabschluss Zugangsvoraussetzung. Wer in diesen Bereichen ein Studium ergreifen möchte, benötigt die (Fach-)Hochschulzugangsberechtigung. Die Hochschule Fresenius hat sowohl grundständige Vollzeitstudiengänge im Programm als auch berufsbegleitende Studiengänge, die auf den Ausbildungen aufbauen. Auch Absolventen der Hauptschule haben Chancen im Gesundheitswesen: Sie können zum Beispiel die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister absolvieren, welche zweieinhalb Jahre inklusive einem sechs monatigen Anerkennungspraktikum dauert. Im Anschluss oder später können sie eine verkürzte Ausbildung zum Physiotherapeuten anschließen.

Können Sie an dieser Stelle bitte einmal etwas detaillierter auf die Physiotherapie-Ausbildung eingehen?

LANGENSCHEID: Physiotherapeuten bringen den Menschen im wahrsten Sinne „in Bewegung". Entsprechend hat auch die Ausbildung viele Bewegungsanteile: Neben medizinischen Grundlagen wie Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre stehen diverse Behandlungstechniken mit vielen praktischen Anteilen auf dem Programm. Obwohl es sich um eine „schulische" Ausbildung handelt, ist sie keineswegs „verschult": Die insgesamt 2.900 Unterrichtsstunden in der Schule verteilen sich auf theoretische und praktische Anteile. Hinzu kommen 1.600 Stunden praktische Ausbildung in Krankenhäusern oder anderen geeigneten medizinischen Einrichtungen. Die Ludwig Fresenius Schulen haben ein großes Netzwerk an Kooperationspartnern, bei denen die Praktika abgeleistet werden. Natürlich werden die Schüler auch in dieser Zeit von Lehrkräften, so genannten Praktikumsbegleitern, betreut.

Und welche beruflichen Möglichkeiten eröffnen sich Ihren Absolventen im Anschluss?

LANGENSCHEID: Die Bandbreite an Beschäftigungsmöglichkeiten ist groß. Physiotherapeuten arbeiten in allen medizinischen Fachbereichen und finden Beschäftigung in Kliniken und Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und Fachpraxen, aber auch im Kur- und Wellnessbereich oder in sportmedizinischen und präventiv-medizinischen Einrichtungen. Viele Physiotherapeuten machen sich selbstständig und arbeiten in ihrer eigenen Praxis. Das Angebot an Fort- und Weiterbildungen ist ebenfalls sehr umfangreich, je nachdem, in welche Richtung sich ein Physiotherapeut spezialisieren will. Übrigens erhalten unsere Absolventen zehn Prozent Rabatt auf Fortbildungen bei Mentor. Aufbaustudiengänge gibt es inzwischen ebenso viele, wobei ich natürlich die Angebote der Hochschule Fresenius empfehle, die als erste Hochschule in Deutschland Therapiestudiengänge eingeführt hat. Beim Studiengang „Physiotherapie: angewandte Therapiewissenschaft (B.Sc.)" können Berufsfachschulabsolventen ihr fachliches Wissen vertiefen. Der berufsbegleitende Studiengang „Gesundheit & Management für Gesundheitsberufe (B.Sc.)", fokussiert mehr auf die betriebswirtschaftliche, ökonomische Komponente des Gesundheitsbereichs, wodurch die Absolventen eine wertvolle Doppelqualifikation erreichen.

Wie sehen die Verdienstmöglichkeiten eines frischgebackenen Physiotherapeuten in etwa aus?

LANGENSCHEID: Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Das Gehalt von angestellten Physiotherapeuten ist abhängig davon, in welchem Arbeitsverhältnis sie stehen. So werden Angestellte, die im Öffentlichen Dienst tätig sind, nach dem Tarifvertrag Öffentlicher Dienst (TVöD) bezahlt. Dagegen ist das Gehalt bei Angestellten in privaten Einrichtungen und in freien Praxen frei verhandelbar. Lage der Praxis und der Patientenstamm sind nur zwei Faktoren, die auf das Gehalt Einfluss nehmen können. Natürlich gehört auch die persönliche Qualifikation dazu, insbesondere, wenn sich diese für die Einrichtung wirtschaftlich auswirkt. Die besten Verdienstmöglichkeiten ergeben sich meist in der eigenen Praxis, wenn sie gut geführt wird und die Rahmenbedingungen stimmen.

