Karriere-Blog für Zeitsoldaten der Bundeswehr

Dezember 2015: Neue Regelungen für Reservisten:

Am 1. November 2015 trat das neue Unterhaltssicherungs­gesetz (USG) in Kraft, dass für Reservisten der Bundeswehr zu einigen finanzielle Verbesserungen führt. Parallel dazu wurde seitens der Bundeswehr gleich die Chance genutzt, um einige alte Vorschriften und Weisungen im Bereich der Reservedienst­leistungen zu überarbeiten. In diesem Zusammenhang ist erst kürzlich die neue Zentralrichtlinie „Die Reserve der Bundeswehr" (A2-1300/0-0-2) erlassen worden, die ebenfalls einige wichtige Änderungen beinhaltet.

Wesentliche Neuerungen im Unterhalts­sicherungs­recht

Wie bisher werden Leistungen nach dem Unterhalts­sicherungs­gesetz (USG) nur auf Antrag bezahlt. Allerdings ist für die Bewilligung und Abrechnung nicht mehr die zuständige Unterhalts­sicherheits­behörde des Antragstellers, sondern ab sofort das Bundesamt für das Personal­management der Bundeswehr (BAPersBw) - Referat PA 1.2 - als zentrale Dienststelle verantwortlich.

1.     Leistungen für Nichtselbständige

Nichtselbständige Reservedienst­leistende (RDL) erhalten - wie bisher - eine Verdienst­ausfall­entschädigung zur Sicherung des Netto-Erwerbs­einkommens, wenn der Arbeitgeber während des Übungs­zeitraums kein Arbeitsentgelt bezahlt. Eingebüßte Zulagen (z.B. Urlaubs-, Weihnachtsgeld) werden dabei anteilig erstattet. Die Höchstgrenze der steuerfreien Leistungen liegt ab sofort bei 258 Euro je Dienstleistungstag (bei RDL mit Angehörigen im Haushalt) und 215 Euro pro Tag der Dienstleistung (für alle übrigen RDL).

2.     Leistungen für Selbständige

Selbständige Reservedienst­leistende (RDL) erhalten eine Entschädigung für dienstbedingt entgehende Einkünfte aus selbständiger Arbeit in Höhe von jetzt maximal 430 Euro pro Dienst­leistungstag. Die Basis dafür bildet der Einkommen­steuer­bescheid des letzten Veranlagungs­zeitraums vor Dienstantritt. Für den Erhalt einer Betriebsstätte wird pro Tag eine zusätzliche Kostenpauschale in Höhe von 15 Prozent des Einkommens des Betriebs­inhabers bezahlt.

Die bisherige Unterscheidung inwiefern ein Vertreter zur Fortführung des Betriebes eingestellt wurde oder ob der Betrieb während der Reservedienst­leistung ruht, entfällt ersatzlos. Die Leistungen nach dem USG sind zu versteuern. Darüber hinaus ist die Höchst-Übungsdauer für Selbständige offiziell gestrichen worden. Allerdings hat seitens der Bundeswehr vor einer möglichen Übung eine Abwägung zwischen dienstlicher Notwendigkeit und zu erwartenden Kosten der USG-Leistungen zu erfolgen.

3.     Mindestleistungen

Sofern kein oder nur ein geringes Erwerbseinkommen bezogen wird, können steuerfreie Mindest­leistungen nach der Tabelle im USG bezogen werden. Diese wurden signifikant erhöht und liegen je nach Dienstgrad zwischen 59,06 Euro und 127,56 Euro pro Tag. Die Beträge erhöhen sich bei unterhalts­berechtigten Kindern entsprechend.

Allerdings werden gewährte Nettoeinkünfte, wie Arbeitsentgelte, Gehalt etc. voll angerechnet und führen zu einer Reduzierung der Mindest­leistungen. Damit entfällt die bisherige Praxis, dass Mindest­leistungen auch dann beantragt werden konnten, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt während der Reservedienst­leistung weitergezahlt hat.

