Karriere-Blog für Zeitsoldaten der Bundeswehr

Oktober 2015: Job-Einstieg nach DZE:

Ab wann bin ich als Zeitsoldat wieder für den zivilen Arbeitsmarkt verfügbar? Ist doch klar - am Tag nach dem Dienstzeitende. Doch obwohl diese Antwort auf den ersten Blick recht logisch klingt, scheinen längst nicht alle Soldaten auf Zeit (SaZ) davon auch wirklich auszugehen.

In letzter Zeit begegnen wir immer wieder aktiven Kameraden, die der felsenfesten Überzeugung sind, dass sie mit Beginn des „Vollzeit-BFD-Anspruchs" beim neuen Arbeitgeber anfangen können. Das wäre natürlich toll, nur leider entspricht es nicht der Wirklichkeit. Denn der Freistellungsanspruch vom militärischen Dienst darf ausschließlich zur Teilnahme an einer vom Berufsförderungsdienst (BFD) geförderten Maßnahme der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Vollzeitform genutzt werden. Wer keine Bildungsmaßnahme absolvieren kann oder will, der muss entsprechend am Tagesdienst teilnehmen und seine Zeit „abdienen". Ein lukratives Job-Angebot von einem spannenden Arbeitgeber gehört aber auf jeden Fall nicht zu den möglichen Freistellungsgründen. Einzig die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung oder die Umschulung in einem Unternehmen ist hier noch erlaubt.

Der Umfang der Freistellung vom Dienst ist selbstverständlich von der Verpflichtungszeit abhängig und kann zwischen 3 Monate (bei SaZ 6) und bis zu 24 Monate (bei SaZ 12+) betragen. Allerdings vermindert sich der Freistellungsanspruch, sofern man während der Dienstzeit bereits an bestimmten zivilen oder militärischen Qualifizierungen wie ZAW-Maßnahmen, Schulabschlüssen, der Fortbildung zum Techniker bzw. Meister oder an Studiengängen, teilgenommen hat. Liegen gleich mehrere Minderungsgründe vor, so bleibt im schlechtesten Fall gar kein Anspruch auf Freistellung vom militärischen Dienst übrig.

Alle „neuen" Zeitsoldaten - also Soldaten mit Ernennung zum SaZ ab dem 26. Juli 2012 bzw. bei Verlängerung der Dienstzeit ab dem 23. Mai 2015 - brauchen sich über eine Freistellung vom Dienst erst gar keine Gedanken zu machen. Denn mit dem Bundeswehr-Reformbegleitgesetz wurde ihnen der Vollzeit-BFD-Anspruch ersatzlos gestrichen. Unter bestimmten Umständen können übrigens die Regelungen zur Ermessensfreistellung greifen. Doch letztlich ist diese ebenfalls nur für Bildungsmaßnahmen gedacht.

Aus diesem Grund ist es für jeden SaZ wichtig zu wissen, dass die berufliche Karriere nach der Bundeswehr am Tag nach dem Dienstzeitende beginnt. Erst an diesem Tag steht man als Soldat für Jobangebote aus der Wirtschaft oder des öffentlichen Dienstes regulär zur Verfügung. Wer vorher schon einen Arbeitsvertrag beim neuen Arbeitgeber unterschreibt, kann dort nicht einfach so beginnen. Schließlich besteht für Zeitsoldaten keine generelle Möglichkeit der Kündigung oder zur Aufhebung der Verpflichtungserklärung. Eine Verkürzung der Dienstzeit bzw. vorzeitige Entlassung aus dem Dienst ist zwar nicht ausgeschlossen, nur sollte man sich darauf im Zweifel nicht verlassen.  (sg)

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Geschrieben am von Stefan Geßner in der Kategorie: Arbeitsmarkt.
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10 Kommentare zu: "Job-Einstieg nach DZE:"

  1. Herbst |

    Hi Kameraden :-) Ja, das kenne ich auch. Hatte einige aktiven Soldaten, im BfD, im Gespräch und musste sie erst aufklären, dass sie dann die Tätigkeit mit LK 6 zu versteuern haben :-) Toller Hinweis. Viele Grüße und weiter so, Jérôme Herbst

