Karriere-Blog für Zeitsoldaten der Bundeswehr

August 2013: Gastartikel: Das Netzwerk entscheidet!

Worauf kommt es beim Ausscheiden aus dem aktiven Dienst an? Eure Qualifikationen? Eure Führungserfahrung? Das Studium oder die Fortbildungen?

Ich lehne mich gerne aus dem Fenster und sage ganz deutlich, dass kaum etwas mehr zählt, als sich ein ziviles und belastbares Netzwerk für die Karriere nach dem Ende der Dienstzeit aufzubauen. Daneben steht der Erwerb von Wissen, beispielsweise durch den Master of Business Administration (MBA), der als Fortbildungsstudium gerne von Offizieren gewählt wird.

Eine Bemerkung dazu vorab: Aus meinem eigenen Werdegang als ehemaliger Offizier und den Werdegängen ehemaliger Kameraden weiß ich um die Relevanz der Weiterbildung von Zeitsoldaten. Zwar ist die Dienstzeit ein ganz bequemes Leben, jedoch erwirbt man dort nur wenige Qualifikationen für den weiteren - zivilen - Lebensweg. Offiziere sollten daher die Weiterbildung nicht unterschätzen und aktiv mit ihren jeweiligen Berufsförderungsdiensten das Dienstzeitende planen.

Vorteile eines Netzwerkes in der Wirtschaft

Meine Erfahrung seit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst ist es, dass ein Netzwerk verschiedene Vorteile bietet.

Jobsuche: Über das Netzwerk lassen sich Jobs leichter finden. Offen werdende Stellen werden häufig nicht direkt veröffentlicht. Vielmehr gilt es frühzeitig von diesen Stellen zu erfahren und noch vor Publikation als adäquate Besetzung erkannt zu werden. Das funktioniert dann über eine Empfehlung seines Kontaktes an die einstellende Stelle im Unternehmen.

Feedback: Neben dem direkten Vorteil der Jobsuche ist auch das Feedback durch die Partner im Netzwerk ein Vorteil. Man kann Bewerbungsunterlagen miteinander besprechen, Gehaltswünsche vertraulich äußern und Antworten auf Fragen zu Fort- und Weiterbildung erhalten.

Jedoch muss ein Netzwerk außerhalb der Bundeswehr erst entwickelt werden. Aus meiner Vergangenheit weiß ich, dass wir als Offiziere durch unseren Werdegang in Truppenschule, Offizierschule und UniBw ein sehr gutes Netzwerk innerhalb der Bundeswehr aufgebaut haben, das sich aber nur eingeschränkt außerhalb dieser nutzen lässt.

Netzwerke, die Offiziere nutzen können, ergeben sich beispielsweise aus Vereinen, Parteien oder auch Studentenverbindungen. Auch das ehrenamtliche Engagement in NGOs kann eine wertvolle Plattform sein, um interessante Menschen kennenzulernen, die mit Tipps und Tricks für die weitere Karriere dienen können.

Schließlich sind es aber auch die Weiterbildungsmöglichkeiten des Berufsförderungsdienstes (BFD), die es ermöglichen Manager und zivile Meinungsführer kennenzulernen. Seminare, Konferenzen und das Weiterbildungsstudium können eine Chance sein.

Netzwerkaufbau in Bremen

Daher möchte ich den Blick auf das Angebot der Hochschule Bremen lenken:

Für Offiziere, die ihren weiteren Lebensweg in Nordwestdeutschland sehen und dort auch Karrieremöglichkeiten beispielsweise in der Logistik, oder in der Windkraft- oder Rüstungsindustrie suchen, besteht durch das berufsbegleitende Studium die Möglichkeit, erste Kontakte in der Region aufzubauen. Die Teilnehmer kommen aus Unternehmen in der Region. Das bedeutet einen besseren Austausch zu den Herausforderungen in der Führung und dem Management in Unternehmen.

Gerne stehe ich Euch für weitere Fragen zum MBA in Bremen zur Verfügung und lade Interessenten zu den Infoveranstaltungen in das International Graduate Center ein.

Zum Schluss noch eine wichtige Bemerkung:

„Das Wichtigste für Offiziere und alle Zeitsoldaten ist die Entscheidung, sich überhaupt weiterbilden zu wollen. Ein MBA ist in jedem Fall ein hochwertiger Abschluss, der die Karriere befeuern kann."

Über den Autor Nicolas Scheidtweiler:

Nicolas Scheidtweiler ist ehemaliger Zeitoffizier. Er diente nach dem Studium der Staats- und Sozialwissenschaften in der Truppe für Operative Information und zuletzt beim Truppenbetreuungssender der Bundeswehr Radio Andernach. Neben seiner Tätigkeit als Inhaber einer PR-Agentur in Bremen, berät er das International Graduate Center der Hochschule Bremen, um den Master of Business Administration als Weiterbildungsalternative für Offiziere in Norddeutschland bekannter zu machen. Sein Xing-Profil findet Ihr hier.

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Geschrieben am von Felix Klein in der Kategorie: Aus- und Weiterbildung.
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