Empfänger von Versorgungs­bezügen (z.B. ehemalige Berufssoldaten) erhalten mindestens den Netto-Unterschied zwischen aktuellen Versorgungs­bezügen und den ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen.

4.     Dienstgeld

Für Reservedienst von einer Dauer von bis zu drei Tagen wird ein Dienstgeld bezahlt. Dieses richtet sich nach dem Dienstgrad und beinhaltet auch das frühere Verpflegungsgeld. Dienstleistungen an Wochenenden werden mit einem erhöhten Dienstgeld vergütet.

5.     Reservedienst­leistungsprämie

RDL erhalten für jeden Tag der Dienstleistung eine steuerfreie Reservedienst­leistungsprämie. Diese besteht aus dem früheren Wehrsold sowie dem alten Verpflegungsgeld und liegt in Abhängigkeit vom Dienstgrad zwischen 18,82 Euro und 29,00 Euro pro Tag. Der Anspruch auf kostenlose Truppenverpflegung ist weggefallen.

Darüber hinaus kann zusätzlich ein steuerfreier Verpflichtungszuschlag gewährt werden, wenn sich ein RDL aufgrund eines Vorangebots des Beorderungs­truppenteils zur Ableistung einer Mindestanzahl an Übungstagen pro Kalenderjahr verpflichtet. Der Verpflichtungs­zuschlag beträgt bei der Ableistung von mindestens 19 Tagen pro Jahr 25,00 Euro je Dienst­leistungstag bzw. bei mindestens 33 Tagen pro Jahr 35,00 Euro für jeden Dienst­leistungstag. Allerdings wird maximal 1.470,00 Euro pro Kalenderjahr an Zuschlag bezahlt.

Wesentliche Neuerungen der Richtlinie „Die Reserve der Bundeswehr"

Die neue - offen eingestufte - Zentralrichtlinie bringt nicht nur bei den Begrifflichkeiten einige bedeutende Änderungen. So heißt die alte „Wehrübung" ab sofort nur noch „Übung". Viel bedeutender ist jedoch, dass zur Aufrechterhaltung des Dienst­betriebes im Inland oder zur Kompensation von Vakanzen innerhalb aktiver Strukturen, Übungen nun grundsätzlich bis zu 10 Monaten innerhalb eines Kalenderjahres dauern können. Bisher war die Höchstdauer für Übungen auf 3 Monate und im Ausnahmefall auf 6 Monate begrenzt. Gleichzeitig wurde auch die Übungshöchstdauer für Selbständige aufgehoben. Allerdings hat hier trotzdem noch eine Abwägung zwischen dienstlicher Notwendigkeit und zu erwartender finanzieller USG-Leistungen zu erfolgen hat.

Zudem sind jetzt Beorderungen uneingeschränkt bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Dabei sind Beorderungen in der Personalreserve, dass bedeutet auf nicht-struktur­gebundene Dienstposten (z.B. „Spiegel-Dienstposten"), denen in der Verstärkungs­reserve auf struktur­gebundene Dienstposten gleichgestellt. Außerdem ist die Beförderung von ehemaligen Berufssoldaten in die Spitzen­dienstgrade ihrer Laufbahn jetzt einheitlich für alle Laufbahnen geregelt und bei Erfüllung aller Voraussetzungen möglich.

Mehr administrativer Natur ist die Regelung, dass die Verpflichtungs­erklärung zur Wahrung der militärischen Sicherheit nur noch zu Beginn und am Ende einer Beorderung erklärt werden muss und nicht mehr bei jeder Einzelübung. Der Reservistenausweis dient jetzt auch gleichzeitig als Bescheinigung über den Besitz der allgemeinen Uniformtrage­erlaubnis. (sg)

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Geschrieben am von Felix Klein in der Kategorie: Reserve.
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36 Kommentare zu: "Neue Regelungen für Reservisten:"

  1. Marcel |

    Was natürlich auch niemand dir sagt ist, wenn man als ehemaliger Zeitsoldat noch Übergangsgebührnisse bezieht dann bekommt man auch nur RDL - Prämie. Wenn man dann auch noch selbstständig ist bekommt man weder noch die Leistungen nach § 7 USG oder die Mindestleistungen. Da Frage ich mich nur wo das denn attraktiv sein soll????