Gibt es eigentlich besondere Voraussetzungen, die ein angehender Physiotherapeut Ihren Erfahrungen nach mitbringen sollte?

LANGENSCHEID: Angehende Physiotherapeuten sollten mit den Themen Sport und Bewegung nicht auf Kriegsfuß stehen. Denn das ist eine notwendige Grundvoraussetzung. Außerdem benötigen sie im Umgang mit Patienten soziale Kompetenz. Teamplayer haben immer Vorteile, denn in diesem Beruf ist eine enge Abstimmung mit Ärzten sowie mit Kollegen aus anderen Therapiefachrichtungen sehr wichtig. Offenheit, Verantwortungsbewusstsein und die Lernbereitschaft sind weitere Kernkompetenzen, auf die es in der Physiotherapie ankommt.

KESTIN: Ich kann Herrn Langenscheid in allen Punkten zustimmen und ergänzen, dass die Freude an der Arbeit mit Menschen sowie Einfühlungsvermögen wesentliche Voraussetzungen für die Ausbildung sind. Logisches Denken und die Fähigkeit eigenverantwortlich Behandlungsentscheidungen zu treffen, sind ebenfalls wichtige Eigenschaften, die wir aber von unserem bisherigen Dienst kennen und gut übertragen können.

Herr Kestin, was waren Ihre persönlichen Beweggründe sich für eine Physiotherapeutenausbildung bei den Ludwig Fresenius Schulen zu entscheiden?

KESTIN: Durch die militärische Ausbildung zum „Medic" und aufgrund der hohen Akzeptanz meiner Person bei der Behandlung von Kameraden wuchs mein Interesse an einem medizinischen therapeutischen Beruf. Da ich bereits vor meiner Ausbildung zum Landwirt über das Berufsbild Physiotherapie nachgedacht habe, war die Berufswahl als BFDler logisch. Die Entscheidung für die Ludwig Fesenius Schulen fiel aus verschiedenen Gründen. Zum einen waren das die Nähe zu meinem Wohnort und eine gute Verkehrsanbindung, zum anderen die gute Atmosphäre bei der Informationsveranstaltung in ansprechenden Räumlichkeiten. Im Vorfeld habe ich den Bildungsträger im Internet schnell gefunden und konnte mich auf der Website über den Standort sehr gut informieren.

Und was war für Sie die größte Herausforderung während Ihrer gesamten Ausbildung?

KESTIN: Die Ausbildung erfordert ein hohes Maß an Lernbereitschaft. Wenn man, so wie ich, einige Jahre nicht mehr auf der Schulbank saß, fällt das Lernen im ersten halben Jahr schwerer als den Auszubildenden, die direkt von der Schule kommen. Das war am Anfang sicher die größte Herausforderung, welche aber gut zu meistern ist. Während der praktischen Ausbildung wird man immer wieder aufs Neue herausgefordert, da man bei der Arbeit mit echten Patienten regelmäßig unbekannte Situationen bewältigen muss. Genau das macht aber den Reiz des Berufes aus. Langweilig wird es nämlich nie.

Herr Langenscheid, wie wichtig ist denn eine abwechslungsreiche und praxisnahe Unterrichtsgestaltung gerade in der Physiotherapeutenausbildung?

LANGENSCHEID: Sie ist meiner Meinung nach außerordentlich wichtig. Denn die Ausbildung soll die Schüler dazu befähigen, Patienten nach den Regeln der Physiotherapie-Kunst zu behandeln. Das spiegelt sich natürlich im Lehrplan wider. Die Ludwig Fresenius Schulen legen auf eine berufsnahe Ausbildung großen Wert, was durch positive Rückmeldungen unserer Kooperationspartner immer wieder bestätigt wird.  (sg)

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Interviewt am von Stefan Geßner in der Kategorie: Weiterbildung nach der Bundeswehr

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