  2. DZE-Team |

    @Jérôme Herbst: Vielen Dank für Ihr Lob. Schwierig wird es für die Kameraden nur dann, wenn sie sich irgendwo bewerben, den Arbeitsvertrag unterschreiben und erst hinterher Gedanken darüber machen, dass sie die Bundeswehr noch gar nicht verlassen dürfen. Im schlimmsten Fall droht hier sogar Schadensersatz - auch wenn dieser in der Praxis sicher nicht oft eingefordert wird. Aber zumindest braucht man sich bei dem betreffenden Arbeitgeber später kein zweites Mal bewerben. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  3. Vokachtraz |

    Hallo Kameraden, folgende Frage stellt sich mir beim lesen des Artikels. Wie viel darf ich, wenn ich eine Ausbildung beginne, hinzuverdienen wenn ich mich in meinem 15 Monatigen Anspruchzeitraum in der Dienstzeit befinde? MfG aus Bayern

  4. DZE-Team |

    Mir ist beim Hinzuverdienst bei einer vom BFD geförderten Ausbildungsmaßnahme im Rahmen des Anspruchs auf Freistellung vom militärischen Dienst (Vollzeit-BFD-Anspruch) keine Obergrenze bekannt. Allerdings wird ein solches Einkommen normalerweise 1:1 mit den Dienstbezügen verrechnet. Das sollte Ihre Dienstbezüge entsprechend vermindern. Rufen Sie einfach mal Ihren BVA-Bearbeiter an. Der kann Ihnen diesbezüglich eine genaue Auskunft geben. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  5. Tuwy |

    Also nach neuen Recht kann ich bei DZE 31.12.20 auch einen Vertrag noch 2019 unterschreiben richtig ?

  6. DZE-Team |

    Ob nach altem oder neuem Recht: Einen Arbeitsvertrag können Sie rein theoretisch immer unterschreiben. Aber der Beginn des Arbeitsverhältnisses kann nur nach Ihrem DZE liegen. In Ihrem Fall ab 01.Januar 2021! Viele Grüße, Felix vom DZE-Team.

  7. Benjamin |

    @DZETeam bzgl.einer hinzuverdienst Grenze, ist folgendes zu sagen, während Freistellung und einer Ausbildung im öffentlichen Dienst werden die Gehälter gegen gerechnet. Ab dem 1.Tag gilt dann die hinzuverdienst Grenze, bei der die Übergangsgebührnise bis zu fast 100% reduziert werden, je nach Verdienst im öffentlichen Dienst. Gilt auch, wenn man noch in Ausbildung ist und nur für den öffentlichen Dienst

  8. DZE-Team |

    @Benjamin: Ganz so schlimm sind die Kürzungen dann auch nicht. Denn die Hinzuverdienstgrenze gilt nur bei "alten" SaZ, die im Rahmen einer vom BFD geförderten Bildungsmaßnahme ein Einkommen beziehen. Wird diese überschritten, so werden die Übergangsgebührnisse pauschal um 15 % gekürzt. Bei "neuen" SaZ führt ein Bildungseinkommen zu einer 1:1 Anrechnung auf den Bildungszuschuss - und maximal zu dessen Kürzung. Damit kommen "alte" und "neue" SaZ immer noch auf 75% der letzten Dienstbezüge. Aber ggf. wird bei der Ausbildung im öffentlichen Dienst noch die Ruhensregelung angewendet, die zu bestimmten finanziellen Kürzungen der ÜGeb führt. Hier bin ich gerade nicht ganz sicher. Doch selbst dann muss eine Mindestüberlassung von 20 % der ÜGeb erfolgen. Viele Grüße, Stefan vom DZE-Team

  9. Ottifant |

    Hallo also diese seite is absoluter käse keine quellen kein nichts !!!! Fake News ? Dze Team ??? Ha ich geh lieber zum BfD team ^^

  10. DZE-Team |

    @Ottifant: Vielen Dank für Ihr äußerst konstruktives Feedback. Es steht Ihnen jederzeit frei www.dze.de nicht zu nutzen. Viele Grüße, auch an Ihren BfD! ;-) Felix vom DZE-Team

 
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