  2. Christian |

    Die Frage, die ich mir stelle, ist: Was bekommt man, wenn man als Empfänger von Übergangsgebührnissen (bei mir 90%) eine Reserveübung machen will? Etwa nur die Reservedienstleistungsprämie?

  3. DZE-Team |

    @Christian: Die Übergangsgebührnisse von ehemaligen Soldaten auf Zeit werden inzwischen nicht mehr auf die Mindestleistungen angerechnet. Das hat man wegen des großen Unmuts unter den Reservisten Mitte April 2016 noch einmal entschärft. Daher haben wir den Blog-Text entsprechend etwas angepasst. Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

  4. Maik |

    @DZE-Team, Servus zusammen. Ich habe eine Frage zur steuerlichen Behandlung. Letztes Jahr bin ich als SaZ ausgeschieden und mache derzeit eine Übung. Da ich mich dieses Jahr selbstständig mache und noch kein Einkommen generiere habe ich die Mindestleistung beantragt. Die Frage ist: Muss die Mindestleistung, Dienstgeld und die Verpflichtungsprämie am Ende des Jahres versteuert werden? Oder bleibt alles Steuerfrei?

  5. DZE-Team |

    @Maik: Die Mindestleistungen, Reservedienstleistungsprämie und der Verpflichtungszuschlag werden den Reservedienstleistenden als Netto-Betrag ausbezahlt und werden nicht versteuert. Wie sich das aber am Ende des Jahres im Rahmen der Einkommenssteuererklärung verhält, sollten Sie lieber einen Steuerberater fragen. Hier kommt es sicherlich auf die Höhe der finanziellen Gesamteinkünfte etc. an. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  6. Andreas |

    Ich bin im Dez.2016 von der Bw angeschrieben worden und um dringende Hilfe gebeten worden. Ich habe mich bereit erklärt im Mai eine 10 wöchige Übung als RDL zu leisten. In der Einheit angekommen, erklärte mir der PersFw, dass ich keinen Anspruch auf den Verpflichtungszuschlag hätte weil ich die Erklärung nicht vor der Übung unterschrieben habe. Auch keinen Anspruch auf die Aussen-und Erschwerniszulage als Ausbilder habe ich nicht da ich nach dem Wehrsoldgesetz "entlohnt" werde. Obwohl ich den gleichen Dienst leiste wie meine aktiven Kameraden, ist dies für mich enttäuschend. Um eine Klärung des Sachverhalts bat ich am 30.Juni bei meiner nächsthöheren Dienststelle, bisher keine Antwort. DZE:14.07.17

  7. Christian Schulze |

    Hallo DZE Team, gibt es eine Tabelle bei der man die Besoldung sehen kann? Ich würde gerne den Tagessatz von einem StGefr wissen. MfG Christian

  8. DZE-Team |

    @Christian Schulze: Die Tabelle mit den finanziellen Mindestleistungen für Reservisten finden Sie in der Anlage 1 zu § 9 im Unterhaltssicherungsgesetz (USG). Einfach mal danach Googeln. Am 1. Mai 2017 wurden die Mindestleistungen übrigens um 4,6 Prozent erhöht. Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

  9. Oliver |

    Was mich noch verunsichert, mache ich Defizit, wenn ich als Angestellter in öffentlichen, für mehrer Monate Reserve Dienst leiste auf einem Beorderungsposten? Die Besoldung hat sich dermaßen geändert, dass es schwer zu durchschauen ist.

