Karriere-Blog für Zeitsoldaten der Bundeswehr

März 2018: Nach dem DZE in den Polizeidienst:

Das Bundesland Bremen hat jüngst eine besondere Eignung von ehemaligen Zeitsoldaten für die Ausbildung im Polizeidienst festgestellt und ab 1. April 2018 ein verkürztes Ausbildungsmodell für ausscheidende Zeitoffiziere im Angebot. Mit dieser Entscheidung liegt Bremen voll im Trend.

Wer zuvor in der Bundeswehr als Offizier in einer förderlichen Vorverwendung (z.B. Feldjägerdienst) tätig war, kann dank des neuen Ausbildungsmodells bei der Polizei in Bremen direkt als Kriminalkommissar (Besoldungsstufe A 9) eingestellt werden. Statt des bisherigen dreijährigen Anwärterdienstes ist jetzt nur noch eine zweijährige berufsbegleitende Polizeiausbildung notwendig. Im Anschluss stehen die Türen sowohl für eine Fachverwendung als auch für eine Führungskarriere offen.

Mit Bremen bietet inzwischen das vierte Bundesland eine verkürzte Beamtenausbildung für Quereinsteiger aus dem Bereich der Bundeswehr an. Mit der grundlegenden Anerkennung von bestimmten militärischen Befähigungen reagiert die Polizei auf die immer knappere Bewerbersituation auf dem Arbeitsmarkt. Offensichtlich werden ehemalige Zeitsoldaten als eigenständige Zielgruppe für den Polizeidienst auch außerhalb des Stellenvorbehalts im Zuge der Eingliederungs- und Zulassungsscheine immer attraktiver, wobei die Voraussetzungen je nach Landespolizei deutlich variieren.

So ist zum Beispiel bereits seit 2017 bei der Polizei Hamburg eine um 12 Monate verkürzte Laufbahnausbildung möglich, die allen Soldaten auf Zeit mit mindestens 5 Dienstjahren zu einem schnelleren Karriereeinstieg im Laufbahnabschnitt I (ehemals mittlerer Dienst) verhilft. Für den Polizeidienst geeignete SaZ können in Hamburg schon nach 18 statt 30 Monaten als Polizeimeister mit der Besoldungsstufe A7 beginnen. Die Voraussetzung zur Teilnahme an der verkürzten Ausbildung ist jedoch das Bestehen des erweiterten Einstellungstests. Bestimmte Vorwendungen aus der Dienstzeit in der Bundeswehr sind bei der Polizei Hamburg nicht erforderlich.

Neben der Polizei Sachsen bietet auch die Polizei Brandenburg ein auf 18 Monate gekürztes Ausbildungsmodell für Soldaten ab mindestens SaZ 9 an. Allerdings müssen potentielle Bewerber hier schon über eine abgeschlossene militärische Ausbildung zum Feldjägerfeldwebel verfügen. In dem auf die vorhandenen Kenntnisse im Feldjägerdienst aufgebaut wird werden entsprechende Zeitsoldaten bei passender Eignung sofort als Polizeimeister A7 eingestellt und nehmen im Anschluss nur noch an der polizeispezifischen Zusatzausbildung teil.  

Es bleibt sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis die Polizeidienststellen weiterer Bundesländer mit speziellen Ausbildungsangeboten für Zeitsoldaten nachziehen. Immerhin wird der Druck auf dem Arbeitsmarkt auch in Zukunft nicht kleiner und viele Soldaten können aufgrund ihrer Vordienstzeiten zumindest in manchen Teilbereichen, wie dem Umgang mit Waffen oder der Anwendung des unmittelbaren Zwangs, mit grundlegenden Erfahrungen punkten. Natürlich ist eine Sicherungs- und Wachausbildung nicht annähernd vergleichbar mit dem täglichen Polizeidienst. Aber gerade bei den Feldjägern gibt es durchaus größere Schnittmengen, auf die weiter aufgebaut werden kann. Darüber hinaus setzt die Bundeswehr im Rahmen des Attraktivitätsprogramms immer stärker auf die Anerkennung von militärischen Ausbildungen auch außerhalb der Streitkräfte. Dazu bietet der Polizeidienst sicherlich die beste Gelegenheit.  (sg)

Quellen: 
Deutscher BundeswehrVerband vom 15.03.2018
                 Polizei Hamburg
                 Polizei Brandenburg


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Geschrieben am von Stefan Geßner in der Kategorie: Aus- und Weiterbildung.
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