  10. Frank |

    Grüß Gott liebes DZE - Team, ich habe eine 2 geteilte Frage: 1. pensionierter Berufssoldat leistet eine Wehrübung. Die Vergütungen nach USG sind steuerfrei. Der Progressionsvorbehalt ist gem. Einkommensteuergesetz § 3 Ziffer 48 sowie § 32b Abs. 1 Nr.1 Buchstabe H geregelt. Im Klartext: das Finanzamt darf die Leistungen nach USG bei Versorgungsempfängern nicht zum Progressionsvorbehalt mit einbeziehen. Wird aber wohl von vielen Finanzämtern dennoch gemacht, so hört man. Ist diese Aussage so richtig? 2. Können die regelmässigen täglichen Fahrtkosten zum Dienstort in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. ? Wenn ja, gibt es dazu einen §§?, da auch hier die Finanzämter ohne Erklärung den Kopf schütteln. vielen Dank für die Bemühungen

  11. DZE-Team |

    @Oliver: Das Problem bei Reservisten in einem Beschäftigungsverhältnis als Angestellter ist, dass das Einkommen vom Arbeitgeber gegen die Mindestleistungen nach dem USG gerechnet wird. I.d.R. entfallen dadurch die USG-Leistungen komplett. Somit bleiben Reservedienstleistungsprämie und ggf. der Verpflichtungszuschlag. Zahlt der Arbeitgeber kein Gehalt im Übungszeitraum, dann ersetzt das die Bundeswehr im Rahmen der Höchstsätze. Damit bleibt zwar kein finanzieller Nachteil, aber rund 25 € pro Tag (je nach Dienstgrad) sind jetzt auch kein wirklicher Anreiz. Schließlich müssen davon auch noch die Kosten für Verpflegung etc. bestritten werden. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  12. DZE-Team |

    @Frank: Leider können wir zur steuerrechtlichen Fragen keine wirkliche Antwort geben. Hier sollten Sie lieber einen auf Soldaten spezialisierten Steuerberater fragen. Eventuell kann Ihnen auch der Deutsche BundeswehrVerband (DBwV) weiterhelfen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

  13. Mathias |

    Guten Morgen, ich beginne ab Ende Mai bis Juli eine Reservistenübung, befinde mich aber in den Übergangsgebürnisse (90%). Nun ist meine Frage: womit kann ich grob rechnen was mir alles an Gelder zu steht. Wäre schön wenn mir einer ne hilfreich Auskunft geben könnte. Vielen dank schonmal im voraus.

  14. DZE-Team |

    @Mathias: Neben den Übergangsgebührnissen stehen Ihnen die Mindestleistungen nach dem USG zu. Der Tagessatz richtet sich u.a. nach Ihrem Dienstgrad und liegt zwischen ca. 60 bis 80 Euro. Hinzu kommt die Reservedienstleistungsprämie, die ebenfalls vom Dienstgrad abhängt und im Bereich von ca. 25 Euro pro Tag liegt. Sofern Sie in einem Beorderungsverhältnis stehen und Ihnen die Einheit die Möglichkeit eines Verpflichtungszuschlags einräumt, könnten noch mal 25 bzw. 35 Euro pro Dienstleistungstag hinzu kommen. Allerdings müssen Sie dann mindestens 19 bzw. 33 Tage pro Kalenderjahr üben. Ferner können Sie noch Fahrtkosten (sofern vorhanden) abrechnen und sich für den Übungszeitraum die Beiträge von Ihrer Krankenkasse zurück erstatten lassen. Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

  15. Detlefhallo knop |

    Hallo, berechnen sich die Übungstage nur nach den Wochentagen oder z.B in meinem Fall 24 Tage vom 05.03 bis 29.03. Ansonsten wären es nur 19 Arbeitstage anstatt 24

  16. DZE-Team |

    @Detlefhallo knop: Ich gehe davon aus, dass Ihre Frage auf die Berechnung der Verpflichtungsprämie abzielt. Hier werden nur die Übungstage berücksichtigt, an denen Sie tatsächlich Dienst in der Einheit geleistet haben - also in der Regel nur die Wochentage. Die Wochenenden können hingegen nur angerechnet werden, wenn Sie dort ebenfalls im Dienst gewesen sind - z.B. während eines Übungsplatzes etc. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  17. Gross |

    Hallo ich leiste RD. Vom 05.03- 29.03 wie ist die Berechnung wenn ich aus einem AL Verhältnis kam. Mein momentaner DG ist HptGefr. Und was kann ich noch beziehen ? Ich wohne auf Miete mit meiner Partnerin, Kind habe ich bereits angegeben. Was bedeutet man kann sich das Geld von der Krankenkasse zurück holen ? Im Voraus vielen Dank. Mit kameradschaftlichen Grüßen

  18. DZE-Team |

    @Gross: Ich vermute Sie meinen ein Angestelltenverhältnis? Sofern Ihnen der Arbeitgeber während der Übung kein Gehalt zahlt, erhalten Sie den Verdienstausfall in gleicher Höhe. Haben Sie kein eigenes Einkommen, dann können Sie die Mindestleistung nach dem USG beantragen. Ansonsten steht Ihnen die Reservedienstleistungsprämie zu, die mit einem Kind etwas höher ausfällt. Da Sie während der Übung der freien Heilfürsorge unterliegen, können Sie bei der Krankenkasse die Erstattung bzw. Verrechnung der im Übungszeitraum gezahlten Krankenkassenbeiträge beantragen (i.d.R. bei PKV bzw. Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber). Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  19. Chris |

    Hallo ich möchte nächstes Jahr eine Übung über 10 Monate mach mit einem Monat Pause dazwischen. Mein aktuelles Gehalt ist höher als die Mindestleistung. Bekomme ich den Verdienstausfall zu 100% ersetzt und bekomme ich die Reservedienstleistungsprämie zusätzlich oder wird das miteinander verrechnet?

  20. DZE-Team |

    @Chris: Sofern Ihnen der Arbeitgeber während des Übungszeitraums kein Gehalt bezahlt, so können Sie den vollen Verdienstausfall im Rahmen der Leistungen nach dem Unterhaltssicherungsgesetz beim Bundesamt für das Personalmanagement (BAPersBw) beantragen. Sollten Sie jedoch Ihren vollen Lohn behalten, dann würde hier kein finanzieller Anspruch bestehen, da Ihr Einkommen über den Mindestleistungen liegt. Darüber hinaus bekommen Sie die Reservedienstleistungsprämie auf Antrag ausbezahlt. Hier findet keine Verrechnung etc. statt. Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

  21. Christian |

    Wie sieht es mit der Unterhaltssicherung bei folgendem Sachverhalt aus: 1. Beschäftigung als Angestellter in Deutschland (sozialversicherungspflichtig) mit einem Bruttogehalt oberhalb der sozial- und rentenversicherungspflichtigen Obergrenzen. 2. Mitgesellschafter (25%) einer GmbH u. gleichzeitig Geschäftsführer ohne Gehalt und nur beteiligt bei Gewinnausschüttungen. 3. Leitender Angestellter eines ausländischen Unternehmens (EU Ausland) (verantwortlich für den deutschen Markt) mit einem Gehalt im Ausland. (ohne sozial- und rentenversicherungspflichtigen Anteil da EU-Ausland u. mit Beschäftigung aus 1 bereits alle Abgaben erfolgen, allerdings einkommensteuerpflichtig, ebenfalls oberhalb der Grenzen) Bei einer Reservedienstleistung (für 2 Wochen) unter folgender Konstellation: zu 1. Weiterzahlung des vollen Gehalts während der RDL, keine Geltendmachung USG zu. 2. operatives Geschäft wird vom unternehmen weitergeführt, keine Geltendmachung USG zu 3. voller Verdienstausfall, Bescheinigung durch AG, Ausfall oberhalb des Höchstsatzes. Wird zu 3. die volle Unterhaltssicherung gezahlt und sind daher die Einkommen aus 1. u. 2. nicht zu berücksichtigen? Oder fließen diese mit ein? Vielen Dank vorab.

  22. Doug |

    @Christian Bitte beim zuständigen Referat des BAPersBw melden(am besten telefonisch) und beraten lassen: http://www.personal.bundeswehr.de/portal/a/pers/start/finanzielles/unterhsicherung/

  23. Stefan |

    Hallo, ich werde nach meinem Studium als Reservist für je 10 Monate anfangen. Leider kann mir keiner sagen in wie fern auch den Reservisten die Rentebeiträge nachgezahlt werden. Könnt ihr mir da weiter helfen? Denn wenns keine Rente gibt dann kann ich da auch nicht lange bleiben. Gruß

  24. DZE-Team |

    @Stefan: Sofern Du Mindestleistungen oder Verdienstausfall nach dem USG beziehst und nicht selbständig bist, wirst Du für den Übungszeitraum in der gesetzlichen Rentenkasse nachversichert. Meines Wissens in der Höhe der bewilligten Brutto-Bezüge. Hier kann Dir aber auf jeden Fall das BAPersBw PA 1.2 - Team USG - weiterhelfen. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  25. Ingo |

    Zu wann wird der Verdienstausfall denn ausgezahlt?

  26. DZE-Team |

    @Ingo: Das kommt natürlich etwas auf den Zeitpunkt der Antragstellung vor Beginn der Übung an. Aber grundsätzlich soll der Verdienstausfall zeitnah während bzw. nach dem Übungszeitraum erfolgen, so dass keine finanziellen Lücken entstehen. Allerdings mag es im Einzelfall Ausnahmen bei den Bearbeitungszeiten durch das BAPersBw geben. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  27. Karl |

    Guten Tag, ich bin (noch) selbstständig und nicht rentenversicherungspflichtig. Nun bietet mir die Bundeswehr die Möglichkeit einer Dauer-Wehrübung. Das ist spannend und wäre ein Grund, die Selbstständigkeit aufzugeben wenn es eine verbindliche Aussage dazu gäbe, ob ich das Entgelt versteuern muss. Bei Angestellten sind die Leistungen steuerfrei - wie aber gestaltet sich die Angelegenheit in meinem Fall. Es wäre schön, wüssten Sie Rat. Dank sagt Karl

  28. DZE-Team |

    @Karl: Das kommt etwas auf die Art des Einkommens an. Sofern Sie Mindestleistungen gem. § 9 USG beantragen (weil Sie im Übungszeitraum kein oder nur ein niedriges Einkommen haben), dann werden diese Leistungen nicht versteuert. Sollten Sie einen Verdienstausfall gem. §§ 6 bzw. 7 USG beantragen, so erstattet Ihnen der Dienstherr den Netto-Verdienstausfall. Der Auszahlungsbetrag ist entsprechend ebenfalls nicht zu versteuern. Auch die Reservistendienstleistungsprämie wird steuerfrei ausbezahlt. Ich kann Ihnen aber nur raten, sich einmal an das BAPersBw - Referat PA 1.2 Unterhaltssicherung - zu wenden. Die Telefonnummern finden Sie auf der Webseite der Bundeswehr. Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

  29. Julia |

    Was passiert wenn man sich in einer Wehrübung bis 10/19 befindet und Schwanger geworden ist. Wird die Wehrübung dann ab dem Mutterschutz verkürzt oder gilt diese dann trotzdem bis zum Ende.

  30. DZE-Team |

    @Julia: Diese Frage können wir Ihnen leider nicht wirklich beantworten. Wenden Sie sich hier am besten an Ihren S1 bzw. Personalführer im BAPersBw. Vielen Dank. Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

  31. Dennis |

    Sehr geehrtes DZE Team, ich plane nach meiner bald endenden BFD Massnahme eine Reservistenübung bis zum Ende des Jahres, was in etwa 7-8 Monate sind. In diesem Zeitraum beziehe ich auch noch meine Übergangsgebührnisse, die laut meinem Wissen weiter gezahlt werden (in Höhe von 60% ?). Jetzt habe ich mir die Tabelle über die Tagessätze durchgelesen und bin mir aber noch nicht ganz sicher, ob diese sich auf Tage pro Monat beziehen (also Mo - Sonntag und somit auf ~ 30 Tage pro Monat) oder auf gearbeitete Tage, also etwa ( 20 Tage pro Monat). Im ersten Fall, wäre die Höhe annehmbar und im Zusammenspiel mit den Übergangsgebührnissen von ( 60%? ) okay. Im 2ten Fall also bei einer Berechnung von nur 20 Tagen pro Monat, wäre natürlich das Ergebnis bei einem Mannschafter - Stabsunteroffizier mit ~ 80€ * 20€ = 1600€ Brutto, kein wirklicher Anreiz und ohne Übergangsgebührnisse sogar garnicht ausreichend. Es wäre nett, wenn ihr mir sagen könnt mit wieviel % die Übergangsgebührnisse gewährt werden und ob jeder Kalendertag berechnet wird, oder nur die gearbeiteten Tage. Danke im Voraus Dennis

  32. DZE-Team |

    @Dennis: Nach Ende der geförderten BFD-Maßnahmen erhalten Sie Übergangsgebührnisse in Höhe von 75 Prozent der letzten Brutto-Dienstbezüge. Hinzu kommen die Mindestleistungen des USG, auf deren Höhe die Übergangsgebührnisse keinen Einfluss haben. Die Leistungen des USG sind Tagessätze zwischen 59,06 Euro und 127,56 Euro pro Tag der Übung - in Abhängigkeit vom Dienstgrad. Das schließt also Wochenenden, Feiertage etc. mit ein. Hinzu kommt dann noch die Reservistendienstleistungsprämie entsprechend Ihres Dienstgrads als Tagessatz sowie ggf. ein Verpflichtungszuschlag. Sie werden schnell merken, dass das finanziell recht rentabel wird. Zumal alle Leistungen steuerfrei ausbezahlt werden! Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

  33. Ansgar |

    Die Leistungen nach USG, die man während einer RDL erhalten hat, werden meines Wissens nach Ende der RDL durch den Bund in der Rentenversicherung nachversichert. Fraglich ist hier nur die Höhe (tatsächliche Höhe der Bezüge oder Durchschnitt aller Versicherten - anteilig 1 Rentenpunkt pro Jahr). Weiterhin ist mir noch unklar, ob der Bund einen auch in der Arbeitslosenversicherung nachversichert. Vielleicht könnt Ihr hier aufklären!? Besten Dank...

  34. DZE-Team |

    @Ansgar: Für Nichtselbständige, die im Rahmen des USG eine Verdienstausfallentschädigung beantragen, erfolgt eine Nachversicherung in der Rentenkasse auf Basis des bisherigen Bruttoarbeitsentgelts. Bei Reservedienstleistenden, die die USG-Mindestleistungen beantragen, wird bei der Rentenberechnung für jeden Kalendermonat 60% der Bezugsgröße (=Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Kalenderjahr) als beitragspflichtige Einnahme zu Grunde gelegt. Bei der Arbeitslosenversicherung trägt der Bund für den Übungszeitraum die Beiträge, so dass auch hier eine Absicherung erfolgt. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  35. Tina |

    Hallo. ich beziehe Übergangsgebürnissein Höhe von 75% und absolviere Eine 5 monatige Übung. Erhalte die Mindestleistungennach USG für DG SU mit 2 Kindern. Muss ich die in der Steuererklärung angeben oder nicht? Bekomme ich Eine Bescheinigung von der Unzerhaltssicherungsbehörde oder nicht? Meldet die USB die Einnahmen aus der Übung an das Finanzamt ? LG

  36. DZE-Team |

    @Tina: Der Bezug von Übergangsgebührnissen wirkt sicht nicht auf die Zahlung der USG-Leistungen aus. Sofern Sie im Übungszeitraum jedoch noch zusätzliche Einkommen erhalten, können diese sich mindernd auswirken. Die USG-Leistungen werden steuerfrei ausbezahlt und müssen meines Wissens nicht in der Steuererklärung angegeben werden (hier sollten Sie aber auf jeden Fall noch mal einen Steuerberater fragen). Normalerweise erstellt das BAPersBw - Referat 1.2 USG - eine Bescheinigung über alle bewilligten Leistungen sowie die ausbezahlte Reservistendienstleistungsprämie. Inwiefern eine automatische Meldung an das Finanzamt erfolgt, kann ich nicht genau sagen. Ohne Ihre Zustimmung wird das aber vermutlich nicht geschehen. Mit besten Grüßen, Stefan vom DZE-Team

 
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